Die Kapelle und die benachbarte Kaplanei bilden auf der Endmoräne Mariazell ein prominentes Ensemble. Gemäss Jahreszahl an der Haustür 1753 neu gebaut, steht die Kaplanei unter eidgenössischem und kantonalem Denkmalschutz und wurde zusammen mit der Kapelle 1982 letztmals umfassend restauriert. Seit Anfang Jahr liess die katholische Kirchgemeinde Sursee für knapp eine Million Franken das schmucke Gebäude erneut sanieren und für die neue Nutzung als vermietetes Einfamilienhaus umbauen. «Wir haben das Haus auf einen Stand gebracht, welcher der heutigen Zeit entspricht», erklärte Reto Bächler, im Kirchenrat für das Ressort Bau und Liegenschaften zuständig, bei einem Augenschein am vergangenen Freitag. Gemäss Bächler dürfte dieses «Liebhaberobjekt» vor allem jene Zielgruppe ansprechen, die an einer exklusiven Lage mit unverbaubarem Blick auf den Sempachersee und die Alpen sowie an einem historischen Ambiente bei gleichzeitig moderner Küchen- und sanitärer Infrastruktur interessiert ist.
Alt und Neu kombiniert
So wurde denn auch bei den Sanierungs- und Umbauarbeiten auf die Erhaltung der historischen Substanz grosses Gewicht gelegt. Als Beispiele dafür mögen die freigelegten alten Böden, die Farbuntersuchungen an den Wänden in Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege und der funktionstüchtige Kachelofen im «edlen» Zimmer im Obergeschoss, der ein Fabrikat der einheimischen Surseewerke ist, dienen. Dennoch gibt es auch viel Neues, so etwa die Fenster, die Böden in jenen Zimmern, wo die originalen entfernt worden waren, oder die Tapeten, von welchen wohl jene nach englischem Vorbild im Schlafzimmer das Glanzstück sein dürfte. Alt und Neu kombinierte man im Badezimmer des Obergeschosses, wo hinter einer Gipsverkleidung die originale Fachwerkwand zum Vorschein kam, die dann freigelegt wurde.
Die bestehende, sich noch in gutem Zustand befindende Ölheizung wird ihren Dienst vorderhand weiter verrichten und später auf Pellets-Feuerung umgestellt. Dafür wurden der Estrichboden und die Kellerdecke isoliert. Nicht nur im Innern erfuhr die Kaplanei ein «Facelifting», sondern auch aussen. So wurden die Fassade ausgebessert und die Fensterläden renoviert.
