Als Jugendliche nahm ich eine Dreiviertelstunde Zugfahrt auf mich, um meinen Sport auszuüben. Natürlich verdrehen meine Kinder die Augen, wenn ich davon erzähle, für sie ist klar, dass Sportmöglichkeiten in unmittelbarer Erreichbarkeit liegen. Doch für junge Sportlerinnen und Sportler, die in Sursee Eishockey spielen möchten, könnte es wieder Realität werden, dass sie auf eine andere Location ausweichen und lange Wege in Kauf nehmen müssen. Dies, weil diejenige in Sursee belegt ist. So erreichen den EHC Sursee wöchentlich drei bis vier Anfragen von interessierten Kindern, bei Probetrainings drängen sich bis zu 70 Kinder aufs Eis. Für diese Nachfrage fehlen die entsprechenden Verfügbarkeiten.
Neuausrichtung der Eishalle fordert alle
Erschwerend kommt hinzu: Die Eishalle Sursee richtet sich neu aus. Künftig soll eine neu gegründete GmbH das operative Geschäft übernehmen, während die strategische Verantwortung bei der bisherigen Genossenschaft verbleibt. Ein zentraler Punkt der neuen Struktur ist die Wirtschaftlichkeit als Treiber. Die Folge sind steigende Mietpreise. Der EHC Sursee als Ankermieter rechnet laut eigenen Angaben mit einer Mehrbelastung von rund 70’000 Franken pro Jahr. Dies für dieselbe bereits heute zu kleine Eisfläche. Ein Blick in andere Gemeinden zeigt: In Sursee lässt die aktuelle Finanzierungsstruktur ohne Zustupf aus den umliegenden Gemeinden, welche die Eishalle als regionale Sportinfrastruktur nutzen, keinen Spielraum für Pirouetten. Sport ist Ausgleich zur Schule, zur Arbeit, zum Alltag. Eine wachsende Stadt, die sich als regionales Zentrum versteht, hat mit der Neuausrichtung der Eishalle die Möglichkeit, diesen Zugang nachhaltig zu sichern.

