Diese Themen bewegen 2019 die Region

27.12.2018, sti/dz/ma/moc
Tempo 30 auf der Luzernstrasse, der Standort des Kantonsspitals Sursee, Dynamo Sempachersee, Ortsplanungsrevision und zahlreiche Jubiläen: 2019 wird es in der Region nicht langweilig. Die Redaktion hat die wichtigsten Themen, die im kommenden Jahr bewegen, zusammengetragen.

Der Sempachersee wird zum grossen Erlebnis

Vier Tage lang verwandelt sich die Region um den Sempachersee in eine Festhütte. Die Veranstaltung verspricht Spiel und Spass, Gewerbe und Genuss. 

Vom Donnerstag, 5., bis Sonntag, 8. September lockt Dynamo Sempachersee Tausende in die Region. Dieses Festival unter dem Dachthema «Bewegen. Entdecken. Geniessen.» soll Geschichte schreiben und beste Werbung für die Schönheiten der Landschaft machen. Das OK unter dem Vorsitz von Nationalrat Albert Vitali präsentiert rund um den See zehn verschiedene «Perlen», wo Spiel und Spass die Besucher erfreuen. Neben fünf Seegemeinden bieten der Campus Sursee, das Luzerner Kantonsspital Sursee, die Vogelwarte Sempach und Jardin Suisse, der Berufsverband der Gärtner, in Neuenkirch, Attraktionen. Mit Büron Open hat gar ein Gewerbeverband bei Dynamo Sempachersee einen Auftritt, der nicht unmittelbar an den See grenzt. Die Surwa sowie die Erlebnismesse in Sempach bilden die Klammern der zehn Perlen. Das «Spiel ohne Grenzen» bewegt die vielen Besucher.

Entstanden ist die Idee auf Initiative des Gewerbevereins Oberer Sempachersee, mit dem Ziel eine überregionale Gewerbeausstellung in der Region Sempachersee zu lancieren. Das OK rechnet mit bis zu 40’000 Besuchern und will nach dem Ende prüfen, ob Dynamo Sempachersee einmalig war oder eine zweite Auflage erleben soll.

 

Steht das Kantonsspital künftig in Schenkon?

Auf 25’000 Quadratmetern soll ein 250-Millionen-Franken-Spital zu stehen kommen. Frühster Baustart ist 2026. Noch unklar ist der genaue Standort.

Im Luzerner Kantonsspital Sursee ist es eng geworden. Durch das Wachstum der Region ist die Zahl der stationären und ambulanten Patienten stark gestiegen. Schon heute besteht zusätzlicher Platzbedarf, ambulante Bereiche wie Nephrologie, medizinische Onkologie sowie das Venen- und Wundzentrum  sind bereits ausgelagert. Weil die ohnehin sanierungsbedürftige Spitalinfrastruktur an ihre Kapazitätsgrenzen stösst, hat der Spitalrat eine Standortevaluation für einen Neubau in Auftrag gegeben. Von einer Sanierung und Erweiterung des bestehenden Spitals sah der Spitalrat ab, weil der heutige Bau den Anforderungen an die Patientenlogistik nicht mehr gerecht werde und eine Sanierung aufgrund der komplexen Haustechnik nicht günstiger sei. In die Endausmarchung kamen Ende 2017 drei Standorte: Spitalstrasse (Sursee, bisher), Sandgruebe (Sursee) und Schwyzermatt (Schenkon).

Frühster Baustart für den 250-Millionen-Franken-Bau ist 2026. Den Platzbedarf für den Spitalkomplex beziffert der Spitalrat mit 25’000 Quadratmetern und 15’000 Quadratmetern Reservefläche für künftige Spitalgenerationen. Vom Neubau sind auch das Pflegeheim Seeblick sowie die angrenzende Spitalkapelle betroffen. Beide müssen weichen, auch wenn das Spital am bestehenden Standort neu gebaut wird. Zuerst für Ende 2018 geplant, dürfte der Standortentscheid wohl frühestens im Frühling 2019 fallen.

 

Wird Tempo 30 auf der Luzernstrasse Realität?

Seit Langem fordern Anwohner der Luzernstrasse die Einführung von Tempo 30. Bisher stiessen sie auf taube Ohren – dies könnte sich im neuen Jahr  ändern.

Rückblende: Im März 2018 legte die Stadt Sursee ein Lärmsanierungsprojekt öffentlich auf. Aus der Lärmstudie ging hervor, dass der gesetzliche Lärmgrenzwert aktuell bei 51 Gebäuden auf Gemeindeboden überschritten wird. Besonders stark betroffen von Lärmimmissionen ist der Abschnitt Münsterstrasse–Münsterplatz–Luzernstrasse bis zur Gemeindegrenze. Weil er verschiedene Lärmschutzmassnahmen als unverhältnismässig beurteilte und kantonale Dienststellen Tempo 30 auf Kantonsstrassen nicht bewilligten, ersuchte der Stadtrat den Kanton um eine erleichterte Lärmsanierungspflicht. Dies stiess Anwohnern der Luzernstrasse sauer auf: Sie reichten eine Petition mit rund 60 Unterschriften ein und forderten den Stadtrat auf, unverzüglich Lärmschutzmassnahmen, darunter auch Tempo 30, zu verwirklichen. Die Stadt versprach, bei der Prüfung von Tempo 30 Hand zu bieten, allerdings nicht isoliert auf dem Gemeindegebiet von Sursee, sondern nur in Absprache mit Oberkirch.

Im Dezember teilte der Kanton mit, er werde seine Praxis bei der Bewilligung von Temporeduktionen auf Kantonsstrassenabschnitten anpassen und Forderungen von Gemeinden nach Tempo 30 im Einzelfall prüfen. Seit Anfang Dezember ist ein entsprechendes Gesuch der Gemeinden Sursee und Oberkirch beim Kanton hängig.

 

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Am Sonntag, 31. März, wählt das Luzerner Volk den Regierungsrat und den Kantonsrat bis 2022. Im Herbst folgen die Ständerats- und die Nationalratswahlen schweizweit. 

Die Ausgangslage für die Kantonsratswahlen aus regionaler Sicht ist formidabel. Weil die Bevölkerung im Wahlkreis Sursee überdurchschnittlich wächst, gibt es neu 22 Sitze zu verteilen. Natürlich blicken alle Parteien hoffnungsvoll dem 31. März entgegen und wollen den zusätzlichen Sitz mit allen Mitteln gewinnen. Die Sitzverteilung präsentiert sich seit den vergangenen Wahlen 2015 für die 21 bisherigen Sitze so: CVP: 8, FDP:5, SVP: 5, SP: 1, Grüne: 1, GLP: 1. Acht der 21 Sitze halten bisher Frauen. 

Derzeit kandidiert keine einzige Person aus dem Wahlkreis Sursee für den am gleichen Tag neu gewählten Regierungsrat. Das wird wohl so bleiben. Letztmals sass mit Mar-grit Fischer aus Sursee 2003 eine Vertreterin aus der Region Sursee/Sempachersee in der Regierung.

Am 20. Oktober bestellen die Schweizer Stimmberechtigten den National- und Ständerat neu. Im Kanton Luzern ist die Lage brenzlig, da er noch neun statt wie bisher zehn Sitze in der grossen Kammer hat. Wer diesen Sitz verliert, ist eine der spannenden Fragen und hängt auch von der Taktik der bisherigen Mitglieder ab. Franz Grüter, Leo Müller und Albert Vitali, die drei Nationalräte aus der Region, haben gute Chancen auf eine Wiederwahl. Alle drei kandidieren wieder, wobei Grüter noch nicht bekannt gegeben hat, ob er in den Ständerat will.

Da Konrad Graber nicht mehr antritt, wird ein Sitz im Stöckli frei. Yvonne Hunkeler aus Grosswangen konnte sich parteiintern gegen Leo Müller durchsetzen und könnte als erst dritte Frau aus dem Kanton Luzern in den Ständerat ziehen. Die Nomination der CVP Kanton Luzern steht am 29. Januar in Sursee an.

 

Lange Abende stehen bevor

Mitte März 2019 können Sursees Stimmberechtigte über die revidierte Ortsplanung befinden. Sie müssen sich auf zwei lange Versammlungsabende einstellen, denn rund 70 Einsprachen sind noch unerledigt.

2019 werden sieben Jahre ins Land gezogen sein, seit in Sursee das Räumliche Entwicklungskonzept den Startschuss zur Ortsplanungsrevision markierte. Die Surenstadt war die erste grössere Gemeinde im Kanton, welche die Herkulesaufgabe anpackte, ihre Ortsplanungsrevision mit dem 2013 vom Volk angenommenen neuen eidgenössischen Raumplanungsgesetz in Einklang zu bringen, dessen Kernthemen die Verdichtung nach innen und der Mehrwertausgleich sind.

Während der Souverän das Reglement über den Mehrwertausgleich bei Auf- und Umzonungen an der Gemeindeversammlung vom 10. Dezember absegnete, sind die Abende des 18. und 19. März für die Behandlung des neuen Zonenplans und der revidierten Bau- und Zonenordnung sowie der nicht erledigten Einsprachen reserviert. Gemäss Bauvorsteher Bruno Bucher konnte von den insgesamt 141 Einsprachen, die nach der ersten und zweiten Auflage eingingen, rund die Hälfte erledigt werden. Es stehen also immer noch gut 70 Begehren zur Beschlussfassung an.

Damit die zur Verfügung stehende Zeit nicht strapaziert wird und wenigstens über die rechtlichen und verfahrenstechnischen Fragen Klarheit geschaffen wird, findet einen Monat vorher, am 18. Februar 2019, im Rathaus eine Orientierungsveranstaltung statt. 

 

Die «Bösen» haben 2019 ihren grossen Auftritt

Mit dem «Eidgenössischen» in Zug und dem 100-Jahr-Jubiläum des SK Surental haben die Mannen im Sägemehl 2019 doppelt Grund zur Freude.

Der Schwingklub Surental wurde 1919 gegründet. Das Klubgebiet umfasst 21 Gemeinden und erstreckt sich durch das Michelsamt und das Surental. Der traditionelle Frühjahrsschwinget in Sursee am Samstag, 13. April, markiert den Startschuss für die 100-Jahr-Feier-
lichkeiten. Der zweite sportliche Leckerbissen ist der Surentaler Nachwuchsschwinget am 18. August in Triengen. Der Höhepunkt des Jubiläumsjahrs des Schwingklubs Surental ist eine Gala Mitte Dezember 2019. 

Der SK Surental hat gemäss Homepage 140 Klubmitglieder, davon 55 Aktiv- und über 30 Nachwuchsschwinger, 37 Ehrenmitglieder, 35 Freimitglieder und 8 Verdienstmitglieder. Rund 600 Passivmitglieder unterstützen den Verein jährlich finanziell und ideell.

Fett markiert haben die Schwingfreunde des Landes das Wochenende vom 23. bis 25. August. Dann findet in Zug das eidgenössische Schwing- und Älplerfest statt. 56’000 Zuschauer fasst die Arena, 300’000 Besucher erwartet das OK. 5000 «Chrampfer», sprich freiwillige Helfer, braucht das Fest. 274 Schwinger werden um die Kränze kämpfen, 85 davon aus dem Innerschweizer Schwingerverband. Die Surentaler hoffen, an diesem Anlass zahlreich vertreten zu sein. 2016 in Estavayer waren René Suppiger (mit Kranzgewinn) und Roman Fellmann (bestritt alle acht Gänge) dabei.

 

Wer wird Nachfolger von Charly Freitag?

Ende Juni 2019 tritt Charly Freitag als Präsident des Regionalen Entwicklungsträgers Sursee-Mittelland ab. 

Die Wahl der Nachfolgerin oder des Nachfolgers findet an der DV vom 25. Juni 2019 statt. Wer neue Miss Region oder Mister Region werden will, muss einige Kriterien erfüllen. Gemeinderat und Kantonsrat sind Pflicht. Wer die Liste der 21 Kantonsräte aus dem Wahlkreis anschaut, entdeckt vier Gemeinderäte: Rolf Bossart (SVP, Schenkon), Priska Galliker (CVP, Knutwil), Armin Hartmann (SVP, Schlierbach) und Jim Wolanin (FDP, Neuenkirch). Vielleicht bringen die Wahlen in den Kantonsrat vom 31. März noch andere Personen in eine gute Position. Dem neuen Präsidenten oder der neuen Präsidentin steht überdies ein erfahrener Geschäftsführer zur Seite. 2019 kann Beat Lichtsteiner auf eine zehnjährige Erfahrung in dieser Funktion zurückblicken.

 

Ein Dutzend Jubiläen

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Das gilt 2019 auch für die zahlreichen Vereine und Institutionen, die auf ihr Jubiläum das Glas erheben dürfen.

200 Jahre Mauensee

200 Jahre Feldschützengesellschaft Sursee

175 Jahre Schlierbach 

150 Jahre Gemeindeschreiberverband neu: Gemeinde- und Geschäftsführerverband

100 Jahre Schwingklub Surental

50 Jahre Guggsurruugger

50 Jahre AZ St. Martin (am 12. Dezember)

50 Jahre FC Nottwil

40 Jahre Somehuus

30 Jahre QV Neufeld

20 Jahre Städtlibeach

15 Jahre EHC Sursee

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Feiert auch Ihr Verein 2019 ein Jubiläum? Dann lassen Sie uns dies doch wissen per E-Mail an redaktion@surseerwoche.ch.