Die Zukunft gehört der «geteilten Mobilität»

28.11.2018, fz
Das junge Surseer Unternehmen «Share Mobility AG» vermietet Elektroautos und betreibt gleichzeitig öffentliche Ladestationen. In der Region Sursee sind bereits über zehn Standorte aktiv, zahlreiche weitere sind in Planung.

In Zeiten von Treibhausgasen, Parkplatzmangel und Staus sind neue Mobilitätskonzepte gefragt. Einen neuartigen Lösungsansatz bietet die Auto Birrer AG in Sursee mit ihrem neu gegründeten Unternehmen «Share Mobility AG» an: Unter dem Slogan «Teilen ist das neue Haben» können in der Region Sursee mit «Share Mobility» seit diesem Jahr Elektroautos schnell und einfach über eine kostenlose Smartphone-App gemietet werden.
Speziell am Konzept von «Share Mobility» ist das Angebot einer Gesamtlösung: Das Unternehmen vermietet und unterhält nicht nur die Elektrofahrzeuge, sondern es betreibt auch gleich selbst die Ladestationen.

Mobilität in Quartieren fördern
In der Region konnten in diesem Jahr bereits über zehn «Share-Mobility»-Standorte realisiert werden, so in den Gemeinden Sursee (3), Oberkirch (2), Schenkon (3), Grosswangen (2), Kaltbach (1) und Kottwil (1). An der Informationsveranstaltung der «Share Mobility AG» vom vergangenen Dienstag bei der Gemeindekanzlei in Schenkon stellten die Vertreter der Gemeinden Oberkirch, Sursee und Schenkon ihre Gemeinde und das Projekt vor.
Patrick Ineichen, Gemeindepräsident von Schenkon, hob das Potenzial des neuen Mobilitätskonzepts beim Bau von neuen Wohnsiedlungen hervor. Als Beispiel nannte er das Projekt «Burg», welches im Sinne einer 2000-Watt-Gesellschaft ab 2023 in Schenkon realisiert werden soll. «Bei einem solchen Leuchtturmprojekt genügt es nicht, nur bauchtechnische Vorgaben einzuhalten. Auch konkrete Lösungen hinsichtlich der Mobilität müssen angeboten werden können.» Ins gleiche Horn blies ein anwesender Architekt aus der Region. Er habe das «Share-Mobility»-Angebot in seine Dokumention aufgenommen und sei damit auf grosse Resonanz gestossen. «Mobilität wird zu einem immer bedeutenderen Bestandteil der Bauplanung, weshalb wir mit unserem Angebot auch gezielt in die Quartiere gehen», erklärte Andreas Birrer.

Weitere Gemeinden bekunden Interesse
Der Informationsveranstaltung wohnten auch Vertreter der Gemeinden Knutwil und Geuensee bei. Das Interesse sei klar vorhanden, sagte etwa die Gemeindepräsidentin von Knutwil, Priska Galliker: «Auch in unserer Gemeinde ist die Integrationen eines solchen Mobilitätskonzepts gerade bei grösseren Bauvorhaben denkbar.» Und Paul Gerig, Gemeindepräsident von Geuensee, meinte, es sei Zeit, um auf den Zug aufzuspringen: «Es ist uns ein grosses Anliegen, sinnvolle Lösungen zu finden und umzusetzen. Der  Gemeinderat wird sich demnächst gründlich damit auseinandersetzen.»
Letzte Meile anpacken
Wie Andreas Birrer durchblicken liess, seien nicht nur zahlreiche weitere Standorte in und ausserhalb der Region in Planung, auch wolle man die sogenannte letzte Meile zusammen mit der SBB anpacken. Derzeit sei man daran, hierfür die nötigen Kontakte aufzubauen. «Beim Kauf eines Tickets wäre dann die letzte Meile in Form eines gemieteten Elektroautos gleich inbegriffen. Wir arbeiten daran, ein solches Pilotprojekt in der Region Sursee umzusetzen.»