Das Gamma-Inseli hat viele Freunde

14.08.2018, sti
Das Gamma-Inseli ist Schatzinsel für Kinder, Sprungbrett für Jugendliche, Erinnerungsort für Erwachsene und Nachtruhe für Vögel. Kurt Schäfer vom Bootsverleih der Korporation Sursee nimmt das gelassen hin. Er erzählt, was ihn am Umgang mit dem Inseli stört.

Mit der Seeabsenkung von 1806 bis 1814 um 1,7 Meter tauchte im Sempachersee eine Insel auf: namenlos und mit einer Fläche von 184 m2 klein. Diese Insel hat aber eine lange Geschichte, die bis in die  Jungsteinzeit – rund 4000 Jahre vor Christus – reicht. Damals haben Menschen dort gewohnt, wie Funde von Teller- und Kochtopffragmenten bewiesen haben. Aus der Spätbronzezeit, 1000 bis 800 Jahre vor Christus, liegen Fragmente einer Schüssel vor. Der Seespiegel schwankte damals gewaltig.

«Viele denken an sich»
Wenn in der Zukunft Archäologen das Gamma-Inseli, das mittlerweile der Korporation Sursee gehört, unter die Lupe nehmen, entdecken sie andere menschliche Tätigkeiten wie beispielsweise Grillieren oder Trinken. Kohlereste und Aludosen gibts zu bestaunen. Bewohnt ist das Gamma-Inseli von Vögeln, die hier in grosser Anzahl nächtigen oder die Insel als Winterquartier nutzen. Diese Zeitung hat 2017 berichtet, dass ein Rabenhotel besteht. «Graugänse und Kormorane nutzen das Gamma-Inseli im Winter», weiss Kurt Schäfer, der sich um den Bootsverleih der Korporation kümmert. Er sagt zu den vielen Nutzern: «Viele denken an sich und nicht an den See oder die Insel.»

«Das Inseli hat etwas Mythisches»
Der langjährige Vermieter von Booten berichtet, dass Kinder auf dem Inseli Schätze suchen wollen und meist 
Federn finden. «Das Inseli hat etwas Mythisches und das soll auch so sein. Schon immer war das Gamma-Inseli Anziehungspunkt und das soll es auch bleiben.» Bei einem Rundgang auf dem Inseli zeigt Kurt Schäfer auf eine Baumkrone. «Dort oben haben Jugendliche ein Brett montiert, von dem sie in den Sempachersee springen.»
Gegen diese menschlichte Tätigkeit hat er an und für sich nichts, die Haftung bei Unfällen sei jedoch das Problem. Deshalb hat die Korporation eine Tafel beim Steg angebracht, wo sie auf das Sorge tragen zur Natur und die Gefährlichkeit eines Sprungs in den See hinweist.


«Wir reden von Einzelfällen»
Kurt Schäfer nimmts jedoch gelassen: «Abfälle und Sprünge ins Wasser nehmen nicht Überhand. Wir reden von Einzelfällen.» Den gesammelten Abfall vom Augenschein am Samstag wertet er als gering, hat er doch in einem kleinen Säcklein Platz. Ihm sei es wichtig, gute Bedingungen zu schaffen. Auf dem Gamma-Inseli könne er die Leute aber nicht beobachten.
1960 hat die Korporation Sursee das Ufer des Gamma-Inseli mit Steinen befestigt, um zu verhindern, dass Wasser die Insel unterspült. An diese Renovation erinnert auf dem Inseli eine Tafel. Der Bootssteg stammt auch aus diesem Jahr.
«Etwas dschungelartig», beschreibt Kurt Schäfer die Umgebung auf dem Inseli. Viele hohe Bäume mit tief hängenden Ästen, Jungholz und Gehölz erinnern an Robinson Crusoe und verhindern grosse freie Plätze. Zwei, drei schmale Weglein weisen darauf hin, dass sich Menschen auf dem Gamma-Inseli bewegen. Eine Sitzgelegenheit fehlt, ein Abfalleimer auch. Er könne nicht jeden Tag den Unrat auf dem Inseli entsorgen, sagt Schäfer dazu. Hinterlassenschaften von Vögeln sind auf dem Steg zu sehen. «Im Winter ist das Inseli weiss davon», berichtet Schäfer.

Das Nachtfahrverbot gilt  
Viele Boote mit Anglern oder Erholungssuchenden kreisen an schönen Tagen um das Gamma-Inseli. Da die Boote der Korporation kein Licht haben, darf sie Kurt Schäfer in der Nacht nicht draussen haben. Seit er die Boote abschliesst, fahren auch viel weniger Personen in der Nacht auf das Gamma-Inseli.