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Nostalgie

Ein «Möglichmacher» trat ab

Daniel Zumbühl 24. Juli 2026

Thomas Hunkeler, neben Kari Hoppler ein weiterer Pionier des «Computer Valley Sursee», ging diesen Frühling in Pension. Bei der Verabschiedung charakterisierten ihn Insider unter den Mitarbeitenden der Suco Informatik AG unter anderem als «Möglichmacher».

Thomas Hunkeler, neben Kari Hoppler ein weiterer Pionier des «Computer Valley Sursee», ging diesen Frühling in Pension. Bei der Verabschiedung charakterisierten ihn Insider unter den Mitarbeitenden der Suco Informatik AG unter anderem als «Möglichmacher».

Diese Zeitung porträtierte in ihrer Beilage «Wirtschaft im Fokus» vom vergangenen März Kari Hoppler, der 1970 in Sursee den Grundstein für das «Computer Valley» legte. Nur gut zwei Wochen später ging ein weiterer Informatikpionier der Region Sursee, Thomas Hunkeler, Gründer und Chef der Suco Informatik AG, in Pension. Auch er hatte es 2012 mit seiner Firma in die «Wirtschaft im Fokus» geschafft.

Die damalige Suco MTF AG war 1988 das erste Unternehmen, das sich von der Mutter Agro-Data abkoppelte. Es ging darum, den PC-Bereich zu verselbstständigen. So stieg Thomas Hunkeler an der Surseer Bahnhofstrasse, in direkter Nachbarschaft des Weinhofs, in den PC-Handel ein. Damals gab es noch nicht viele Möglichkeiten, sodass  Hunkeler sich um die Generalvertretung des damaligen Marktführers IBM bewarb und den Zuschlag erhielt. Es war die Zeit, als sich Sursee bei der PTT als Videotex-Stadt bewarb, wobei auch die Suco involviert war und womit sich auch der erste Teil des Firmennamens, Suco, erklärt: « Su rsee Co mmunication».

Rasanten Wandel miterlebt

Wie sehr sich danach das Computer-Business wandelte, schilderte Hunkeler 2012 im erwähnten Firmenporträt: «In den Achtzigerjahren musste man für einen PC mit Textverarbeitungsprogramm und Drucker 20’000 bis 25’000 Franken hinblättern, und die Marge lag bei traumhaften 40 Prozent. Ende der Neunzigerjahre belief sich der durchschnittliche Systempreis auf 3000 Franken, und heute (2012; Anm. d. Red.) beträgt er noch 1200 Franken, derweil die Margen noch bei fünf bis sieben Prozent liegen.»

«Suco MTF AG» hiess die Firma bis 2001, als die MTF Opfer der Internetblase wurde und sich Hunkeler im Rahmen eines Management Buyout von ihr trennen konnte. Bei der Eröffnung der «Enterprise» an der Surentalstrasse ein Jahr zuvor war die Suco MTF AG eine der ersten Firmen, die in das futuristisch anmutende Gebäude einzog. Danach richtete sich das Unternehmen neu aus, weg vom Händler und hin zum Dienstleister, und gab sich den neuen Namen «Suco Informatik AG».

In Oberkirch aufgewachsen

Anlässlich seiner Pensionierung wurde Thomas Hunkeler im Kreis der Suco-Belegschaft gebührend gewürdigt. Dabei gab ein halbes Dutzend Insider Einblick in das Wesen des Informatikpioniers, der sich «in keine Schublade stecken lässt». Ein Chamäleon sei er, mysteriös, und auf eine gewisse Weise unergründlich, aber mit einer ganz klaren Eigenschaft, die von allen bestätigt werde: «Thomas ist ein Möglichmacher.»

Aufgewachsen in einer Oberkircher Bauernfamilie, entschied sich Hunkeler für eine KV-Lehre auf der Gemeindeverwaltung Schenkon. Doch er merkte schnell, dass aus ihm nie ein Beamter werden würde. So entdeckte er die EDV-Branche, wie sie damals hiess, fing mit Programmieren an, stiess zuerst zu Hopplers IT-Firmen und gründete dann, wie erwähnt, 1988 die «Sursee Communication». Das Aktienkapital betrug unbescheidene 750’000 Franken – die Hälfte davon ging für USM-Möbel drauf, wie eine der firmeninternen Auskunftspersonen durchblicken liess. Nur das Feinste vom Feinsten sei Hunkeler gut genug gewesen. Dies aber nicht etwa aus Grossspurigkeit, galt es doch, den damals wichtigsten PC-Hersteller IBM zu umgarnen.

Die Besten um sich geschart

Die USM-Möbel rissen trotzdem ein Loch in die Kasse, und der Konkurs drohte bereits nach kurzer Zeit. Auch, weil sich eine typische Eigenschaft Hunkelers zeigte: Grosszügigkeit. So verrechnete er mitunter den Support für befreundete Firmen nicht. Dank Personen in seinem Umfeld, die rechnen konnten, gingen aber dann doch Rechnungen raus – und die Firma überlebte. Einer, der damals mit ihm arbeitete, sagte: «Es war die coolste Zeit, die ich je hatte. Er gab einem Vertrauen, hängte nie den Chef heraus. Zusammenschiss gab es nie. Er hat uns immer befähigt.» Das bestätigen auch spätere Mitarbeitende. «Ich muss nicht der Beste sein», habe Hunkeler stets gesagt. Er müsse nur die Besten um sich haben.

Die Suco prosperierte im Lauf der Zeit, expandierte sogar nach Zug. Hunkeler erkannte das Potenzial von PC-Schulungen und fing einfach damit an. Doch wo Licht ist, gibt es bekanntlich auch Schatten: Der Suco-Patron wurde aus seiner eigenen Firma herausgedrängt. Ende der Neunzigerjahre gab er die Suco in die MTF-Gruppe. Als es dann zum Bruch mit den MTF-Oberen kam, musste Hunkeler das Feld räumen. Fast die gesamte Suco-Belegschaft kündigte ebenfalls und gab ihrem Chef Rückendeckung. Für die MTF war die Firma somit wertlos, sodass sie diese wieder an Hunkeler zurückverkaufte. Wenig später fiel die MTF auseinander – während die Suco voller Elan ins neue Jahrtausend startete.

Verkaufstalent mit Humor

Wie die erwähnten Insider auch noch verrieten, waren neben der Fähigkeit des Möglichmachens Hunkelers trockener Humor, seine «abgespacten» Ideen und seine bildlichen Metaphern gegenüber Kunden und Mitarbeitenden legendär. Beispiel: «Eine tote Sau mästest du auch nicht mehr.» Und nicht zuletzt sein Verkaufstalent. Den Kunden konnte er die Wünsche quasi von den Lippen ablesen und verkaufte den Leuten mitunter Sachen, die er noch gar nicht hatte.

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