Im Wasser des Flusses Wyna bei Beromünster habe man 4200-mal zu hohe Werte des Insektizids Deltamethrin gemessen, schrieb die «Neue Zürcher Zeitung» am 10. Januar. Diese Nachricht über die Rückstände des Pflanzenschutzmittels schreckte auch Leserinnen und Leser aus dem Surental auf. Wie steht es um Rückstände in der Sure, die nicht weit entfernt fliesst?
Kanton hat keine Daten
«Wir haben keine Daten. Wir wissen schlicht nicht, ob es Deltamethrin im Wasser der Sure hat», sagt Werner Göggel, Abteilungsleiter Gewässer und Boden bei der kantonalen Dienststelle Umwelt und Energie. Das Messverfahren sei extrem aufwendig und teuer aufgrund der speziellen Probenahmetechnik, den nötigen Einrichtungen sowie des Analytikverfahrens. Die Messungen an der Wyna seien Teil eines Monitoringprogramms, welches mit dem Bundesamt für Umwelt zusammen durchgeführt worden sei. «Grundsätzlich misst man da, wo eine Möglichkeit besteht, dass Schadstoffe vorhanden sind», so Göggel.
Es gebe zwar Messungen zur Wasserqualität der Sure, jedoch nicht zu Deltamethrin. Auf der kantonalen Website sind etwa Daten zu Nährstoffen im Wasser verfügbar. Die Messpunkte sind auf einer Karte ersichtlich. Am Messpunkt auf der Höhe von Winikon erhält die Sure das Prädikat «schlecht». Diese Werte beziehen sich jedoch auf Nährstoffe wie Phosphor, Nitrate etc. und nicht auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln oder anderen Mikroverunreinigungen.
In neuerer Zeit mass der Kanton auch die Mikroverunreinigungen – Rückstände aus Pflanzenschutzmitteln, Medikamenten und Industrie – unterhalb des ARA Surental in Triengen. Die Messungen von Mikroverunreinigungen werden alternierend mit anderen Messstellen im Kanton betrieben, fanden in der Sure erstmals 2022 statt und wurden fürs Jahr 2026 wieder aufgenommen. Die Ergebnisse seien jedoch noch nicht ausgewertet. «Diese Daten sind bislang noch nicht aufbereitet, das ist jedoch in nächster Zeit geplant», so Göggel. Flavia Rivola
