Schule Schenkon für Konzept altersgemischtes Lernen ausgezeichnet

16.03.2019, PD
Zum neunten Mal wurden im Kanton Luzern Anerkennungspreise zur Förderung von innovativen und fortschrittlichen Volksschulen verliehen. Zu den Gewinnern zählt auch die Schule Schenkon, die für besondere nachhaltige Leistungen in der Schul- und Unterrichtsentwicklung ausgezeichnet wurde.

Dass zwei oder mehr Jahrgänge im gleichen Klassenzimmer unterrichtet werden, ist heute keine Seltenheit mehr. In vielen Fällen haben diese Mischklassen einen organisatorischen oder finanziellen Hintergrund. Nicht so in Schenkon. Schulleiter Andreas Dürig: «Wir stellten uns die Frage, mit welcher Unterrichtsstruktur wir unsere Lernenden am besten auf die Zukunft – sprich weiterführende Schulen oder Berufslehre – vorbereiten können.» Auch in Anbetracht der Tatsache, dass die überfachlichen Kompetenzen zunehmend an Bedeutung gewinnen. So entschied sich die Schule Schenkon im Frühjahr 2012 für das altersgemischte Lernen, basierend auf den Erkenntnissen und der Theorie des kürzlich verstorbenen Nidwaldner Pädagogen Edwin Achermann.

Kein striktes Fächerdenken

Während sechs Jahren wurde in unzähligen Arbeitsstunden Schritt für Schritt ein auf die eigene Schule abgestimmtes Unterrichtskonzept erarbeitet. Seither sitzen in Schenkon die Erst- und Zweitklässler im gleichen Schulzimmer, ebenso die Dritt- und Viertklässler sowie die Fünft- und Sechstklässler. Ein wichtiger Unterschied zum alten System ist aber, dass man sich vom herkömmlichen Fächerdenken entfernt. Es wird also nicht mehr einfach isoliert Mathematik, Deutsch oder Natur, Mensch, Gesellschaft unterrichtet. Ein Beispiel gefällig? Als sich die Dritt- und Viertklässler dem Thema «Weiher» widmeten, nahmen sie die Entwicklung von der Kaulquappe zum Frosch unter die Lupe, lernten die Hohlmasse kennen, bearbeiteten Texte, bastelten und übten ein passendes Lied.

Nicht mehr wegzudenken

Gefördert wird in diesem Konzept immer auch das eigenverantwortliche Lernen. Die Kinder sollen also möglichst selbstständig arbeiten, während die Lehrpersonen eine begleitende respektive coachende Rolle übernehmen. Zudem wird viel Wert auf Feedbacks und Lernreflexionen gelegt. Das altersgemischte Lernen ist in Schenkon mittlerweile institutionalisiert und aus dem Schulalltag kaum noch wegzudenken. Das zeigte auch die externe Evaluation vom Dezember 2017, die eine hohe Zustimmung seitens der Eltern und der Lehrpersonen ergab. Bei den Kindern komme altersgemischtes Lernen ohnehin gut an. «Die älteren Kinder sind stolz, wenn sie den jüngeren etwas erklären können, und festigen gleichzeitig ihr Wissen», sagt Andreas Dürig. «Und im nächsten Jahr schlüpfen ja dann die jüngeren Kinder in diese Rolle.»

Kommentar der Jury

«Die Schule Schenkon steht für eine Pionierschule im Bereich des altersgemischten Lernens. Mit nachhaltiger und innovativer Schulentwicklung hat die Schule ein umfassendes Grundkonzept umgesetzt. Die Planung erfolgte langfristig und wurde laufend angepasst und weiterentwickelt. Die konsequente und nachhaltige Umsetzung des altersgemischten Lernens hat Vorbildcharakter für andere Schulen. Äusserst bemerkenswert ist das grosse, dauerhafte Engagement der Lehrpersonen. Im Rahmen des mehrjährigen Entwicklungsprozesses ist die Schule drangeblieben, setzte immer wieder neue Ziele und verfolgte diese konsequent und mit viel Eigenleistung.»