Yvonne Buob vom Seilziehclub Nottwil hat sich mit der Schweizer Frauen-Nationalmannschaft an der Seilzieh-Weltmeisterschaft im südafrikanischen Mossel Bay überraschend einen hervorragenden vierten Schlussrang gesichert. Eine Platzierung, die sich fast wie ein Sieg anfühlt.
In einem hochkarätig besetzten Teilnehmerfeld von zehn Nationen erwischten die Schweizerinnen einen Traumstart in die Vorrunde. Sechs souveräne Siege ebneten früh den Weg zum unerwarteten Halbfinalticket. Gleich zum Auftakt setzte sich die Equipe gegen die überraschend starken Gastgeberinnen aus Südafrika durch, ehe im zweiten Duell gegen die erfahrenen Holländerinnen ein hart erkämpfter Sieg folgte. In der Gruppenphase mussten sich die Schweizerinnen einzig von den Teams geschlagen geben, die am Ende auch auf dem Siegerpodest landeten.
Mutiger Auftritt gegen die Weltspitze
Im Halbfinal wartete mit dem späteren Weltmeister «Chinese Taipei» eine absolute Grossmacht des Seilziehsports. Die Schweizerinnen zeigten keinerlei Ehrfurcht, forderten den Favoriten heraus und konnten phasenweise sogar entscheidende Meter gutmachen. Dennoch setzten sich die Asiatinnen durch und verwiesen die Schweizerinnen ins kleine Final um Bronze.
Dort entwickelte sich gegen das Baskenland ein dramatischer und intensiver Abnutzungskampf. Die Schweizerinnen fighteten um jeden Zentimeter und glaubten bis zur letzten Sekunde an ihre Chance. Auch wenn es am Ende ganz knapp nicht für Edelmetall reichte, war die Freude riesig.
Teamspirit schlägt Enttäuschung
Dass sich der verpasste Podestplatz wie ein Triumph anfühlt, liegt vor allem an der Ausgangslage. Da die Equipe vor der WM neu zusammengesetzt worden war, hatte man bewusst kein konkretes Ergebnisziel formuliert. Zwar schmerzte die knapp verfehlte Medaille im ersten Moment, doch der überragende Teamgeist und die perfekte Stimmung im Kader wischten die Enttäuschung schnell weg. Die WM war für Yvonne Buob ein unvergessliches Erlebnis.
Sieben Medaillen für die Schweiz
Auch insgesamt zieht der Schweizer Seilziehverband eine glänzende Bilanz aus Südafrika: Bei 13 Starts in den verschiedenen Kategorien erkämpften die Schweizer Athletinnen und Athleten insgesamt sieben Medaillen.
