Im Schuljahr 2026/27 besuchen im Kanton Luzern rund 45'200 Schülerinnen und Schüler die Volksschule, circa 6400 Lernende das Gymnasium und rund 4900 Jugendliche starten in die Berufsausbildung.
Auch dieses Jahr treten mit dem Schulstart auf allen Bildungsstufen sowie im Kulturbereich verschiedene Neuerungen und Weiterentwicklungen in Kraft. «Wir entwickeln unsere Bildungs- und Kulturlandschaft kontinuierlich weiter, gemeinsam mit den Schulen, Gemeinden und weiteren Partnern. So schaffen wir gute Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen und Lehren», sagt Bildungs- und Kulturdirektor Armin Hartmann.
Volksschule
Mit dem Programm «Schulen für alle» entwickelt der Kanton Luzern die Volksschule seit 2023 konsequent weiter. Im Fokus stehen in diesem Schuljahr der Umgang mit herausforderndem Verhalten, die integrative Begabungs- und Begabtenförderung sowie die Förderung der Lesekompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Für die Umsetzung nutzen die Schulen die obligatorischen Bausteine von «Schulen für alle».
Für die Umsetzung der Fachkarrieren, die zu den Massnahmen zur Attraktivierung des Lehrberufs gehören, stehen den Schulen schon jetzt Bausteine zur Umsetzung zur Verfügung und weitere folgen in diesem Jahr. Erfahrene Lehrpersonen können sich in den Bereichen Coaching, Verhalten, Schule in der Digitalität sowie Begabungsförderung mittels eines CAS spezialisieren und danach zusätzliche Verantwortung innerhalb ihrer Schulen übernehmen.
Weiter will der Kanton Luzern die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus stärken. Er plant dafür in der Dienststelle Volksschulbildung DVS eine kantonale Koordinationsstelle für Elternbildung sowie zusätzliche, niederschwellige Bildungsangebote für Eltern. Damit trägt der Kanton Luzern den wachsenden Herausforderungen im Verhalten von Kindern und Jugendlichen sowie den zunehmenden Belastungen von Familien Rechnung. Über die Koordinationsstelle wird in den kommenden Wochen genauer informiert.
Gymnasialbildung
Die kantonale Umsetzung der nationalen Gymnasialreform WEGM wird im neuen Schuljahr weiter vorangetrieben. Die Talentklassen beginnen im Sommer 2027, alle übrigen Klassen starten nach dem neuen Reglement im Sommer 2028. Nach der Vernehmlassung bei den schulischen Fachschaften werden die kantonalen Lehrpläne für alle Grundlagen- und Schwerpunktfächer finalisiert und anschliessend dem Regierungsrat zur Genehmigung unterbreitet. Ein zentrales Element der Reform ist die Einführung der begleiteten Selbstlernzeit (BSZ). Die BSZ ist ein Unterrichtssetting, in dem die Schülerinnen und Schüler selbstständig an Arbeitsaufträgen arbeiten und dabei von Fachlehrpersonen in ihrem Lernprozess begleitet und unterstützt werden. Pro Klassenstufe sind mindestens drei Lektionen BSZ vorgesehen. In diesem Schuljahr sammeln erste Kantonsschulen im Sinne eines Pilots Erfahrungen mit BSZ.
Ein weiterer Schwerpunkt der Schulentwicklung an den Gymnasien ist das Lehren und Lernen in der Digitalität. Der Kanton fördert die schulübergreifende Weiterentwicklung dieses Bereichs gemeinsam mit den Gymnasien. Schülerinnen und Schüler sollen fachliche, überfachliche und digitale Kompetenzen entwickeln, um sich in einer digital geprägten Welt selbstständig, verantwortungsvoll und kritisch bewegen zu können.
Berufsbildung
Der Kanton Luzern verfolgt weiterhin das Ziel, dass 98 Prozent der 25-Jährigen einen Abschluss auf Sekundarstufe II erreichen. Im Zentrum stehen Massnahmen, die Jugendliche beim Einstieg in eine passende Ausbildung begleiten, Lehrabbrüche vermeiden und sie auf dem Weg zum erfolgreichen Lehrabschluss unterstützen. Dazu entwickelt die Dienststelle Berufs- und Weiterbildung DBW den Berufswahlprozess weiter und baut die Unterstützungsangebote für Lernende und Lehrbetriebe aus. Berufsbildnerinnen und Berufsbildner profitieren ab diesem Schuljahr von neuen, praxisnahen Weiterbildungsangeboten.
Gleichzeitig wird die Umsetzung der nationalen Reformen für den allgemeinbildenden Unterricht ABU 2030 und die Berufsmaturität BM 2030 an den Berufsfachschulen planmässig weitergeführt und ein zeitgemässer und zukunftsorientierter Unterricht an den Berufsfachschulen geschaffen. Ein wichtiger Meilenstein ist der regionale Schullehrplan ABU, der in enger Zusammenarbeit mit den Zentralschweizer Kantonen erarbeitet und vom Kanton Luzern sowohl regional als auch national massgeblich mitentwickelt wurde.
Psychische Gesundheit
Die psychische Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bleibt im Kanton Luzern ein wichtiges Thema und gilt als eine der grossen Herausforderungen für die Schulen aller Stufen. Seit der Coronapandemie ist die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen schlechter geworden. Wie lange dieser «Pandemie-Effekt» anhält oder ob er abklingen wird, lässt sich laut Hartmann nur schwer abschätzen. Alle Bildungsstufen stärken ihre Präventions-, Beratungs- und Unterstützungsangebote. Im Zentrum stehen niederschwellige Beratungsangebote sowie Massnahmen zur Stärkung der psychischen Gesundheit und der Resilienz. Damit verfolgt der Kanton Luzern auf allen Bildungsstufen das Ziel, psychische Belastungen frühzeitig zu erkennen und Betroffene wirksam zu unterstützen.
In Zukunft weniger Schüler
Bereits zeichnet sich jedoch ein Trend hin zu einem Rückgang der Schülerzahlen ab. Dies könnte in gewissen Regionen auch Schulstandorte infrage stellen, erklärte der Bildungsdirektor Armin Hartmann.
In vielen Schulzimmern wird es auch zu Beginn des neuen Schuljahres heiss sein. Der Kanton will den Schulen Flexibilität geben, um damit umzugehen. Hartmann nannte etwa das Wechseln von Räumen oder auch die Reduktion des Unterrichts. Bis alle Schulhäuser hitzetauglich umgebaut seien, werde es Jahre oder Jahrzehnte gehen, sagte er.
Im letzten Schuljahr hatte sich zudem herausgestellt, dass die Luzerner Schülerschaft im Vergleich mit anderen Kantonen in der Mathematik schlecht ist. Vor allem Kinder aus bildungsfernen Schichten erzielten schlechte Ergebnisse. In diesem Bereich sollen schnell Massnahmen ergriffen werden, kündigte Hartmann an, denn es gehe um die Chancengerechtigkeit.
