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Nostalgie

«Der Bau des ersten Platzes war ein echtes Husarenstück»

Marion Gredig 28. August 2026

Vor 50 Jahren gründeten Hildisrieder Tennisbegeisterte einen Verein – ohne eigenen Platz, dafür mit viel Eigeninitiative. Zum Jubiläum erzählt Vizepräsident Adrian Boog, wie aus improvisierten Anfängen ein lebendiges Stück Dorfgeschichte wurde.

Vor 50 Jahren gründeten Hildisrieder Tennisbegeisterte einen Verein – ohne eigenen Platz, dafür mit viel Eigeninitiative. Zum Jubiläum erzählt Vizepräsident Adrian Boog, wie aus improvisierten Anfängen ein lebendiges Stück Dorfgeschichte wurde.

Die Geschichte des TC Hildisrieden begann am 20. Januar 1976. Eine Gruppe tennisbegeisterter Hildisriederinnen und Hildisrieder gründete damals den Verein. Dies bemerkenswerterweise noch ohne eigenen Tennisplatz, wie Vizepräsident Adi Boog erklärt: «Die Gründung erforderte viel Mut, Begeisterung und eine grosse Portion Pioniergeist. Einige Gründungsmitglieder sind dem Verein bis heute treu geblieben.»

Der erste Tennisplatz konnte zwei Jahre nach der Gründung realisiert werden. Der Bau war ein Kraftakt, schildert Boog: « Der Bau dieses ersten Platzes war ein echtes Husarenstück. Mit enorm viel Fronarbeit und Improvisationskraft entstand damals etwas Einzigartiges. Sogar ein Haus der Viscosuisse wurde gezügelt und als Clubhaus genutzt – eine Geschichte, die bis heute zeigt, mit wie viel Herzblut der Club aufgebaut wurde . »

Jubiläumsturnier

Zu diesen Höhepunkten gehört das Oekoboiler Tennis Open Hildisrieden, das vom 28. bis 30. August zum zehnten Mal stattfindet. Das Turnier ist Teil der Jubiläumsserie zum 50-jährigen Bestehen und bildet den dritten von insgesamt vier Jubiläumsanlässen. «Auf unserer Anlage soll nicht nur attraktiver Tennissport geboten werden. Wir möchten ein Wochenende schaffen, das Menschen aus Hildisrieden und der ganzen Umgebung zusammenbringt», erklärt Boog und führt aus, «um zu zeigen, dass Tennis offen, gesellig und voller Begegnungen ist. Dies gerade auch darum, weil dem Sport noch immer gewisse Vorurteile anhafteten. Uns ist es wichtig, uns nahbar und sympathisch zu präsentieren. Es lohnt sich, vorbeizukommen, mitzufiebern und mitzufeiern.»

Ohne Ehrenamt geht es nicht

Ein Turnier dieser Grösse und ein aktiver Clubbetrieb über fünf Jahrzehnte hinweg wären ohne freiwilliges Engagement nicht möglich. «Hinter 50 Jahren Vereinsleben steckt enorm viel ehrenamtliche Arbeit. Menschen, die Leidenschaft und Energie einbringen.» 

Um möglichst viele Mitglieder für Einsätze zu gewinnen, setzt der TC Hildisrieden auf ein Modell, das sich bewährt:  «Wir schreiben unter anderem eine Gutschrift auf den Mitgliederbeitrag des Folgejahres gut. Das hilft, Helferinnen und Helfer zu mobilisieren und die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen.» Dennoch seien es, wie in vielen Vereinen, oft dieselben engagierten Menschen, die immer wieder anpackten, organisierten, auf- und abbauten oder Verantwortung übernähmen. Für Boog ist klar: «Ein Verein lebt nicht von selbst – er lebt von Menschen, die mehr tun, als nur dabei zu sein». 

Investition in die Jungen

Auch der Generationenmix ist für den Verein ein zentrales Thema. Nachdem sich im Nachwuchsbereich Herausforderungen abgezeichnet hatten, leitete der Vorstand gezielte Massnahmen ein. Mit der Mitgliederkategorie «Family Aktiv» bezahlen Erwachsene den Jahresbeitrag, während ihre Kinder bis zum 18. Geburtstag kostenlos auf der Anlage spielen können.

Zusätzlich wurde vor zwei Jahren ein neues Konzept lanciert, das der Verein finanziell trägt. «Die ersten Resultate sind erfreulich. Bereits im zweiten Jahr konnten rund 20 aktive Tennisjuniorinnen und -junioren gewonnen werden. Zudem wurde die Rückkehr in den Junioreninterclub möglich. Das zeigt, wie viel entstehen kann, wenn ein Verein in seine Zukunft investiert», sagt Boog.

Wünsche für die Zukunft

Für die Zukunft stehen beim TC Hildisrieden drei Wünsche im Vordergrund. «Erstens möchten wir auch künftig Menschen finden, die Verantwortung übernehmen und den Verein mit Herzblut und Machermentalität weitertragen. Zweitens soll der Club so sympathisch, bodenständig und nahbar bleiben wie heute.» Und der dritte Wunsch des Vizepräsidenten ist, wie er selbst sagt, etwas träumerischer. «Vielleicht bringt der TC Hildisrieden eines Tages tatsächlich einen Roger Federer oder eine Belinda Bencic hervor. Das wäre natürlich toll. Aber das Wichtigste ist vor allem, dass junge Talente hier Freude am Tennis entdecken, sich entwickeln können und schöne Erinnerungen fürs Leben sammeln.»