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Sport

«Auf den ersten Blick sieht es einfach aus»

Marion Gredig 14. Juni 2026

Netzball ist schnell, direkt und in der Schweiz entstanden. Gespielt wird auf dem Volleyballfeld, mit höherem Netz. Der Ball wird gefangen und sofort zurückgeworfen. Das sorgt für Tempo und klare Aktionen, wie Corinne Fischer vom Netzball-Team Hellbühl im Interview mit dieser Zeitung erklärt.

Netzball ist schnell, direkt und in der Schweiz entstanden. Gespielt wird auf dem Volleyballfeld, mit höherem Netz. Der Ball wird gefangen und sofort zurückgeworfen. Das sorgt für Tempo und klare Aktionen, wie Corinne Fischer vom Netzball-Team Hellbühl im Interview mit dieser Zeitung erklärt.

Corinne Fischer, wie funktioniert Netzball genau? 

Zwei Mannschaften aus je 4–5 SpielerInnen stehen sich im Volleyballfeld gegenüber. In der Mitte befindet sich ein Netz, etwas höher eingestellt als beim Volleyball. Der Ball muss gefangen und ohne Zuspiel innerhalb der Mannschaft wieder über das Netz zum Gegner geworfen werden. Ein Einwurf wird lediglich zu Beginn des Matches gemacht. Anschliessend kann nach einem Punktegewinn, wobei sofort eine Position rotiert werden muss, oder beim Punkteverlust sofort weitergespielt werden. Dies macht das Spiel sehr schnell. Das Ziel ist, den Ball in der gegnerischen Feldhälfte zu Boden zu bringen, und zwar öfter, als es dem Gegner gelingt. Nach 8 Minuten wird die Seite gewechselt und wieder bei Null zu Null gestartet. Man kann somit 2 Punkte pro Match erspielen.  

In England spielt man praktisch an jeder Schule Netball, das eher an Landhockey erinnert und in dem Fall mit dem Netzball nichts zu tun hat.

Obwohl Netball übersetzt auf Deutsch Netzball heisst, haben diese zwei Sportarten nebst einem Ball kaum etwas gemeinsam. Während Netball eher mit Basketball oder Korbball verwandt ist, ähnelt Netzball vielmehr Volleyball. 

Wie hat sich Netzball in der Schweiz in den vergangenen Jahren entwickelt? Wie viele Vereine gibt es?

Netzball ist eine Sportart, die in der Schweiz gegründet wurde. Zu Beginn war die Sportart wenig bekannt und wurde vor allem in Frauensportverbänden gespielt. Mittlerweile hat Netzball vor allem bei jüngeren Menschen das Interesse geweckt. Die Mannschaften in den verschiedenen Ligen werden zusehends jünger. Auch in Hellbühl wird Netzball bereits in der Mädchenriege gespielt und gefördert. Zudem nimmt auch die Bekanntheit zu, unter anderem, da Netzball neu dem STV (Schweizerischer Turnverband) angegliedert ist und somit eine grössere Reichweite hat. Im Kanton Luzern gibt es sehr viele Netzballmannschaften. 

Ist es hauptsächlich ein Sport für Frauen?

Absolut nicht – Netzball kann von jedem und jeder gespielt werden. Es gibt bereits viele Turniere, die Mixed- oder Männer-Kategorien anbieten. Da sich der Sport vom Frauensportverband heraus entwickelt hat, gibt es leider noch keine Wintermeisterschaft für Mixed- oder Männer-Mannschaften. Dies soll sich zeitnah aber ändern.

Wie ist der Einstieg für neue Spielerinnen und Spieler?

Einfach! Die Grundlagen sind meist bereits vorhanden, man muss fangen und werfen können. Insbesondere deshalb ist Netzball auch optimal für Kinder und Jugendliche geeignet. Aber auch für Erwachsene bietet die Sportart Spannung – auch wenn man gut im Fangen und Werfen ist, so klingt es einfacher, als es am Ende ist. Nach Training und Übung können die Würfe sehr kraftvoll und mit Drall schwer zu halten sein. Auch ein Wurf aus Sprung, also ein Ball, der mit Hochspringen über das Netz geworfen wird, ist eine Klasse für sich.

Welche Fähigkeiten sind beim Netzball besonders gefragt? 

Am Anfang sind Fangen und Werfen das A und O. Mit der Zeit sind aber immer weitere Fähigkeiten gefragt: Geschwindigkeit und Reaktionsfähigkeit sind essenziell, die Kraft für den Wurf und die verschiedenen Wurfarten, denn es gibt ganz viele verschiedene mit Vor- und Nachteilen, und die Zusammenarbeit im Team. Vor allem die effiziente Kommunikation oder auch Nichtkommunikation (wer fängt den Ball, wohin soll der Ball gespielt werden) sind nur einige davon. Meist entscheiden über Sieg oder Niederlage die Taktik, aber vor allem auch die mentale Stärke. Etliche Spiele werden am Ende nur durch Konzentration und Fokus entschieden.

Wie sehen die Ambitionen und Ziele der Hellbühlerinnen aus?

Bei den aktiven Mannschaften ist der Fokus primär auf der Wintermeisterschaft und der Schweizer Meisterschaft. In der Wintermeisterschaft und der 1. und 2. Liga erzielten wir bereits mehrmals den 1. Rang, bei der Schweizer Meisterschaft war das beste Resultat der 3. Platz. 

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