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Auf der Suche nach dem Wissen neben dem Offensichtlichen

Stefanie Zumbach 26. September 2026

Pub-Quiz sind sehr beliebt. So auch hier in der Region, wo sie in den unterschiedlichsten Kulissen stattfinden. Damit Teilnehmende einen Abend voller spannender Fragen und Diskussionen um die Antworten erleben, braucht es viel Vorbereitung.

Pub-Quiz sind sehr beliebt. So auch hier in der Region, wo sie in den unterschiedlichsten Kulissen stattfinden. Damit Teilnehmende einen Abend voller spannender Fragen und Diskussionen um die Antworten erleben, braucht es viel Vorbereitung.

Ein Bier auf dem Tisch, daneben liegt ein leerer Zettel, die Kollegen sitzen neben einem und von vorn werden Fragen über alles Mögliche gestellt, die es zu beantworten gilt – ein typisches Pub-Quiz. Teams treffen sich abends im Pub, um gemeinsam zu rätseln. Noch bevor aber die erste Fragerunde des Pub-Quiz beginnt, hat jemand dieses mit viel Mühe vorbereitet. Auch Melanie Schwinghammer – oder auch Chilla Mosby (Künstlername) – weiss um den Aufwand. Die Surseerin führt seit gut einem Jahr jeden Monat im Kulturhaus Fruchthof ein Pub-Quiz durch. Jedes davon ist einzigartig und einem spezifischen Thema wie etwa Halloween oder den vier Elementen gewidmet. «Ich liebe Halloween-Specials, deshalb steht für mich fest, dass sich das Pub-Quiz im Oktober jeweils darum dreht», so Melanie Schwinghammer.

Die 43-Jährige investiert auf ehrenamtlicher Basis für jedes Pub-Quiz rund 20 Arbeitsstunden, um ein spannendes Quiz auf die Beine zu stellen. Die Themen und Fragen erstellt sie selbst. Sie lässt sich von alltäglichen Situationen oder Dingen inspirieren und zieht manchmal KI als Unterstützung hinzu. «Aber seit mir KI schon falsche Antworten geliefert hat und die Vorschläge ohnehin meistens zu oberflächlich und basic sind, brauche ich KI nur noch selten», so Melanie Schwinghammer.

Wie die Fragen entstehen

Die Künstlerin bereitet für die Pub-Quiz Fragen mit einem roten Faden vor und achtet darauf, dass damit unterschiedliche Themenbereiche sowie Schwierigkeitsgrade abgedeckt sind. Sie sucht nach Fragen, die das Wissen neben dem Offensichtlichen abholen. «Genau das macht ein gutes Pub-Quiz aus, dass es abwechslungsreich ist und zur Diskussion anregt», so Melanie Schwinghammer. Laut der Initiantin ist genau das der Grund, weshalb der Pub-Quiz-Trend nicht verschwindet. Denn während eines Pub-Quiz gilt Handy-Verbot, man rätselt gemeinsam und kommt so auf Antworten, die man sonst nie erraten hätte. Um das zu unterstützen, werden die Antworten bei den Pub-Quiz im Kulturhaus Fruchthof noch auf Papier geschrieben.

Für Melanie Schwinghammer bedeutet das besonders beim Korrigieren der Antwortblätter während des Quizabends mehr Aufwand. Daher hat sie immer Helfer und Helferinnen an ihrer Seite. Besonders ihr Mann Stefan unterstützt sie dabei. Er hat sogar die App «Quiz-Organizer» entwickelt, mit der Melanie Schwinghammer die administrative Arbeit abgenommen wird und die unter anderem Ranglisten und Statistiken des Pub-Quiz erstellen kann. Das Korrigieren der Antwortblätter und alles gegenzuprüfen erfordern je nach Fragestellungen – wie etwa bei der Kategorie «Klugscheisserwissen» – hohe Konzentration und viel Ausdauer, doch kleine Momente, wie wenn Teilnehmende das Antwortblatt mit kreativen Skizzen verzieren, oder falsche, aber lustige Antworten notieren, würden den Aufwand wieder wettmachen.

Freude am Rätseln

Um zu prüfen, ob das vorbereitete Pub-Quiz auch funktionieren kann, kommen ein oder zwei Wochen vor dem Event die Arbeitskolleginnen und -kollegen von Melanie Schwinghammer zum Genuss. Sie geht das Pub-Quiz im Geschäft einmal durch und erhält so Feedback und kann allenfalls noch etwas anpassen. «Aber es ist immer schwierig, vorab einzuschätzen, wie der Abend sich entwickeln wird», so Melanie Schwinghammer. Es habe auch schon Momente gegeben, wo die Teilnehmenden ein eigentlich schwieriges Quiz mit tiefer Fehlerquote hätten lösen können. «Primär geht es aber nicht um die Leistung, sondern um den Spass daran. Die Stimmung machts schliesslich auch zu einem guten Pub-Quiz», sagt Melanie Schwinghammer und ergänzt: «Wenn die Leute ausrasten, nur weil sie einen Punkt erzielen, oder einfach einen tollen Abend erleben, ist das das Grösste für mich. Dabei ist eine unglaublich positive Energie im Raum.»

Helfende Hände

Das letzte Pub-Quiz war ein ganz besonderes, denn es fand nicht im Kulturhaus Fruchthof, sondern in der Regionalbibliothek Sursee statt. Eine ganz andere Kulisse, und laut Melanie Schwinghammer doch dieselbe ausgelassene Stimmung: «Es muss einfach was los sein, ein wenig eng und gemütlich, deshalb hat es auch in der Regionalbibliothek Sursee so gut funktioniert.» Ob im Kulturhaus Fruchthof oder in der Bibliothek, für ein gutes Pub-Quiz müssen nicht nur die Fragen und Antworten vorbereitet sein, sondern auch das Lokal, in dem es stattfindet. «Anfangs brauchten wir schon ein bis zwei Stunden, um alles vorzubereiten, aber mittlerweile reicht es, wenn ich eine halbe Stunde vorher vor Ort bin, denn es wird alles bereits von Elias Zürcher und dem Team vom Kulturhaus Fruchthof vorbereitet, so auch in der Regionalbibliothek Sursee», so Melanie Schwinghammer. 

Der harte Kern

Die Surseerin nimmt selbst regelmässig an einem Pub-Quiz in Luzern teil. Daraus entstand auch die Idee, im Kulturhaus Fruchthof eines zu veranstalten. «Ich fand es so cool, da wusste ich, dass es das hier auch geben muss», so Melanie Schwinghammer. Sie stellte die Idee dem Verein Kulturhaus Fruchthof vor. Anfangs war man noch zurückhaltend und gespannt, wie das Angebot ankommen würde, doch heute ist klar: «Das Pub-Quiz ist einer der umsatzstärksten Abende, wie ich gehört habe, und wir sind immer ausgebucht», so Melanie Schwinghammer. Pro Abend können rund zwölf Teams à maximal vier Personen mitmachen und mittlerweile werden sogar schon Wartelisten geführt. Es gäbe viele Teams aus der Region, rund fünf, die praktisch bei jedem Pub-Quiz mit dabei wären. «Der harte Kern sozusagen. Es ist sehr schön zu sehen, dass das Interesse am Pub-Quiz so gross ist und dieses Angebot für alle, von jung bis alt, etwas bietet», so Melanie Schwinghammer.