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Geuensee

Glockengeläut: Tradition oder Anpassung?

Werner Mathis 26. Juni 2026

Am vergangenen Dienstag lud der Kirchenrat Geuensee zu einer Informationsveranstaltung zum Kirchgeläute/Glockenschlag ein. Anlass dazu war die Anregung von 20 Anwohnerinnen und Anwohnern, insbesondere das nächtliche Läuten zu überprüfen. Über 50 Personen liessen sich am Anlass über das Anliegen der Gruppe informieren und beteiligten sich an der Diskussion.

Am vergangenen Dienstag lud der Kirchenrat Geuensee zu einer Informationsveranstaltung zum Kirchgeläute/Glockenschlag ein. Anlass dazu war die Anregung von 20 Anwohnerinnen und Anwohnern, insbesondere das nächtliche Läuten zu überprüfen. Über 50 Personen liessen sich am Anlass über das Anliegen der Gruppe informieren und beteiligten sich an der Diskussion.

Einleitend zur Informationsveranstaltung präsentierte Simon Gisler, Präsident des Kirchenrates, Fotos von der Kirche und der Umgebung von 1945 und ein aktuelles. Er meinte dazu: «Daraus ist ersichtlich, die Kirche kommt ins Dorf. Der Kirchenrat hat entschieden, das Anliegen einer Gruppe hinsichtlich Massnahmen zur Reduktion von Glockengeläut und Stundenschlag der Kirche von Geuensee sowie der Kapelle St. Nikolaus zu prüfen.» Die Informationsveranstaltung Kirchgeläute Geuensee erlaubte, die Beweggründe der Anwohnerinnen und Anwohner darzulegen und im Rahmen einer Diskussion Meinungen einzubringen. Im Voraus erläuterten Michael Hafner, Anwohner der Kirche; Markus Muri, Bewohner von Geuensee; Christian Thesen, Glockenbaufirma Rüetschi AG, Simone Parise, Pastoralraumleiter und Remo Schürpf, Gemeindepräsident, ihre Sichtweise.

Die Glocken sollen nicht verstummen

Michael Hafner, Vertreter der Anwohnerinnen und Anwohner in der Nähe der Kirche, bedankte sich vorab beim Kirchenrat, dass die Thematik aufgenommen und zu diesem Anlass eingeladen wurde. Einleitend erläuterte er: «Vielleicht fragen sie sich, weshalb man sich an Kirchenglocken stört. Der Klang der Kirchenglocken mag wohltuend und das Glockengeläut ein Teil der Glaubens- und Religionsfreiheit sein. Dies ist nicht Thema des Anstosses.» Michael Hafner versicherte: «Die Glocken sollen nicht verstummen. Das Geläute ist jedoch an die veränderten Umstände der heutigen Zeit anzupassen, denn der Dienst der Glocke, die Zeit mitzuteilen, hat an Relevanz eingebüsst.» Als Beweggründe führte er an: «Lärm, gleich welcher Art, hat Auswirkungen auf die Gesundheit. Der Glockenschlag in der Nacht, vor allem im Umkreis der Kirche, ist störend und mindert die Schlafqualität.» Das Anliegen der Gruppe ist es, den nächtlichen Lärm zu vermeiden und von 22 Uhr abends bis 7 Uhr morgens den Glockenschlag abzustellen und das Glockengeläute anzupassen.

Glocken vermittelten Orientierung

Markus Muri blickte auf die Zeit des Kirchbaus und die damalige Bedeutung der Kirchenglocken zurück. Er versicherte: «Glockenläuten und Glockenschlag sind mehr als Lärm, sie sind ein Teil der Tradition und des Lebens in der Gemeinde.» Für Simone Parise, Co-Leiter des Pastoralraums Region Sursee, ist das Glockengeläute ein sinnstiftender Teil des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens. «Glocken begleiteten Menschen an Wendepunkten des Lebens und vermittelten bis heute Orientierung in einer zunehmend hektischen Zeit», erinnerte er und gab sich zuversichtlich: «Es ist wichtig, dass wir ein offenes Ohr für die unterschiedlichen Bedürfnisse behalten. Deshalb ist jeder Kompromissversuch wertvoll, da er die Einheit und den Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft fördert.» Remo Schürpf, Gemeindepräsident, lobte den Kirchenrat für die offene Diskussion und das Bestreben, gemeinsam eine Lösung zu finden.

Miteinander Lösungen finden

Christian Thesen, Glockenbaufirma Rüetschi AG, erläuterte Möglichkeiten, den nächtlichen Stundenschlag zu verändern oder das Glockengeläute einzustellen. «Anpassungen an dieser jahrzehntealten Glocken- und Läuttechnik können nicht mit einer Umprogrammierung der Steuerung realisiert werden. Nachhaltige Massnahmen und der Erhalt einer historischen Anlage erfordern aufwendige Eingriffe, die sorgfältig zu planen sind», erläuterte der Fachmann und zeigte auch einen Kostenrahmen auf.

In der Diskussion bot sich die Gelegenheit, die persönliche Meinung einzubringen. Voten, das bisherige Glockengeläut zu belassen, wie Voten für eine Anpassung, insbesondere beim nächtlichen Läuten, wurden geäussert. Eine Votantin brachte es auf den Punkt: «Miteinander finden wir einen Weg, eine gute Lösung zu finden.» Simon Gisler zeigte sich erfreut über den konstruktiven Verlauf des Abends und versicherte: «Eine zeitgemässe Kirche hat den Dialog mit der gesamten Bevölkerung zu suchen, das betrifft auch das Glockengeläute. Der Kirchenrat wird im Austausch mit Fachleuten konkrete Vorschläge ausarbeiten, sodass an der Kirchgemeindeversammlung vom 24. November ein Beschluss gefasst werden kann.»

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