«Was alt ist, ist alt, und was neu ist, ist neu»

20.04.2019, dz
Bis im Sommer entsteht aus dem «Monnerhaus» am Herrenrain 14 eine wohl einmalige Symbiose von Alt und Neu. Architekt Franz Amberg wird mit seiner Familie in den sechs Zimmern auf vier Stockwerken wohnen.

Im August 2017 erwarb der Architekt Franz Amberg von Adolf Grossert das geschichtsträchtige «Monnerhaus» am Herrenrain 14. Nach den archäologischen Grabungen, die unter anderem Überreste eines möglicherweise aus römischer Zeit stammenden Wegs zutage förderten, baut er das Gebäude gegenwärtig in ein Wohnhaus für sich und seine Familie um. Dies unter weitestgehender Wahrung der historischen Bausubstanz. «Was alt ist, ist alt, und was neu ist, ist neu», bringt es Amberg auf den Punkt.

 

Die Historie bleibt sichtbar

Konkret zeigt sich dies etwa an der Aussenfassade, die sich wie eh und je präsentiert. Lediglich das charakteristische Schild des ehemaligen Wein- und Spirituosenladens mit der Aufschrift «Monner» zeigt sich herausgeputzt. Dort, wo sich früher dieser Laden befand, geben zwei Sichtfenster im Boden den Blick auf die (römische?) Wegkreuzung und die Feuerstelle des Vorgängerbaus aus dem 14. Jahrhundert frei. Den Platz des früheren Weinkellers im Erdgeschoss nehmen künftig die Küche und der Essbereich ein.

 

Cañameras ist mit Bildern präsent

Während etwa das Sichtmauerwerk und die später mit Verputz und Tapeten belegten Riegelbalken aus der Bauzeit um 1680 unangetastet bleiben, sind sämtliche Installationen neu und auch sichtbar. Dies gilt auch für den verglasten Lift, der sich am Ort des Treppenhauses in der ehemaligen Deutschschule befindet. Im ersten Obergeschoss, das als Wohnbereich dient, kommt der alte Ofen wieder in Betrieb. Derweil grüssen von der Decke der Schlafzimmer im zweiten Stock Bilder des letzten Bewohners, des Künstlers Franz Grossert y Cañameras. Ein wahres Bijou wird der riesige Dachstock, wo Ambergs Tochter wohnen wird. Kein Zweifel: Was hier entsteht, sucht wohl seinesgleichen.