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Sinnvolles Engagement wider die Wegwerfgesellschaft

Daniel Zumbühl 21. Oktober 2026

Das «Repair Café Region Sursee» leistet einen namhaften Beitrag wider die Wegwerfgesellschaft. Und trifft damit offensichtlich den Nerv der Zeit. Durchschnittlich 50 bis 60 «Fälle» bearbeiten die freiwillig Helfenden an einem Samstagmorgen.

Das «Repair Café Region Sursee» leistet einen namhaften Beitrag wider die Wegwerfgesellschaft. Und trifft damit offensichtlich den Nerv der Zeit. Durchschnittlich 50 bis 60 «Fälle» bearbeiten die freiwillig Helfenden an einem Samstagmorgen.

Geschäftiges Treiben herrschte am vergangenen Samstagvormittag im Surseer «Kulturwerk 118». Geboten wurde jedoch nicht ein Konzert oder ein Kulturevent wie sonst üblich, sondern die Location bot einmal mehr dem «Repair Café Region Sursee» Gastrecht. An diversen Tischen wurde geschraubt, gelötet, genäht und getüftelt – immer mit dem Ziel, vorbeigebrachte Geräte wieder zum Laufen zu bringen oder Textilien zu flicken. Die Kundschaft meldete ihren «Fall» am Check-in beim Eingang an und wurde danach von freiwilligen Helferinnen und Helfern des Vereins Repair Café Region Sursee bedient.

Die Palette der «Fälle» war auch an dieser Ausgabe des «Repair Cafés» vielfältig. Sie reichte vom kaputten Raclette-Öfeli, das der ehemalige Kirchenratspräsident Toni Kaufmann vorbeibrachte, über einen Bernina-Nähmaschinentisch aus dem Jahr 1936 bis zur Heizplatte für Fladenbrote, bei der ein Mann aus Eritrea neue Füsse montieren liess, damit sie wieder richtig steht. Wie immer konnte man sich während der Reparatur an der Bar einen Kaffee genehmigen und vor dem Nachhausegehen nach eigenem Ermessen einen Obolus für Ersatzteile, Arbeit und Konsumation ins Kässeli werfen.

«Ein toller Spirit»

Das «Repair Café» wurde 2018 von der Surseer Pfarrei St. Georg initiiert und fand die ersten Jahre im Kloster statt. Der Verein Repair Café Region Sursee zählt aktuell etwa 30 Mitglieder und wird von Christoph Uhlmann aus Mauensee präsidiert. Die Mitglieder, oft pensionierte Fachleute auf einem bestimmten Gebiet wie Handarbeitslehrerinnen, Schneiderinnen, Schreiner oder Elektroniker, stellen sich ehrenamtlich zur Verfügung. Potenzielle Helferinnen und Helfer kommen jeweils einmal schnuppern und integrieren sich dann schnell ins Team. «Alle helfen einander. Bei uns herrscht ein toller Spirit», bringt es Uhlmann auf den Punkt.

Das «Repair Café» hat neben seinem Hauptzweck, etwas gegen die Wegwerfgesellschaft zu tun, auch eine soziale Komponente, weshalb es neben der Stadt Sursee von den Gemeinden Mauensee, Schenkon und Nottwil unterstützt wird. So ist etwa auch ein Mann aus der Türkei mit dabei, der dieses Engagement zur Integration nutzt. Als Lohn winkt den Helfenden nach Schluss des «Repair Cafés» ein gemeinsames Mittagessen. Einen Spezialfall bilden die Kinder und Jugendlichen hinter der Bar. Sie bringen den Altersdurchschnitt herunter und erhalten für ihre Mithilfe eine Aufbesserung des Sackgelds. Das «Repair Café» sei dank seiner guten Durchmischung ein Generationenprojekt, so Uhlmann.

Hohe Erfolgsquote

Durchschnittlich gibt es an einem Samstagmorgen 50 bis 60 «Fälle» zu bearbeiten. «Das ist optimal. Der Rekord waren einmal über 70 Fälle. Da stiessen wir an unsere Grenzen», verrät der Präsident. Über die «Fälle» wird – neben der internen Kontrolle auch zuhanden der Stiftung für Konsumentenschutz, welche die «Repair Cafés» unterstützt – eine Statistik geführt. Die Kundschaft stammt aus der ganzen Region. Die regionale Ausstrahlung ist gemäss Uhlmann enorm wichtig – nicht zuletzt, um Fachwissen zu bündeln, was die Erfolgsquote der Reparaturen erhöht. Und diese Erfolgsquote darf sich sehen lassen: Sie liegt seit Jahren konstant bei 65 Prozent, bei Textilien sogar bei annähernd 100 Prozent. Ein Thema für die Zukunft ist der 3D-Druck zur Herstellung von Ersatzteilen. Uhlmann: «Da sind wir noch nicht so weit. Aber wir bleiben dran.»

Und was war der aussergewöhnlichste «Fall», den es bislang zu bearbeiten gab? Für den Präsidenten klar jener originaler Mixer der Marke «Komet» aus der DDR, den einmal eine Frau in drei Teilen vorbeibrachte. «Das kriechen wia schon wieda hin», sagte sie in breitem sächsischem Dialekt. Und so war es dann auch …