Tino Durrer, nachträgliche Gratulation zum neuen Rekord.
Vielen Dank. Es war mega cool, dass ich den alten Rekord vom Sempachersee brechen konnte. Wenn die Windrichtung und die Windstärke auf dem Sempachersee wieder einmal passen, werde ich es gerne noch einmal probieren. Ich bin einmal gestürzt, da habe ich 1 Minute Zeit verloren. Ich denke, es ist möglich, den Rekord nochmals zu toppen.
IQFoil ist seit Paris 2024 eine olympische Disziplin. Können Sie jemandem, der die Sportart nicht kennt, erklären, worum es geht?
IQFoil ist eigentlich Windsurfen, einfach mit einem Foil (Tragflügel) unten am Brett dran und einem grösseren Segel (8 m 2 ). Man schwebt sozusagen bis zu 1 m über der Wasseroberfläche.
Wie sind Sie dazu gekommen?
Mit acht Jahren begann ich mit dem Segelsport beim Segelclub Hallwil und Yacht Club Sempachersee – ganz klassisch im Optimist, einem kleinen Einmannboot. Ich wurde ins Regionalkader aufgenommen, bestritt die ersten internationalen Wettkämpfe und segelte später in Zweimannbooten, den sogenannten 420ern. Seit Sommer 2024 bin ich auf iQFoil umgestiegen und trainiere bei DRCS Sailing.
Diese Leichtigkeit ist bestimmt anspruchsvoll. Was ist denn die grösste Herausforderung dabei?
Zuerst muss man sich mal die Technik erarbeiten, was sehr anspruchsvoll ist und immer Verbesserungspotenzial hat. Danach kommen noch die Manöver (Wende und Halse) dazu. Die Wende ist insbesondere herausfordernd, da man vorn am Segel vorbeimuss und nicht einfach wie bei der Halse das Segel vor sich drehen kann. Und zuallerletzt ist der Wettkampf selbst natürlich die grösste Herausforderung. Es gilt, den Wind immer zu beobachten und die Strategie entsprechend anzupassen. Zudem gibt es noch Vortrittsregeln, die zu beachten sind. Und man muss sich auch an der Konkurrenz, die denselben Kurs zur gleichen Zeit fährt, orientieren.
Sie arbeiten als Automatiker EFZ, wie finden Sie Zeit fürs Training?
Unter der Woche trainiere ich selbstständig entweder Kraft im Gym oder Ausdauer. Vom Frühling bis Herbst haben wir fast jedes Wochenende am Urnersee auf dem Wasser Training, sofern kein Wettkampf ansteht. Im Winter trainiere ich einmal im Monat an einem wärmeren Ort, dieses Jahr zum Beispiel in Italien. An den restlichen Wochenenden im Winter gehe ich gerne Skifahren mit Freunden oder Familie.
Welche sportlichen Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein kurzfristiges Ziel ist, an der Schweizermeisterschaft in die Top 3 zu kommen. Mein langfristiges Ziel: die Olympischen Spiele 2032.

