Fischer rügen die Ara

26.04.2019, sti
Bei Regen fliesst Abwasser oft ungehindert in Gewässer. Das erzürnt die Fischer und sie sprechen von einer «Sauerei». Der Gemeindeverband Abwasserreinigung Surental erkannte das Problem. Er ist zuständig für die Ara Surental.

An der DV des Fischereiverbands Kanton Luzern kritisierte Präsident Markus Fischer den Dreck, der bei und nach Regen ungehindert Kläranlagen passiert und in die Gewässer fliesst.

Bei Kläranlagen komme es zu einer Sauerei, und alle würden wegschauen. «Das einzige, was mich erstaunt, ist der fehlende Aufschrei der Bevölkerung.» Schliesslich seien alle direkt betroffen.

Ungefiltert in Gewässer

Der Fischereiverband sieht die Quelle dieses «unappetitlichen Schmutzes» in den Kläranlagen. «Sie sind zu wenig ausgebaut.» Bei starkem Wasseranfall seien Regenbecken nicht mehr in der Lage, ihre Funktion auszuüben, und die sogenannte Überlastmenge fliesse ungefiltert in die Gewässer, informierte Markus Fischer (im Bild) die Delegierten.

Das Problem tauche im ganzen Kanton auf. Auch an der Sure, erklärt der Präsident.

«Es muss etwas gemacht werden», fordert er mit Nachdruck. Doch: «Sowohl beim Kanton wie bei den Gemeinden reagiert man mit Achselzucken, das sei halt so.» Offenbar wolle man das Problem aussitzen, ja verheimlichen. «Das können wir nicht akzeptieren», sagte Markus Fischer.

Das Grundproblem der auftretenden Überlastungen liegt bei der oftmals fehlenden Trennung von Regen- und Schmutzabwasser. Bis vor ca. 30 Jahren wurden in den Gemeinden, entsprechend der damaligen Entwässerungsphilosophie, Entwässerungsanlagen im Mischsystem gebaut.

Das heisst, Regen- und Schmutzabwasser laufen im gleichen Rohr, was heute während eines Regenereignisses zu den kritisierten Überlastungen führt, erklärt Roman von Matt, Präsident des Gemeindeverbands Abwasserreinigung Surental.

Das Problem ist erkannt

Der Gemeindeverband betreibt die Ara Surental (Triengen), die Schmutzabwasser aus zwölf Gemeinden reinigt. «Das Problem wurde vor einiger Zeit erkannt», sagt von Matt. Untersuchungen hätten gezeigt, dass die massgebenden Richtlinien nicht eingehalten seien und Handlungsbedarf bestehe.

Er verweist auf die nächste DV des Gemeindeverbands Ara Surental. «Am 17. Mai legen wir einen Bericht vor, der die Massnahmen der Gemeinden zur Reduktion der Weiterleitmengen zur Ara zusammenfasst.» Die Reduktion des Regenabwassers im Kanalisationsnetz könne nicht von heute auf morgen bewältigt werden.