Post Geuensee zieht im März 2019 in den Volg

21.09.2018, Fabian Zumbühl
Die Post führt nach Schenkon im nächsten Jahr nun auch in den Gemeinden Geuensee und Oberkirch das Modell mit einer bedienten Agentur ein.

«Der Alltag verändert sich – und die Post? Wir laden Sie zum Dialoganlass zur Post ein», hiess es auf gelben Flugblättern, die in den vergangenen Wochen in die Haushaltungen der Gemeinden Geuensee und Oberkirch verteilt worden waren.
Dass die Post sich auch in dieser Region verändert, ist unschwer zu erkennen. Vergangenen Mai fand ein Dialoganlass in Schenkon statt, wo die Dienstleistungen der Post seit dem 10. September neu in der Coop-Verkaufsstelle erhältlich sind (diese Zeitung berichtete). Und am vergangenen Montag und Dienstag lud die Post nun zu zwei weiteren Dialoganlässen in Oberkirch und Geuensee ein.

Zahlen in Geuensee rückläufig
In der Gemeinde Geuensee folgten lediglich 22 Personen der Einladung des gelben Riesen. Die meisten der am Dienstagabend im Gemeindesaal Kornmatte aufgestellten Stühle blieben leer. Als Vertreter der Post führten Bernhard Büchler, Leiter Region Mittelland, und Urs Krattiger, Spezialist Netzentwicklung, durch den Dialoganlass. Während gut einer Stunde zeigten sie den Anwesenden auf, welchen Herausforderungen sich die Post im Alltag grundsätzlich zu stellen hat und welche Lösungen in Geuensee vorgesehen ist. Der ernüchternde Blick auf die Zahlen und Fakten zur Poststelle Geuensee zeigte, dass auch in der Surentaler Gemeinde die Aufgabemengen vergleichsweise tief und in den vergangenen Jahren vor allem bei den Briefen und Paketen stark rückläufig sind.

Post-Agentur im Volg-Laden
Da die Poststelle stark defizitär sei, habe man eine neue Lösung suchen müssen, sagte Krattiger. Und diese präsentiere sich in Form einer Filiale mit Partner, wie sie bereits diesen Herbst in Schenkon umgesetzt wurde. So sei vorgesehen, ab 18. März 2019 eine Filiale mit Partner in der Volg-Filiale im Zentrum Chäppelimatt zu eröffnen. Bei den Dienstleistungen würde sich vor allem für Privatkunden wenig ändern. Bareinzahlungen seien bei diesem Modell zwar nicht mehr möglich, dafür könne man den Zahlungsverkehr beispielsweise mit der PostFinance- oder Maestro-Karte oder auf Voranmeldung per Hausservice abwickeln. Zudem profitierten die Kunden unter anderem von mehr als doppelt so langen Öffnungszeiten, wie Krattiger erklärte. Das Angebot an Postfächern werde überprüft und nur noch für Kunden mit mindestens drei adressierten Sendungen pro Tag zur Verfügung stehen. Wie die Vertreter der Post zudem informierten, werde das Personal der Poststelle Geuensee an anderen Standorten weiterbeschäftigt.
Im Anschluss an die Informationen der Postvertreter stellten die Anwesenden vor allem Fragen zu den Einschränkungen bei den Bareinzahlungen. Aber auch Veränderungen bei den Massensendungen für Vereine wurden diskutiert. «Für mich war der Anlass informativ. Meine Fragen wurden beantwor-
tet», sagte etwa Norbert Thörisch, der seit vielen Jahren als Leiter der Jugi Geu­ensee tätig ist. Ein anderer Einwohner meinte, er könne mit der neuen Lösung gut leben: «Die Entscheidung der Post ist nachvollziehbar. Ich werde meine Einzahlungen jedoch künftig über die Bank tätigen.»

Oberkirch: Neu in der Bäckerei
In Oberkirch, wo eine bediente Postagentur ab Sommer 2019 in der Bäckerei «Suter’s Frederic» eröffnet werden soll, präsentierte sich die Situation ähnlich. Dort nahmen am Montagabend über 40 Personen am Dialoganlass teil. «Die Änderungen beim Zahlungsverkehr beschäftigen die Leute. Grundsätzlich wurde das neue Modell aber positiv aufgenommen», erklärt Ernst Roth, Gemeindepräsident von Oberkirch auf Anfrage. Der Gemeinderat begrüsse, dass die Agentur mit Bedienung umgesetzt werde. «Mit dieser Lösung können wir gut leben. Die meisten Dienstleistungen werden immer noch angeboten, und der Standort bleibt fast der gleiche. Zudem können Bäckerei und Post so zusammen Synergien nutzen.»
Eine der ersten Postagenturen in der Region entstand vor fast zehn Jahren in  «Ruch’s Chäsi-Lade» in St. Erhard. «Am Anfang war es für die Kunden schon etwas speziell. Aber heute ist es für sie zur Normalität geworden. Bis auf die fehlende Möglichkeit der Bareinzahlung sind die Kunden zufrieden», sagt dessen Inhaber Robert Ruch