Roger Häfliger ist neuer Kommandat

07.02.2019, sti
An der Agathafeier der Regiowehr Triengen ehrte erstmals der neue Kommandant Roger Häfliger (3. von links) die Jubilare. Der abtretende Patrick Illi bekam viel Lob. Bald könnte die Regiowehr eine erste Offizierin haben.

Um 20.20 Uhr trat Roger Häfliger erstmals vor die versammelte Mannschaft der Regiowehr Triengen im «Rössli» und sprach über Formalitäten. Dann gab er das Wort an seinen Vorgänger Patrick Illi weiter. Dieser konnte Gemeindepräsent René Buob, Gemeinderätin Isabelle Kunz, Feuerwehrinspektor Vinzenz Graf und befreundete Kommandanten benachbarter Feuerwehren und ehemalige Kommandanten der Regiowehr begrüssen. Sie alle sind gekommen, um ihm die Ehre zu erweisen.

Vinzenz Graf sagte stellvertretend über den abtretenden Kommandanten gegenüber dieser Zeitung: «Patrick Illi habe ich durchwegs positiv erlebt. Er war sehr engagiert und begeisterungsfähig.» Er sei froh, dass er weiterhin Feuerwehrinstruktor bleibe.

 

17 Einsätze und 385 Stunden

Patrick Illi sprach über das vergangene Jahr, das ganz im Zeichen des gemeinsam mit der Feuerwehr Büron-Schlierbach beschafften Schlauchverlegers stand. Und er freute sich, dass Daniel Baumann neu beim Einführungskurs für frisch Eingeteilte als Klassenlehrer tätig sein kann. Am Freitag und Samstag, 8./9. Februar, kann er sein Gelerntes bereits anwenden.

17 Einsätze leistete die Regiowehr Triengen 2018, wobei auch im Surental der Sturm Burglind den Anfang machte. Ein Absturz eines Kleinflugzeugs am 14. Juli und eine Personenrettung in Winikon am 11. September stachen heraus. Die meisten Stunden erforderten die Unterstützung der Feuerwehr Büron-Schlierbach beim Brand in einer Schreinerei vom 8. Juli.

Zusammengerechnet standen die Eingeteilten der Regiowehr Triengen im vergangenen Jahr 385 Stunden im Einsatz, was überdurchschnittlich hoch ist.

 

Beim Bau des Magazin tatkräftig geholfen

Mit Oberleutnant Martin Fischer verliess Ende 2018 ein sehr erfahrener, engagierter und anpackender Eingeteilter die Regiowehr. «28 Jahre hat er geleistet. In Erinnerung bleibt mir, wie er 1999 beim Bau des Feuerwehrmagazins als Hochbaupolier tatkräftig mitgearbeitet hat», dankte ihm Patrick Illi. Auch den Austritt per 31. Dezember 2018 haben Anna Jordi (Wohnortswechsel), Arnaldo Cruz und Felix Wälti (Beruf).

Bevor Roger Häfliger die Leitung der Agathafeier übernahm, blickte Patrick Illi auf seine zehn Jahre als Kommandant zurück und zeigte eine Zeichnung mit einem Velofahrer, der den Berg hinauffährt. «Zum Glück war es nicht immer so steil», kommentierte er das Bild. Die Herausforderungen personell, materiell, übungstechnisch seien anspruchsvoll gewesen.

«Das Team war immer sehr wichtig. Zwar ist der Kommandant der Captain und gibt die Richtung vor. Er braucht aber Unterstützung, und die habe ich in allen Bereichen gespürt.» Er strich mehrmals die tolle Kameradschaft hervor. «Ich bin fertig, danke vielmals», bliebt Patrick Illi bis am Schluss seinem Credo der Wertschätzung treu.

 

Die Unterdeckung eliminieren

Gemeindepräsident René Buob erlebte seine erste Agathafeier. «Ich bin überrascht über die vielen anwesenden Leute und fühle mich sehr sicher», begann er. Nach Erklärungen über die heilige Agatha kehrte er zur Politik zurück. «Da die Gemeindeversammlung die Ersatzabgabe der Feuerwehr von 3,5 aua 4 Promille erhöht hat, erwarten wir einen haushälterischen und betriebswirtschaftlichen Umgang mit den Mitteln.» Das Ziel sei, in der Spezialfinanzierung Feuerwehr die Unterdeckung zu eliminieren.

Patrick Illi habe seit dem Eintritt in die Feuerwehr Wilihof 1991 374 Übungen und 173 Einsätze. Seit 2010 ist er Instruktor. Weiter dankte René Buob auch Markus Ulrich, der neu Chef Ausbildung ist.

Bernhard Steiger, der Kommandant der Feuerwehr Büron-Schlierbach, dankte Patrick Illi offiziell für die «tolle Zeit. Wir konnten voneinander profitieren.« Das Kader müsse zusammen an einem Strick ziehen, nur so übertrage sich das auf die Mannschaft.» Damit sprach er die gemeinsame Beschaffung des Schlauchverlegers und die heute gemeinsam geführte Abteilung Wassertransport an, die anfänglich auch Kritik erntete.

Die Zeit von Patrick Illi als Kommandant war vorbeit, Roger Häfliger übernahm. Gleich konnte er die Korporale Rahel Gafner und Fabian Fries (Foto unten mit Roger Häfliger in der Mitte) befördern. Gafner ist neu Wachtmeister, Fries Chef Wassertransport und Wachtmeister. «Das ist ein geschichtlicher Moment. Erstmals in der Geschichte der Feuerwehr Triengen haben wir eine Frau, die Offiziersanwärterin ist. Wir haben gemerkt, dass Rahel Gafner Feuer und Flamme für die Feuerwehr ist.»

 

«Ich habe viel Freude in der Feuerwehr»

Auf Anfrage erklärte sie zu dieser Zeitung: «Ich habe Freude an der Zusammenarbeit, an neuen Herausforderungen und am ganzen Feuerwehrleben.» Was sie in der Regiowehr lernte und noch lernen werden, könne sie auch im Privaten anwenden. Rahel Gafner ist «vorbelastet». Ihr Vater Markus war lange Zeit im Kader der Feuerwehr Wilihof, Vizekommandant und hat nach der Fusion zur Regiowehr Triengen weitergemacht.

Seit 2013 ist die 32-jährige Rahel Gafner in der Feuerwehr, arbeitet als Schreinerin und wird wohl 2021 erste Offizieren. Dass eine Frau aus Wilihof erste Offizierin der Regiowehr wird, freute Patrick Illi besonders. Er wohnt ebenfalls im Ortsteil Wilihof in der Gemeinde Triengen.

 

Ehrungen für 20 Jahre Feuerwehr erhielten die beiden Wachtmeister Urs Arnold und Reto Fischer sowie der Gefreite Michael Bühlmann. Für 15 Jahre Treue wurden Oberleutnant Daniel Bühlmann, Wachtmeister Markus Schmidlin und Soldat Daniel Kaufmann. Und 10 Jahre Feuerwehrdienst haben die beiden Korporale Stefan Kaufmann und Thomas Ulrich hinter sich.

2019 steht bei der Regiowehr Triengen eine Atemschutz-Inspektion an und die Beschaffung eines neuen Tanklöschfahrzeugs geht weiter. Im August 2020 möchte Kommandant Roger Häfliger den Mercedes der Firma Brändle dann einweihen. Mit einem besonderen Dank an die gute Zusammenarbeit mit der Betriebsfeuerwehr Trisa beendete er den offiziellen Teil der Agathafeier um 23.15 Uhr.