101 Personen waren am Dienstagabend zur Gemeindeversammlung ins Gemeindezentrum Schenkon erschienen. Die Stimmberechtigten waren dem Gemeinderat und seinen Geschäften gut gesinnt. Sie hiessen alle Vorlagen gut, meistens sogar einstimmig.
Das Haupttraktandum war der Jahresbericht mit der Jahresrechnung. In der Vergangenheit konnte der Finanzvorsteher meistens grössere Überschüsse bekanntgeben. Gemeindepräsident Marcel Häberli hatte in seinem Eingangsvotum bereits darauf hingewiesen, dass die Finanzen als herausfordernd bezeichnet werden können. «Wir können nicht jeden Wunsch erfüllen, aber miteinander reden», sagte er. In die gleiche Kerbe hieb dann der neue Finanzvorsteher Josep Roger. Er gab sich aber überaus sportlich und nimmt die Herausforderung gerne an. Der Präsident der Controlling-Kommission, Guido Bernhard, attestierte Roger einen guten Start ins Amt. Er rühmte auch die Zusammenarbeit von Controlling-Kommission und Gemeinderat.
Sparen war angesagt
Wegen des prognostizierten Defizits von über 1,9 Millionen Franken war in allen Ressorts Sparen angesagt. Dank vereinter Bemühungen gelang es, den Schaden in Grenzen zu halten, das heisst, besser als budgetiert abzuschliessen. Bildungs- und Sozialvorsteherin Astrid Erni erwähnte, dass die Schülerzahlen zwar weiterhin stiegen, der Kanton Massnahmen zur Attraktivierung des Lehrerberufs beschlossen habe und eine neue Klasse eröffnet werden musste. Trotzdem konnte hier das Budget unterschritten werden. Ähnlich positiv tönte es von Raphael Wyss bezüglich Kultur und Freizeit und wieder von Astrid Erni beim Ressort Soziales. Wegen der hohen Investitionen der vergangenen Jahre (vor allem Neubau der Turnhalle und des Schulhauses) haben sich die Finanzkennzahlen deutlich verschlechtert.
Aus diesem Grund hat der Gemeinderat eine neue verbindliche Steuer- und Finanzstrategie erarbeitet. Damit soll der Finanzhaushalt wieder ins Lot gebracht werden. Gleichzeitig möchte man Schenkon als attraktive Gemeinde fördern. Ganz nach dem Motto «Schenkon – wo Leben, Arbeiten und Erholen perfekt zusammenpassen». Diese Strategie basiert auf fünf Pfeilern: Standort und Entwicklung, Gesellschaft und Lebensqualität, Infrastruktur und Raumplanung, Schule und Bildung sowie Verwaltung und Governance. Das Ziel des Gemeinderates ist es, den Steuerfuss in den nächsten Jahren in einer Bandbreite von 1.2 bis 1.4 Einheiten belassen zu können.
Neue Parzelle beim Werkhof
Bauvorsteher Dario Kühni stellte das Projekt vor. Dabei geht es darum, dass man das Areal neben dem Werkhof dem Gewerbe zur Verfügung stellen möchte. Zu diesem Zweck müssten 2515 m² mit einem Überführungswert von 125’750 Franken vom Verwaltungsvermögen ins Finanzvermögen überführt werden.
Das gesamte Areal im Grundhof soll eine intelligente Steuerung der Heizung erhalten. Immobilienvorsteher Raphael Wyss begründete den Nachtragskredit von 170’000 Franken. Die Vorlage passierte ebenfalls wie die neue Parzelle beim Werkhof einstimmig.
Von den aktuellen Gemeindeprojekten interessierte vor allem, was mit dem Coop passiert. Marcel Häberli erklärte, dass Coop wohl bald bei der Gemeinde ein Umbauprojekt eingeben werde. Bezüglich des neuen Spitals sagte Dario Kühni, dass die Infoveranstaltung vom 13. Mai bei den Besuchern sehr gut angekommen sei. Aktuell laufe nun das Mitwirkungsverfahren. Es kamen Fragen bezüglich des Verkehrs auf. Sowohl Marcel Häberli als auch Dario Kühni sagten, dass der Gemeinderat sich sehr für ein gutes Mobilitätskonzept einsetze. Zum Thema Seeblick sagte Astrid Erni, dass für das neue Pflegeheim ein eigener Wettbewerb ausgeschrieben werde.
Dario Kühni verabschiedete Raphael Bühler wegen Wegzugs aus der Gemeinde als Mitglied der Umwelt- und Energiekommission, der er seit August 2024 angehört hat.
