«Kameradschaft ist die Seele der Feuerwehr»

21.12.2018
Kommandant Patrick Illi von der Regiowehr Triengen gibt seinen Grad und sein Amt per Ende Jahr an Roger Häfliger weiter. Der 40-Jährige möchte die erfolgreiche Arbeit von Patrick Illi fortführen. Das tönt einfacher, als es ist.

«Nach zehn Jahren ist es Zeit, dass eine andere Person das Kommando übernimmt», erklärt Patrick Illi. Der 45-Jährige übernahm am 1. Januar 2009 das Amt des Kommandanten der Regiowehr Triengen, nachdem er bereits mit 18 Jahren 1991 in die damalige Feuerwehr Wilihof eingetreten ist.  Das macht bisher insgesamt 27 Jahre Feuerwehrdienst. 

Die Frage nach den Höhepunkten während seiner Amtszeit sei schwierig zu beantworten. «Es war immer spannend, in der Öffentlichkeit zu stehen und die Motivation der Leute zu spüren.» Er spricht in diesem Zusammenhang von der «Blutgruppe 118». Aber er freue sich, ab Neujahr mehr Zeit für die Familie und Hobbys zu haben. Seine Frau und die drei Kinder hätten immer grosses Verständnis gezeigt. Jetzt habe er jedoch gemerkt, dass die Zeit des Abschieds als Kommandant gekommen sei. 

Interessant und einsatznah 

Patrick Illi bleibt vorerst der Regiowehr – als «einfacher Offizier» ohne Hauptmann-Grad – treu, was sein Nachfolger Roger Häfliger besonders schätzt. Kommandant Illi hat in den zehn Jahren viel gesehen und manche Änderungen erlebt. Der administrative Aufwand sei gestiegen und die Übungen anspruchsvoller geworden. «Heute erwarten die Eingeteilten eine interessante und einsatznahe Übung, sie wollen beschäftigt werden, was die Vorbereitung anspruchsvoller macht.» Es sei wichtig, dass die Leute gerne an die Übungen kommen und einen Sinn sehen. Es reiche nicht mehr, einfach eine Leiter zu stellen.  

Ein Ur-Trienger übernimmt

Im Amt des Kommandanten braucht es ein Gespür für die Führung der Leute, Weitblick und Fantasie, ist Patrick Illi überzeugt. Und diese Eigenschaften vereine sein Nachfolger. Roger Häfliger ist ein Ur-Trienger und entsprechend bekannt. Sein Vater war Vizekommandant in der damaligen Feuerwehr Triengen.

Als Mitglied der Schulpflege (2011 bis 2018) und als Zunftmeister (2017) hat er im politischen und gesellschaftlichen Leben bewiesen, dass er sich breit engagiert. Jetzt wird er gar oberster Feuerwehrmann in der Surentaler Gemeinde. Zentral für seine Zusage waren der gute Stand der Regiowehr und die ausgezeichnete Kameradschaft. 

Den Fortbestand sichern

Wie möchte er die Regiowehr kommandieren? «Ich habe eine gerade Linie und eine ehrliche Kommunikation und versuche, konsequent zu handeln.» Er betont jedoch: «Die Seele der Feuerwehr ist die Kameradschaft. Die Leute müssen gerne kommen und einen Sinn sehen.» Er traue sich zu, die hervorragende Arbeit von Patrick Illi weiterzuführen. Das Wichtigste sei, den Fortbestand der Regiowehr zu sichern. Im Moment brauche es keine Änderung, ist er überzeugt. «Wir haben genügend gute Leute. Ich bin froh, wenn wir eine solch gesunde Feuerwehr halten können.» 

Für ihn sei die Feuerwehr ein Hobby, in das er nun noch mehr Zeit als bisher investieren könne. Als grossen Vorteil bezeichnet Roger Häfliger den bis 2023 vorgesehenen Verbleib von Patrick Illi in der Wehr. «Der fliessende Übergang hat die ganze Sache einfacher gemacht, um Ja zu sagen. Patrick Illi hat einen riesigen Erfahrungsschatz.» 

Der Hauptmann ist Geschichte

Was zeichnet Roger Häfliger aus, Patrick Illi? «Persönlichkeit, Auftreten, Vorbild und Autorität. Er ist extrem akzeptiert in der Regiowehr, und zwar als Mensch.» Wichtig ist dem abtretenden Kommandanten aber, dass er ab 1. Januar den Grad des Hauptmanns abgibt. «Einer alleine ist ab diesem Tag Chef, das ist mir wichtig.» 

Für ihn geht mit dem 1. Januar eine Erleichterung einher, denn die Verantwortung als Kommandant könne man nicht teilen. «Sie ist schon eine Belastung, denn die Erwartung der Leute und des Kaders ist schon gegenwärtig», erzählt Illi. Und genau diese Frage hat sich Roger Häfliger gestellt: «Möchte ich diese Verantwortung tragen?» Roger Häfliger bejahte.

Bald besucht der zweifache Familienvater zweier schulpflichtigen Kinder  einen zweitägigen Einführungskurs, um vorbereitet auf viele Aufgaben zu werden. Einen Vorteil ergänzt er noch: Sein Arbeitgeber, die Elco AG in Aarburg, bei der er in der Geschäftsleitung ist, gebe ihm viele Freiheiten, wenn er voraus planen könne. «Es braucht eine gewisse Flexibilität.»