In Nottwil kommen Rekorde unter Beschuss

16.05.2019, red
Die Weltelite der Leichtathleten mit Handicap kommt vom 24. bis 26. Mai wieder nach Nottwil, um sich zu messen und Welt- und Europarekorde zu brechen. Mit dabei sind viele erfolgreiche Schweizer. Auch Marcel Hug aus Nottwil startet.

Mit rund 400 Topathleten sind die ParAthletics der grösste Sportevent des Jahres für Nottwil. Der Teilnehmerrekord belegt, dass der Anlass international zu den wichtigsten Wettkämpfen zählt.

Im Jahr vor den Paralympischen Spielen in Tokio geht es für die Elite darum, Quotenplätze für das eigene Land zu sichern. Dank der schnellen Bahn können sich die Athleten mit guten Zeiten für die persönliche Selektion gemäss den Vorgaben ihres Landes empfehlen. Darüber hinaus dient der Anlass dazu, die Konkurrenz aus aller Welt zu beobachten und eigene Taktiken und Strategien einem Test zu unterziehen.
 
Schweizer mit ambitionierten Zielen
Letztes Jahr hatte Marcel Hug (Nottwil) einen neuen Weltrekord über 5000 Meter im Visier. Es gab an den ParAthletics zwar eine neue Bestzeit, aber nicht für den Schweizer, sondern für den Amerikaner Daniel Romanchuk. Es blieb Marcel Hug der zweite Platz und damit der Europarekord. Der Topathlet kündete an, dass er auch dieses Jahr in Nottwil wieder nach dem Weltrekord greifen werde.
 
Bei den Frauen gibt es ein extrem grosses und dichtes Feld in der Kategorie von Manuela Schär (Kriens). Letztes Jahr brillierte sie mit zwei Europarekorden und insgesamt acht Podestplätzen. Dass sie in Topform ist, zeigte sie in den vergangenen Monaten an verschiedenen Marathons.

Sechsmal war Manuela Schär am Start bei der Abbott World Marathon Majors Serie – sechsmal siegte sie. Ob sie diese beeindruckende Dominanz an den ParAthletics weiterführen kann, wird zu sehen sein. Die Umstellung von der Strasse auf die Bahn musste sie in kürzester Zeit bewältigen. Aber das gilt auch für ihre aktuell stärksten Konkurrentinnen Tatyana McFadden (USA) und Madison de Rozario (AUS).
 
Die Schweiz hat weitere Trümpfe im Ärmel. Beat Bösch (Nottwil) gilt, wie schon 2018, als Podestanwärter. Bojan Mitic (Hochdorf), Alexandra Helbling (Nottwil) und Patricia Eachus (Büron) zeigten sich letztes Jahr in einem guten Licht.

 

Comeback von Catherine Debrunner

Nach einer zweijährigen Wettkampfpause versucht Catherine Debrunner (Geuensee) den Anschluss an die Spitze wieder zu schaffen, und Fabian Blum (Pfaffnau) ist auf dem Weg, in die Fussstapfen von Beat Bösch zu treten.

Spannend wird es auch bei den ganz jungen Athleten, denn für sie ist der Anlass die Feuerprobe für die Junioren-WM, die Anfang August in Nottwil stattfindet. Wer gute Zeiten fährt, erhöht die Chancen für die Selektion.
 
PluSport, der Dachverband der stehenden Athleten, schickt gleich zwölf Sportler nach Nottwil, so viele wie noch nie. Auch wenn sie oft in kleinen Feldern starten, ist der Anlass doch eine wichtige Gelegenheit zum Kräftemessen mit der internationalen Konkurrenz.
 
Rekorde dank der schnellen Bahn
An Anlässen auf der Sport Arena Nottwil gibt es Jahr für Jahr neue Topergebnisse. Die Bahn gilt als eine der schnellsten auf der Welt. 2018 wurden sieben Welt- und sechs Europarekorde gefeiert. Das Zusammentreffen von Topathleten mit optimaler Infrastruktur und oft idealen Wetterbedingungen lässt vermuten, dass es dieses Jahr wieder Rekorde zu feiern gibt. Wir werden es sehen.
 
Vielseitiges Rahmenprogramm
Das OK um Präsident Samuel Lanz bietet neben den Wettkämpfen einiges an. Auf dem Selbsterfahrungs-Parcours dürfen Kinder und Erwachsene kleine Hindernisse im Rollstuhl überwinden. Am Samstagnachmittag, wenn die wichtigsten Wettkämpfe ausgetragen werden, können sich Kinder auf der Hüpfburg austoben und schminken lassen. Zudem gibt es 1000 Gratis-Bratwürste und vielfältige Verpflegungsmöglichkeiten.