Zum Sport fand Ines Willimann über ihren Bruder. «Ein Flyer fürs Probetraining brachte die Familie erstmals mit Unihockey in Kontakt», erzählt die Strahlefrau. Damals war sie etwa fünf oder sechs Jahre alt. Ein Jahr später stand sie selbst mit Stock in der Turnhalle. An das allererste Training erinnert sie sich nur bruchstückhaft, an ein Ritual aber sehr genau: «Die Trainer starteten jede Einheit mit einer Stafette, in der die Kinder spielerisch Technik lernten, etwa, wie sie den Stock korrekt halten, weil viele ihn anfangs verdreht in der Hand hatten.»
Das einzige Mädchen
Zu Beginn war Ines das einzige Mädchen im Team. Rückblickend sieht sie diese Jahre im Jungsteam als ideale Schule: «Man lernt sehr viel, z. B. sich zu verteidigen und sich durchzusetzen. Zudem haben Buben eine ganz andere Spiel- und Herangehensweise als Mädchen.»
Vieles am Sport begeistert sie, vor allem auch das Tempo: «Heute würde ich sagen, dass mich vordergründig die Schnelligkeit dieses Sports begeistert», meint sie und ergänzt: «Beim Unihockey muss jeder Pass sitzen, denn sonst kann es schnell passieren, dass der Gegner einen Konter startet.» Die Unberechenbarkeit gefällt ihr: «Selbst, wenn der Spielstand einen grossen Abstand zeigt, ist im Unihockey noch lange nichts entschieden. Ein Spiel kann in den letzten Minuten komplett gedreht werden.»
Keine Randsportart mehr
Spätestens seitdem die Schweizerinnen Weltmeisterinnen im Unihockey geworden sind, ist es keine Randsportart mehr. «In den vergangenen Jahren hat Unihockey einen grossen Sprung gemacht und einen regelrechten Boom erlebt, das spüren wir auch bei uns im Verein.»
Auf die Frage, ob man sich beim Unihockey nicht auch oft verletzen kann, meint Willimann: «Unihockey ist ein sehr körperlicher Sport. Es kann passieren, dass man mal umknickt oder sich «vertrampelt». Ein häufiger und bekannter Verletzungstyp ist etwa der Kreuzbandriss, bestätigt die Surseerin. Deshalb gehören intensives Aufwärmen und auch Übungseinheiten im Kraftraum immer auf den Trainingsplan.
Der Wochenrhythmus der 23-Jährigen richtet sich stark nach dem Sport. «Unihockey nimmt einen grossen Teil meines Alltags ein. Wir trainieren zweimal pro Woche, und von September bis März läuft unsere Meisterschaft. In dieser Zeit haben wir etwa ein- bis zweimal im Monat einen Matchtag», sagt sie. Langeweile kennt sie also nicht, auch wegen ihres Engagements im Vorstand. «Ich bin ständig involviert und der Sport ist für mich mehr als nur ein Hobby.»
Wir feiern zusammen
Auf dem Feld formuliert sie ein klares Ziel: «Wir wollen für alle gehen, Siege zusammen feiern und Niederlagen gemeinsam akzeptieren. Gleichzeitig geht es darum, einander wieder aufzurichten und beim nächsten Mal noch mehr Einsatz zu zeigen.»
«Möchte Mädchen motivieren»
Ines Wilimann möchte Mädchen aus der Region motivieren, Unihockey auszuprobieren. «Unihockey ist ein richtig cooler Sport. Man ist ständig mitten im Geschehen, kann aufs Tor schiessen und muss den Jungs nicht immer den Ball überlassen.» Ihr Verein setzt bewusst auf Nachwuchsförderung für Mädchen: «Es gibt bereits bei den jüngeren Jahrgängen ein eigenes Mädchenteam. So können die Mädchen von Anfang an zusammen trainieren, spielen und sich weiterentwickeln. Ich würde allen Mädchen, die Interesse daran haben, raten, diese Chance zu nutzen.»

