«Du könnsch de Chlausmärt, wenn ...»

03.12.2018, Thomas Stillhart
Diesen Donnerstag ist in Sursee wieder Chlausmärt. Er hat Tradition und ist vieles – vor allem aber adventlich und gemütlich. Der Chlausmärt ist aber auch …

... Soorsi, und Soorsi ist Chlausmärt.
... wenn Marktchef Josef Vonarburg das achte Mal über 200 Standbetreiber ins Städtli holt und sie am 6. Dezember besucht.
... wenn 80 Standbetreiber nicht kommen dürfen, weil der Platz zwischen Martigny-Platz und Oberstadt sowie auf dem Märtplatz begrenzt ist.
... wenn Zwätschge Trumpf ist, die Kehle und das Herz wärmt.
... wenn Auto Wyder vor dem Aufstellen der Marktstände frühmorgens «vergessene» Autos aus dem Städtli räumt.
... wenn Paul Furrer zum gefühlten 50. Mal auf dem Märtplatz seine Traktoren zeigt und Kafi verschenkt.
... wenn Werner Gilli darüber lacht, denn der Schuhkönig aus Geuensee ist mindestens doppelt so lange an Surseer Märkten präsent.
... wenn die Hochdruckreiniger von Max Haas fast gefrieren, aber die von ihm eingeladenen Spitzenschwinger mit Hochdruck Autogramme verteilen.
... wenn morgens um 10 Uhr die ersten Trychler rhythmisch durchs Städtli wandeln und einen halben Tag später die jungen Trychler noch eine «Krumme» rauchen.
... wenn der Luzerner Verband für Landtechnik am Morgen in der «Braui» GV hat und die Mitglieder am Nachmittag den Maschinenmarkt auf dem Märtplatz bevölkern.
... wenn die organisierende Stadt Sursee wie in einem Fussballstadion von Rayon spricht und den Abschnitt von der Kirchentreppe bis zum Rathaus meint.
... wenn die Kulturfasnachtsgruppe Schenkastico ihr Sujet der Fasnacht 2019 das erste Mal verrät und allen Freunden ein «warmes Getränk» in die Hände drückt.
... wenn auf chlausmärt.ch ein Countdown zeigt, wie lange man noch warten muss, bis zum «grössten Anlass der Welt».
... wenn der Samichlaus vor dem Café Surchat die Kinder beglückt.
... wenn Godi Stalder für den Männerchor Sursee wieder mal Käse erzählt … äh, streicht.
... wenn Sara Steiner, die Präsidentin der Stadtmusik Sursee, eine Samichlaus-Kappe trägt, Suppe schöpft und vom vergangenen Konzert schwärmt.
... wenn Uschi Winiker vom «Wöude» im eigenen Gasthaus fünf Minuten braucht, um von der Theke zum Ausgang zu gelangen.
... wenn alle feiern, nur die fleissigen Männer vom Werkdienst Sursee mit Besen das Städtli kehren.
... wenn Politiker an ihren Ständen frieren, mit Wienerli locken und Ballone verteilen.
... wenn Oberkircher und Schenkoner gerne Surseer wären.
... gemütlich, einigend, herzerwärmend, verbindend, stimmungsvoll, adventlich, laut, lang, lauwarm, schlecht fürs Portemonnaie, gut fürs Gmüet und immer wieder ein tolles Fest für die ganze Region.