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Kolumne: Von Rabenkrähen bis zum Kleinspecht

Stefanie Zumbach,  09. September 2026

Kürzlich fand das schweizweite Bird Race von Birdlife statt. Das Team «Finkognito» war am 5. September während 14 Stunden in der Zentralschweiz-Mitteland unterwegs und hat mit 87 gesichteten Vogelarten den 4. Platz der regionalen Rangliste belegt. Eine Kolumne von Stefanie Zumbach, Mitglied des Teams «Finkognito».

Kürzlich fand das schweizweite Bird Race von Birdlife statt. Das Team «Finkognito» war am 5. September während 14 Stunden in der Zentralschweiz-Mitteland unterwegs und hat mit 87 gesichteten Vogelarten den 4. Platz der regionalen Rangliste belegt. Eine Kolumne von Stefanie Zumbach, Mitglied des Teams «Finkognito».

Ich sass am Bahnhof Wauwil, früh morgens, das Bird Race lief bereits, und wartete auf den Zug nach Sursee. Von meinem Hals baumelte mein Feldstecher, daneben die Tasche mit dem Bestimmungsbuch drin. Ich war auf dem Weg, um mich mit meinen Teamkollegen zu treffen. Wir nahmen nämlich am letzten Wochenende gemeinsam als das Team Finkognito am Bird Race von Birdlife Schweiz teil. Während 24 Stunden haben viele Ornithologinnen und Ornithologen in ganz Europa für einen guten Zweck so viele Vogelarten wie möglich beobachtet. Meine erste Vogelart des Tages: die Rabenkrähe. Zwei davon krächzten lauthals von einem Dach neben dem Bahnhof. Plötzlich gab eine Amsel von der anderen Seite einen Warnruf ab, so als ob sie hätte sagen wollen: «Es ist sechs Uhr morgens, haltet eure Schnäbel!» Nur leider konnte ich die Rabenkrähe und die Amsel nicht auf unsere Artenliste setzen, denn die Regeln des Bird Race besagen, dass mindestens drei von vier Teammitgliedern die Vogelart ebenfalls bestimmt haben müssen, damit sie gezählt werden kann.

Ebenfalls dazu gehört, dass man sich während der 24 Stunden nur zu Fuss, mit dem Fahrrad – kein E-Bike – oder dem öV durch die Schweiz bewegt. So haben wir auf der Strecke vom Surseer Wald, am Mauensee entlang, durchs Wauwiler Moos und bis zum Klingnauer Stausee (AG) so einige Schritte gesammelt. Auch wenn die Füsse irgendwann geschmerzt haben, verbreitete sich in mir, jedes Mal, wenn wir eine «neue» Vogelart sichteten, ein Schub neue Energie. Ein ornithologisches Highlight war ganz klar das Blaukehlchen im Wauwiler Moos. Es sass auf der Spitze eines Buschs, von weitem unscheinbar, braun gefiedert, doch beim Betrachten durch den Feldstecher erstrahlte die blaue Färbung auf seiner Brust in der Sonne. Diese Sonnenstrahlen waren an diesem Tag alles andere als selbstverständlich, so erlebten wir doch jede Witterung, vom Regen bis hin zum starken Wind, der beim Klingnauer Stausee an unseren Kleidern zog. Rund 14 Stunden waren wir unterwegs. Besonders am Klingnauer Stausee, unserer letzten Destination, kämpften wir ab und zu damit, die Motivation bis zur Deadline, 21 Uhr abends, aufrechtzuerhalten. Für unseren Durchhaltewillen wurden wir am Ende, nachdem wir die 80 Vogelarten geknackt hatten, aber noch reich belohnt. Beim letzten Stück durch den Auenwald hörten wir nicht nur den Buntspecht, sondern auch den Schwarzspecht, den Grünspecht und sogar den Mittel- und Kleinspecht! Damit haben wir – «Finkognito» – schliesslich 87 Arten beobachtet und damit den vierten Platz auf der Rangliste Zentralschweiz-Mittelland belegt. Durch private Sponsoren und unseren Hauptsponsor, Park Optik AG, konnten wir dadurch eine schöne Spende für das Projekt «Birdlife-Naturjuwelen plus» zusammentragen.

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