Auch im Luzerner Kantonsspital in Sursee wurde eine Isolierungsstation eingerichtet. Der Kanton rechnet mit steigenden Fallzahlen. (Foto zVg)
Auch im Luzerner Kantonsspital in Sursee wurde eine Isolierungsstation eingerichtet. Der Kanton rechnet mit steigenden Fallzahlen. (Foto zVg)
25.03.2020

Coronavirus: Kanton erhöht Bettenzahl und errichtet Medical Center im SPZ

von Red

Wegen der steigenden Zahl von Corona-Infizierten erhöht der Kanton Luzern die Zahl der Spitalbetten und Beatmungsplätze erheblich.

Der Kantonale Führungsstab hat den Auftrag erteilt, am Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) in Nottwil ein Medical Center zu errichten. In einer ersten Etappe sollen innerhalb von zwei Wochen rund 200 Betten zur Verfügung gestellt werden. Die Kapazität im Endausbau und Vollbetrieb könne bei Bedarf weiter gesteigert werden, schrieb der Kanton am Mittwoch in einer Mitteilung.

Das Medical Center wird in der Turnhalle, der Aula und – soweit nötig – in weiteren Räumen des SPZ eingerichtet. Es wird losgelöst vom SPZ-Tagesbetrieb durch Militär und Zivilschutz betrieben.

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Das SPZ stellt zudem seinen neuen akutmedizinischen Nordtrakt mit bis zu 100 Betten inklusive Intensivstation und rund 30 Beatmungsplätzen komplett für die Behandlung von Covid-19-Patienten zur Verfügung. Die Versorgung der querschnittgelähmten Patienten wird uneingeschränkt in den anderen Gebäudeteilen sichergestellt sein.

Gleichzeitig stellt die RehaClinic Sonnmatt in Luzern 80 Betten zur Verfügung . Die Klinik wurde bereits vorübergehend als Akutspital in die Spitalliste aufgenommen.

Kanton erwartet starken Anstieg

«Die Schaffung dieser neuen stationären Strukturen ist wichtig für die bestehenden Luzerner Spitäler, also das Luks und die Hirslanden Klinik St. Anna, damit sie entlastet werden können. Wir rüsten uns damit für den sich abzeichnenden Patientenansturm», lässt sich Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf zitieren.

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Aufgrund der aktuellen Entwicklung rechnet das Luzerner Kantonsspital damit, dass die Zahl der Fälle, die hospitalisiert werden müssen, in den nächsten Tagen und Wochen stark ansteigt. Um auf diese Situation vorbereitet zu sein, ist das Luks seit dem 17. März im Notfallbetrieb und führt nur noch dringliche Eingriffe durch. Mit den dadurch frei werdenden Ressourcen werden an allen drei Luks-Standorten die Plätze für Corona-Patienten unter Hochdruck ausgebaut.

Kanton Tessin entlasten

Der Kanton Luzern sei im Rahmen der Möglichkeiten bereit, Patienten aus anderen Kantonen zu übernehmen und medizinisch zu versorgen, heisst es weiter. Es sind dies zurzeit Patienten, die nicht an Covid-19 erkrankt und transportfähig sind. Als nicht sinnvoll erweise sich die Verlegung von Covid-19-Patienten, da diese beatmet werden müssten.

«Es ist insbesondere für den Kanton Tessin aktuell eine sehr schwierige Situation. Indem wir Patienten der Intensivmedizin an den Luzerner Spitälern Luks und Hirslanden Klinik St. Anna medizinisch versorgen können, leisten wir einen Beitrag zur Entlastung des Tessiner Gesundheitssystems», so Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf.

Psychiatrische Versorgung weiterhin offen

Alle ambulanten und stationären psychiatrischen Angebote in der Grund- und Notfallversorgung in den Kantonen Luzern, Obwalden und Nidwalden bleiben grundsätzlich zugänglich. «Die grosse Verunsicherung und Ungewissheit belastet nicht nur psychisch Gesunde, sondern insbesondere auch Menschen mit psychischen Erkrankungen. Es ist umso wichtiger, dass Hilfe bekommt, wer Hilfe benötigt», sagt Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf.

Die bisherigen Erreichbarkeiten sind auch in der aktuellen Situation sowohl für Patienten wie auch Zuweisende sichergestellt (www.lups.ch). Die Luzerner Psychiatrie bietet wie bisher für andere Hilfesuchende eine telefonische Beratung an (Telefonnummer 0900 85 65 65; Beratungstelefon im 24-Stundenbetrieb; kostenpflichtig ab 10. Minute; 3.23 CHF/Min.).


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