Weniger Postfächer, längere Öffnungszeiten

30.08.2018
In der neuen Agentur der Post im Coop Schenkon sind keine Bareinzahlungen mehr möglich, und auch das Angebot an Postfächern wird massiv reduziert. Verlängert werden hingegen die Öffnungszeiten. Das Personal in der aktuellen Poststelle wird weiterbeschäftigt.

Die Gewohnheiten der Bevölkerung haben sich in den vergangenen Jahren aufgrund der zunehmenden Digitalisierung massiv verändert. Die Nutzung von Poststellen durch Private ist in der ganzen Schweiz gesunken, was die Post zwingt, neue Lösungen zu suchen.
In Schenkon wird deshalb die aktuelle Poststelle an der Münsterstrasse 1d per 7. September geschlossen und fortan auf das Agentur-Modell gesetzt: Ab Montag, 10. September, betreibt die Post in der Coop-Verkaufsstelle im Zellfeld eine Filiale mit Partner. Dies hat auch Auswirkungen auf das künftige Dienstleistungsangebot des gelben Riesen in Schenkon.

Bareinzahlungen neu am Domizil
So werden in der neuen Postagentur im Coop keine Bareinzahlungen mehr möglich sein. Dafür können Kundinnen und Kunden der Post bei ihnen zuhause mit einem Schild signalisieren, dass sie Einzahlungen tätigen möchten. Dies geschehe nach einer einmaligen Anmeldung via Kundendienst der Post oder in einer Filiale, wie Markus Flückiger von der Kommunikation Postnetz Mitte erklärt: «Das Zustellpersonal klingelt dann an der Haustüre, nimmt die Zahlungsbelege und das Geld entgegen und quittiert den Empfang. Am darauffolgenden Tag bringt das Zustellpersonal die gestempelten Quittungen und allfälliges Rückgeld vorbei.»
Bargeldlose Einzahlungen hingegen könnten die Kunden direkt in der Filiale mit Partner erledigen. Und dies auch weiterhin mit dem «gelben Büchlein»: «Einzahlungen in Schweizer Franken können mit der PostFinance Card sowie mit Maestro oder V Pay-Karten der Banken getätigt werden.»

Von 55 auf 18 Postfächer reduziert
Änderungen gibt es auch beim Postfachangebot: Waren bei der Schenkoner Poststelle bis anhin 55 Postfächer in Betrieb, werden bei der partnerbetriebenen Filiale künftig noch deren 18 angeboten. Diese können von (Geschäfts-)Kunden genutzt werden, die pro Tag drei oder mehr adressierte Sendungen erhalten. Und Vereine ohne feste Domiziladresse könnten die Dienstleistung «Vereinsadresse» in Anspruch nehmen, bei welcher eine virtuelle Vereinsadresse erstellt wird, sagt Flückiger. Die Vereinspost werde dann für 20 Franken pro Jahr an die Privat- oder Firmenadresse eines Vereinsmitglieds weitergeleitet. Am Zustellangebot und am Standort würden sich jedoch keine Änderungen ergeben: «Avisierte Sendungen können in der Filiale mit Partner in der Coop-Verkaufsstelle abgeholt werden.» Auch habe die Post den Geschäftskunden verschiedene Aufgabemöglichkeiten aufgezeigt: «Geschäftskunden und Vereine können an unserem neuen Standort versandbereit hergerichtete Massensendungen und PromoPost-
Sendungen aufgeben.»
66 Stunden pro Woche geöffnet
Da sich die Öffnungszeiten der Agentur nach denjenigen der Coop-Verkaufsstelle richten, profitieren Postkunden entsprechend auch von längeren Öffnungszeiten bei der Agentur. Von heute 27 Stunden werden diese auf 66 Stunden erhöht, was gerade die Abholung von Sendungen wie Pakten und Einschreibebriefen erleichtert.
Wie Flückiger zudem erklärt, werde das Personal der Poststelle Schenkon in der Region weiterbeschäftigt. Das Postangebot in der partnerbetriebenen Filiale wird durch Mitarbeitende der Coop-Verkaufsstelle betreut.

Späte Bestückung der Postfächer
Thomas Meier, Präsident des Vereins Gewerbe Schenkon, begrüsst das Agenturmodell. Die längeren Öffnungszeiten seien ein klarer Vorteil. Dass die Zahl der zur Verfügung stehenden Postfächer massiv zurückgeht, findet er nicht tragisch: «Wenn die Postfächer erst um neun oder gar zehn Uhr morgens bestückt werden, bringen sie nicht mehr viel», relativiert Meier.