Die Wanderung über den Brienzergrat war für Oliver Imfeld das Highlight der Grenz-Tour. (Foto Adrian Ruhstaller)
Die Wanderung über den Brienzergrat war für Oliver Imfeld das Highlight der Grenz-Tour. (Foto Adrian Ruhstaller)
24.06.2020

Oliver Imfeld ging an seine Grenzen

von Red

In rund 29 Stunden umrundete der Surseer Oliver Imfeld (47)den Kanton Luzern und sammelte dabei 7640 Franken für die Luzerner Wanderwege.

Es ist Montagabend auf dem Bürgenstock, die Sonne senkt sich stimmungsvoll. Um 20.26 Uhr wird es am Hammetschwand-Lift plötzlich laut. Oliver Imfeld erreicht das Ziel seiner zweitägigen Grenz-Tour rund um den Kanton Luzern. Er fällt in die Arme seiner Frau, bedankt sich bei allen Helferinnen und Helfern und reckt die Laufstöcke hoch über dem Vierwaldstättersee in die Höhe. Sichtlich berührt geniesst der Surseer diesen Moment an einem seiner Lieblingsplätze. «Das war die sportlich härteste Challenge meines Lebens», bilanziert der glückliche und erschöpfte Imfeld nach 340 Kilometern und 13’600 Höhenmetern laufen, biken und schwimmen innert rund 29 Stunden. Besonders der erste Tag hatte es in sich: «Die 8000 Höhenmeter waren ausserordentlich zäh. Ich hatte schlecht geschlafen, Mühe mit Essen und spürte leider schon früh, dass die läuferische Form nicht ganz passte. Das etwa fünfstündige Leiden begann bereits auf dem Fürstein, dem zweiten Gipfel.» Schlammige Bike-Abfahrten kamen erschwerend dazu. Wo andere im Angesicht der ambitionierten Marschtabelle aufgegeben hätten, spielte der 47-Jährige seine Erfahrung vergangener Wettkämpfe aus.

Brienzergrat als Dessert

So erlebte er am Brienzer Rothorn einen veritablen Energieschub. Statt in die Bahn nach Sörenberg einzusteigen, liess er sich vom Panorama und dem traumhaften Wanderweg über den Brienzergrat überwältigen. «Genau für diese Aussicht und so intensive Momente machte ich die Grenz-Tour. Dieser Abschnitt war wie ein beflügelndes Dessert». schildert der Ausdauerathlet.

aaa

Werbung für die Wanderwege

Wer nun glaubt, nach der Königsetappe am höchsten Punkt der Tour wäre die Sache geritzt, irrt. «Noch nie erschien mir der Weg auf den Napf so lang», gibt Imfeld zu. Seine wechselnden Begleitpersonen – allesamt sportliche Familienmitglieder oder Freunde – berichteten, dass er trotz aller Strapazen nie müde wurde, unterwegs auf sein Anliegen aufmerksam zu machen. Allen anwesenden Wanderern oder Bikern wurde ein Flyer abgegeben und das Spendenprojekt kurz skizziert. «Wir sind sehr beeindruckt von der sportlichen Leistung sowie vom leidenschaftlichen Engagement, das Oliver Imfeld zugunsten des Vereins Luzerner Wanderwege an den Tag legte», bedankt sich der Präsident der Wanderweg-Fachorganisation, HansPeter Hürlimann, für die total 7640 Franken.

Den zweiten Tag konnte Imfeld geniessen – abgesehen von einer harten halben Stunde während des Aufstiegs zur Rigi. Drei Seequerungen sorgten regelmässig für Abkühlung. «Für die Wanderwege und mein Team zu kämpfen, hat mich zusätzlich motiviert.» Stolz überreichte er Hürlimann einen symbolischen Scheck und berichtete von lohnenswerten Ausflugszielen entlang der Luzerner Grenze, als wäre er zurück von einer Feierabendtour.


Schon gelesen?

Anzeigen

Zum E-Paper

Lesen Sie unser wöchentlich erscheinendes E-Paper und tauchen Sie ein in spannende Reportagen, Politkrimis und erfahren Sie das Neuste aus Ihrer Gemeinde.

zum ePaper

Meistgelesen

Instagram