«2020 wären wir gerne wieder in der 1. Liga»

10.10.2018, ma
Daniel Willimann, der Präsident des FC Sursee, spricht über den abrupten Trainerwechsel und darüber, in welcher Liga sich die 1. Mannschaft langfristig heimisch fühlen soll.

Kaderspieler Pascal Bader übernimmt das Traineramt beim FC Sursee. Wie kam es dazu?
Wir wollten punkto Trainerbesetzung keinen Schnellschuss machen. Deshalb übernimmt Pascal Bader das Team interimistisch, zumindest bis Ende Jahr. Es kann eine Möglichkeit sein, ihm das Amt dauerhaft zu übertragen, das wird die Zukunft weisen. Andernfalls hat Sportchef Erich Möstl in den kommenden Wochen und
Monaten genügend Zeit, einen adäquaten Nachfolger zu finden.

Wieso liess der FC Sursee Ex-Trainer André Grüter mitten in der Saison nach Schötz ziehen?
Wir wussten, dass der Trainerposten beim FC Schötz ganz oben auf der Wunschliste von André Grüter stand. Deshalb wollten wir ihm auch keine Steine in den Weg legen. Dass er lieber ein 1.-Liga-Team trainiert, kann man einem ambitionierten Trainer wie André Grüter auch nicht verübeln.
Entgegen der verbreiteten Meinung haben wir übrigens kein Konkurrenzdenken mit Schötz. Im Gegenteil, wir haben ein sehr gutes Verhältnis mit dem Verein.

Wie hat dem Präsidenten des FC Sursee die Saison bis dato gemundet?
Mit diesem Kader besteht der Anspruch, um den 1. Platz in der 2. Liga inter mitzuspielen. Niederlagen wie die gegen die Kickers Luzern dürfen eigentlich nicht passieren. Die Saison hatte aber auch bereits Höhepunkte, wie etwa der 6:1-Triumph am Wochenende gegen Navazzano.

In besagtem Spiel hat Bojan Malbasic vier Mal getroffen. Dem Vernehmen nach stehen er und Torgarant Elvis Bratanovic im Winter vor dem Absprung ...
Gute Spieler wecken immer Begehrlichkeiten. Das ist nicht neu. Dass sie vor dem ‘Absprung’ sind, ist mir jedoch neu.
Genügt es den Ansprüchen des FC Sursee, in der 2. Liga inter zu spielen, oder will der Verein unbedingt wieder in die 1. Liga?
Den finanziellen Aspekt lassen wir bei diesen Überlegungen nicht ausser Acht. Für die 1. Liga fehlt die finanzielle Power. Mit dem aktuellen Budget sollte es möglich sein, in der
2. Liga inter vorne mitzumischen.
2020 feiert der FC Sursee 100 Jahre. Im Jubiläumsjahr wären wir gerne wieder in der 1. Liga, das ist unser grosses Ziel.

Rein finanziell lohnt sich ein Aufstieg ohnehin nicht ...
Amateurfussball lohnt sich nie (lacht). Die Schiedsrichterkosten sind in der
1. Liga höher, dafür müssen wir in der 2. Liga inter mehrmals ins Tessin fahren, was auch Kosten verursacht. Sponsorenbeiträge sind in der 1. Liga höher, Aufwendungen fürs Kader aber auch. Alles in allem halten sich die
finanziellen Vor- und Nachteile der beiden Ligen wohl die Waage.

Seit einem Jahr ist die Kunstrasenanlage im Gebiet St. Martin in Betrieb. Wie zufrieden sind Sie damit?  
Da muss ich der Stadt Sursee für ihr Engagement ein Kränzchen winden. Der Kunstrasen ist etwas Sensationelles. Dank ihm können wir die hohen Trainingspensen der vielen Mannschaften überhaupt bewerkstelligen – gerade in den Wintermonaten, wenn es auf den Trainingsplätzen der grossen und kleinen Allmend kein Flutlicht gibt.

2016 übernahmen sie das Präsidium für ein Jahr. Zwei Jahre später sind sie immer noch im Amt. Sucht der FC Sursee noch aktiv einen neuen Präsidenten?
Für mich ist die langfristige Suche ganz klar ein Thema. Viele scheuen aber heutzutage den hohen Aufwand, den diese Fronarbeit mit sich bringt.
Wir haben uns entschieden, den Vorstand bis 2020 so durchzubringen – bis zur 100-Jahr-Feier des FC Sursee, wo wir ein grosses Fest für die ganze Bevölkerung auf die Beine stellen wollen. Wir haben tolle Typen in einem tollen Vorstand. Mir gefällt es, so wie es ist. Für nachher finden wir eine Lösung.