Buch lässt «inoffizielle Vierherren» hochleben

09.04.2019, DZ
Genau 20 Jahre nach dem Spatenstich der Eishalle Sursee präsentierte Werner Hess am Sonntag ein von ihm initiiertes Fotobuch. Der Fotograf Franz Birrer präsentiert darin einen umfassenden Bilderbogen zu den Aktivitäten in der jubilierenden Sportstätte.

Es war eine illustre Runde, die sich am vergangenen Sonntag – auf den Tag genau 20 Jahre nach dem Spatenstich der Eishalle Sursee – in deren VIP-Raum einfand, um das runde Jubiläum und mit einem Fotobuch ein ganz spezielles Geburtstagsgeschenk zu feiern. Im Mittelpunkt standen die vier Initianten der Eishalle, Ruedi Amrein, Gery Meier, Bruno Stocker und Willy Frommenwiler. Sursees Finanzvorsteher Michael Widmer apostrophierte sie treffend als die «inoffizellen Vierherren», bevor er zusammen mit dem Initianten des Fotobuchs, Werner Hess, ein Poster mit dem «Fähnlein der vier Aufrechten» enthüllte. Die letztere Bezeichnung stammt in Anlehnung an Gottfried Kellers «Das Fähnlein der sieben Aufrechten» vom ehemaligen Gemeindepräsidenten von Beromünster, Felici Curschellas, der das Vorwort zu eben diesem Fotobuch beisteuerte. Den Grossteil der darin enthaltenen Fotos schoss Franz Birrer in den vergangenen zwei bis drei Jahren.

Sechs Garderoben – ein Luxus

Der eigentliche «Spiritus Rector» der Eishalle, Ruedi Amrein, konnte zu diesem kleinen Festakt nicht nur die Vertretungen von fünf Gemeinden begrüssen, sondern auch jene des Architekturbüros Lehmann + Mäder und der Generalunternehmung Maple Leaf Stadiums AG, die das Werk vor 20 Jahren realisierten. Amrein erinnerte daran, dass in einem Bericht die Eishalle Sursee als «kleine, herzige Eishalle» bezeichnet und besonders deren sechs Garderoben hervorgehoben wurden – wo doch lediglich vier Garderoben üblich seien.

Wie der langjährige Präsident der Genossenschaft Eishalle weiter ausführte, wäre die Realisierung des Sieben-Millionen-Franken-Projekts ohne die Unterstützung der Stadt Sursee, die zum Standort neben dem Stadion Schlottermilch Ja gesagt habe, nicht denkbar gewesen. An der denkwürdigen Gemeindeversammlung vom 14. Dezember 1998 im Nordsaal der Stadthalle stimmten 293 der 550 kurz vor Mitternacht noch anwesenden Stimmberechtigten nach langen und teilweise hitzigen Diskussionen einem städtischen Beitrag von 800'000 Franken an die Baukosten zu. Einige Tage vorher sprach auch der Kanton Luzern einen Investitionsbeitrag von 950'000 Franken.

Eine Momentaufnahme

Ausschlaggebend für diesen Erfolg war gemäss Amrein nicht zuletzt der Umstand, dass die Eishalle dank ihrer Nähe zur Kanti Sursee, deren Turnhallenproblem sie auf einen Schlag löste, zu einer Win-win-Situation geführt habe. Bereits sieben Monate nach dem Spatenstich war die Halle bezugsbereit, und zur offiziellen Eröffnung am 13. November 1999 liess man den EV Zug gegen den EHC Olten zur Begegnung mit Schlittschuhen, Stock und Puck auf der noch jungen Eisfläche antreten. Wie Amrein betonte, hat die Halle nach wie vor eine grosse Bedeutung für den Vereins- und Schulsport, und die Nachfrage nach einem Zeitfenster für die Belegung des Eisfelds sei ungebrochen hoch.

Nach fast 20 Jahren interessierten Mitverfolgens des Geschehens in der Eishalle Sursee sei bei ihm und seiner Frau die Idee gereift, dieses in einem Fotobuch festzuhalten, verriet Werner Hess. Dessen Architekturbüro beziehungsweise sein Partner Guido Akermann hatte seinerzeit die Bauleitung inne. Das Fotobuch, so Hess, sei keine vollständige Dokumentation, sondern eine Momentaufnahme und nicht zuletzt eine Würdigung des grandiosen Einsatzes der vier Initianten. Allen voran Ruedi Amrein, der noch heute die Genossenschaft Eishalle präsidiere und führe – und dies notabene ehrenamtlich im Gegenwert von jährlich mindestens 100'000 Franken. Nicht zuletzt dank dieses uneigennützigen Engagements weise die Eishalle Sursee, dem Vernehmen nach als einzige schweizweit, schwarze Zahlen aus, rühmte Hess.

Meilenstein für die Region

Was Ruedi Amrein, Gery Meier, Bruno Stocker und Willy Frommenwiler mit der Eishalle geschaffen hätten, sei einmalig, nämlich ein Meilenstein in der Geschichte der Region Sursee und ein bleibendes Werk für Jung und Alt, würdigte auch Felici Curschellas die Verdienste des Initiantenquartetts: «Sie haben einander vertraut und zusammen gebaut.» Er habe denn auch die Bitte seines guten Freundes Ruedi Amrein, das Vorwort zum Fotobuch zu verfassen, nicht abschlagen können – und dieses an einem Nationalfeiertag geschrieben, wie er preisgab.