Im August 2025 wurde ich von unserem Zunftmeister mit den Worten kontaktiert: «Du weisch, wieso ech alüüte.» Eine Woche später trafen meine Frau und ich uns mit dem Zunftmeister, dem Kanzler und dem amtierenden Heinivater 2025. Wir benötigten eine Woche Bedenkzeit, denn einem solchen Amt sagt man nicht leichtfertig zu. Doch wer will sich ein 150-Jahr-Jubiläum als Heinivater entgehen lassen? Es war mir von Anfang an bewusst, welche Ehre, aber auch welche Verantwortung damit verbunden ist.
Wir wollten mit dem Motto «Elfen, Feen und Superhelden» nicht nur Fantasie verkörpern, sondern auf magische Momente, zauberhafte Zeiten und heldenhafte Taten aufmerksam machen, nicht nur während der Fasnacht, sondern auch im Alltag. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sollten sich verbinden. Und stets stand das 150-Jahr-Jubiläum der Zunft im Mittelpunkt – ein Jubiläum, das mich von Beginn an mit grosser Demut erfüllte.
Die Vorfasnachtszeit war intensiv und vollgepackt mit Terminen. Es waren von der Inthronisation bis zur Uslompete am Güdisziischitg so viele, dass ich aufgehört habe, zu zählen. Es war streng, aber für uns als Familie war klar: Jeder einzelne Anlass ist ein Geschenk. Jeder Moment verdient unsere volle Aufmerksamkeit. Besonders in Erinnerung bleiben mir die Begegnungen mit der Bevölkerung von Sursee und Umgebung. Der Zuspruch, die Herzlichkeit und die vielen positiven Rückmeldungen haben uns und mich tief berührt.
Ein besonderes Highlight war die Wagentaufe meiner Freunde. Ebenso unvergesslich bleibt die Narrennacht. Die Geschichte der Zunft in dieser eindrücklichen Art erleben zu dürfen, war einzigartig. Zwei grossartige Schauspieler, ein einmaliges Lichtspektakel beim Diebenturm und Rathaus sowie ein engagiertes Komitee schufen etwas Besonderes, das uns allen in Erinnerung bleiben wird. Dafür gebührt ihnen mein aufrichtiger Dank.
Ganz besonders tief prägten mich jedoch die Besuche in den Alters- und Pflegezentren sowie in den Behindertenwerkstätten der Stiftung Brändi. Mit unserer Anwesenheit Freude zu schenken, war eine Bereicherung für uns. Doch es war nicht immer leicht. Es waren bewegende Momente, wo wir oft den Tränen nahe waren. Menschen zu begegnen, die schwere Schicksale tragen oder am Ende ihres Lebenswegs angekommen sind, war nicht einfach zu verarbeiten. Diese Begegnungen haben uns innehalten lassen. Sie haben uns gezeigt, wie kostbar Zeit ist. Sie haben uns Demut gelehrt und bewusst gemacht, dass Fasnacht nicht nur aus Lachen besteht, sondern auch aus Nähe, Menschlichkeit und Herz.
Im Namen meiner Familie gilt ein grosser Dank der Zunft Heini von Uri Sursee, den vielen Komitees in der Zunft, allen Frauen der Zünftigen, den Guuggenmusiken aus Sursee und der Region, den Kulturfasnächtlern sowie den Familien mit Kindern, welche die Werte unserer Fasnacht weitertragen. Ihr alle habt diese Zeit für uns unvergesslich gemacht.
Und auch wenn die närrischen Tage vorbei sind, ist meine Aufgabe noch nicht zu Ende. Mit der Vernissage der Ausstellung im Museum Sankturbanhof am 24. April, dem Trachtenchorfest Soorsi am 7. Juni, der «Fasnacht im Sommer» am 20. Juni und dem Städtlifest am 4. Juli dürfen wir weiterhin besondere Momente und schöne Begegnungen erleben. Wir freuen uns sehr darauf.
Zum Schluss möchte ich von Herzen Danke sagen. Danke für diese unglaubliche, bereichernde und emotionale Zeit. Danke für das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde. Es ist und bleibt für mich eine grosse Ehre, dieses Amt bis zur nächsten Inthronisation im Januar 2027 weiterzuführen und unsere Zunft mit Freude, Respekt und Demut vertreten zu dürfen.
