Ende September wird die Oberkircher Stimmbevölkerung über die Revision der Ortsplanung abstimmen. Seit acht Jahren beschäftigt sich die Gemeinde mit dieser Thematik. Nun fand am letzten Montagabend hinsichtlich der Urnenabstimmung eine Informationsveranstaltung zum aktuellen Stand der Gesamtrevision Ortsplanung statt. Rund 30 Personen konnte Bauvorsteher Matthias Gusset im Gemeindesaal begrüssen. «Heute informieren wir und es können Fragen gestellt werden. Bezüglich der noch nicht gütlich erledigten Einsprachen soll es heute aber keine grossen Diskussionen geben», betonte Matthias Gusset.
Bevor Ortsplaner Arthur Stierli, Ecoptima AG, die Bestandteile und neuen Instrumente der Gesamtrevision Ortsplanung vorstellte, informierte Matthias Gusset über den bisherigen Verlauf der Gesamtrevision Ortsplanung sowie die Ziele, die damit erreicht werden sollen. Die Bevölkerung konnte sich bei den Quartierworkshops 2021 sowie einem umfassenden Mitwirkungsverfahren einbringen. Die Möglichkeit zur Mitwirkung habe die Oberkircher Gemeinde rege genutzt: «Es gingen insgesamt 122 Mitwirkungseingaben bei der Gemeindeverwaltung ein», so Matthias Gusset. Es fanden zwei öffentliche Auflagen zur Gesamtrevision Ortsplanung statt. Von den insgesamt 18 eingereichten Einsprachen verbleiben fünf unerledigte Einsprachen, die ebenfalls Bestandteil der Urnenabstimmung am 27. September sein werden.
Keine offenen Fragen
Die Gesamtrevision Ortsplanung basiert unter anderem auf dem 2020 festgelegten räumlichen Entwicklungskonzept (REK) der Gemeinde Oberkirch. Die Gemeinde soll demnach bis 2035 um rund 0,5 bis 0,75 Prozent wachsen können. Weil sich wesentliche gesetzliche Vorgaben geändert haben, unter anderem das Bundesgesetz über die Raumplanung, so auch der kantonale Richtplan sowie das Planungs- und Baugesetz des Kantons Luzern, wurde eine gesamthafte Überarbeitung der Richt- und Nutzungsplanung der Gemeinde Oberkirch nötig.
Die Kernpunkte der Gesamtrevision Ortsplanung sind die Harmonisierung von Baubegriffen, wie etwa die Änderung von der Ausnützungsziffer zur Überbauungsziffer, das Ersetzen der «Geschossigkeit» durch die Fassaden- und Gesamthöhe eines Gebäudes, ein überarbeiteter Zonenplan sowie ein angepasstes Bau- und Zonenreglement und der neu festgelegte Umgang mit Gestaltungsplänen. Ebenso soll den im REK festgelegten Zielen mit der Gesamtrevision Ortsplanung Rechnung getragen werden. Diese umfassen ein moderates und qualitatives Wachstum der Bevölkerung und Siedlung, eine Aufwertung des Dorfzentrums sowie Innenverdichtung, einen optimierten Verkehrsfluss sowie mehr Sicherheit für alle Verkehrsbeteiligten und den Schutz und die Aufwertung von Landschaftsräumen (Landwirtschaft, Naherholung und Ökologie).
Zum Schluss der Informationsveranstaltung öffnete der Gemeinderat die Runde für offene Fragen, die jedoch ausblieben. So kann angenommen werden, dass die Oberkircher Bevölkerung bestens für die Abstimmung Ende September vorbereitet ist.
