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Sursee

Ein Highlight, leise Töne und persönliche Geschichten

Gabi Bucher/Somehuus 30. August 2026

Das Surseer Kleintheater Somehuus wartet in der Herbstsaison mit einem absoluten Highlight auf. Aber da ist auch viel Persönliches, und ein langjähriger Künstler verabschiedet sich.

Das Surseer Kleintheater Somehuus wartet in der Herbstsaison mit einem absoluten Highlight auf. Aber da ist auch viel Persönliches, und ein langjähriger Künstler verabschiedet sich.

Die Herbstsaison des «Somehuus» startet am 25. September mit Lisa Christ. Die Kabarettistin, Satirikerin, Autorin und Gewinnerin des Salzburger Stiers 2025 wirft in «Ideal» einen humorvollen Blick auf die Ideale unserer Zeit und erzählt von Situationen, in denen Wunschdenken und Wirklichkeit aufeinanderprallen. Es gibt kaum eine andere satirische Stimme in der Schweiz, die sich so selbstreflektiert in Rage reden kann wie Lisa Christ.

Am 26. September dann ein absolutes Highlight: Die Schweizer Clownin Gardi Hutter hat sich bereit erklärt, für einen Benefiz-Anlass zugunsten der Somehuus-Stiftung im Stadttheater Sursee ihr neues Stück «gardiZERO» zu zeigen. Damit wagt die Schweizer Clownin einen Neuanfang: Sie begibt sich auf eine Reise in das Nichts, ohne Bühnenbild, Material oder Text, lediglich mit einem Koffer. Dabei verbindet sie Leichtigkeit mit Nachdenklichkeit und bleibt zugleich ihrem Publikum nah. «gardiZERO» ist eine Hommage an die Kraft der Verwandlung, ein Fest der Fantasie, clownesk, grotesk, poetisch.

Seit Jahren steht Muriel Zemp erfolgreich auf der Bühne in verschiedenen Formationen. Nun kommt sie am 17. Oktober ins «Somehuus» mit ihrem Solo-Programm «Nabelschau». Sie liest aus ihrem Tagebuch und führt das Publikum humorvoll durch verschiedene Phasen und Entwicklungen ihres Lebens. Mit ihrer Stimme, Digitalpiano, Akkordeon und einer Loopstation teilt sie ihre Gefühle und Erlebnisse mit dem Publikum – emotional, witzig, stimmgewaltig, berührend und lustvoll.

Eine Feier und eine Reise

In «Ratz und Flitz wennd öppis fiire» verzaubern «Wilderbluescht» am 28. Oktober Menschen ab 5 Jahren. Ratz und Flitz wollen ein Fest feiern. Sie dekorieren, putzen, backen und machen sich schick, doch dummerweise kommt ein Streit dazwischen. Mit viel Musik, Jodel und allerlei komischen Einfällen musizieren «Wilderbluescht» auf Putzkübeln, mit Schwingbesen und Getreidekörnern, Handtuch und Örgeli und ziehen Gross und Klein in ihren Bann.

Am 31. Oktober machen sich die drei Vollblut-Künstlerinnen Nina Dimitri, Silvana Gargiulo und Nicole Knuth gemeinsam auf den Weg «verso il sole», also gen Süden, den landeseigenen Süden. Dabei versuchen sie, eine versöhnliche Brücke zu bauen, eine, die Kulturen zusammenführen soll. Eine vergnügliche zweisprachige Reise mit Musik, Literatur und Tanz.

Am 7. November kommt Gerhard Tschan zu Wort mit «ÜberLandSicht». Tschan ist ein Multitalent, ein hervorragender Moderator, Verwandlungskünstler und ein Sprachgenie. Am liebsten zeigt sich der 57-Jährige, früher unterwegs mit «Schertenlaib und Jegerlehner», in Begleitung seines Akkordeons. Mal jazzig-bluesig, dann wieder volkstümlich-lüpfig oder klassisch-opernhaft präsentiert sich Tschan als Virtuose der Gesellschaftskritik.

Leiser Abschied

Am 8. November besucht der grosse spanische Pantomime Carlos Martinez auf seiner Abschiedstournee zum letzten Mal das «Somehuus». Schon mehrere Male verzauberte er das hiesige Publikum. Sein Programm «Zugabe!» ist mehr als ein Rückblick, es ist ein künstlerisches Vermächtnis. Im ersten Teil des Programms lässt er sein Publikum nur mit Mimik und Gestik teilhaben an den Momenten, die ihn geprägt haben. Nach der Pause zeigt er sich ungeschminkt und persönlich und berichtet humorvoll und poetisch von Begegnungen, Erfahrungen und Einsichten aus seinem Künstlerleben auf Tour. Eine letzte Gelegenheit, diesen Ausnahmekünstler live zu erleben.

Magische Momente

Mit «Briefwexel» bringen der Tenorsaxofonist und Schwyzerörgeli-Spieler Albin Brun sowie der Flötist und Bassklarinettist Ruedi Häusermann am 20. November ihren persönlichen, in gereimter Form verfassten Mailverkehr vor das Publikum. Ihr musikalisch untermalter Schlagabtausch ist direkt aus dem Leben gegriffen, unverstellt und humorvoll. Albin Brun, der an vielen Jazzfestivals Europas spielt, und Ruedi Häusermann, der auf den grossen deutschsprachigen Theaterbühnen inszeniert, zeigen sich von ihrer persönlichen Seite – ein heiteres und feines Programm.

Vor fünf Jahren traten JMO erstmals im «Somehuus» auf. Am 28. November sind sie wieder da mit «I Nia Yelle» und lassen die Kunst des Geschichtenerzählens aufleben. Der perlend klare Klang der Kora (traditionelle afrikanische Stegharfe mit 22 Saiten) von Moussa Cissokho trifft auf die sonoren, rauchigen Töne der Bassklarinette von Jan Galega Brönnimann und wird unterstützt von Omri Hason an den verschiedenen Perkussionsinstrumenten. Die drei Musiker pendeln zwischen magisch verklärten Momenten und rhythmisch explosiven Höhenflügen. So wird ihre Performance zu einem unvergesslichen Erlebnis.

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