«Es war einmal …», vor nicht allzu langer Zeit, ein hübscher Hof mit Nummer 11 bei Rippertschwand. Und der kleine Schopf eingangs, der ebenfalls dazugehört, war keineswegs ein gewöhnlicher. Zwar waren in ihm wie andernorts auch alte Maschinen, Werkzeuge und Gefässe zu finden, doch warteten diese nicht sehnlichst darauf, die alte Staubdecke abwerfen zu können und zu neuem Glanz zu kommen, sondern sie waren fein säuberlich geordnet bereit, eine Geschichte zu erzählen. Die Geschichte von Neuenkirch, wie es früher leibte und lebte.
Altes Wissen weitergeben
Franz Meyer sammelte für seine «Ausstellung über das Leben unserer Neuenkircher Vorfahren» unter dem Titel «Es war einmal …» allerhand spannende Artefakte zusammen – und mit ihnen mindestens ebenso viele interessante Anekdoten. «Das hier ist etwa ein alter Bohrer, den man für Reparaturen verwenden konnte», erklärt Franz Meyer, während er eine hölzerne Konstruktion mit rotierendem Spitz und antreibender Sehne präsentiert. Er legt ihn zurück auf den Ausstellungstisch, in die Nähe des vergilbten Hefts «Werden und Wachsen. Ein Ratgeber für die Mutter», auf dessen Titelblatt eine Kinderschaukel prangt – wohl nicht mehr ganz auf dem aktuellsten Stand der pädagogischen Lehre. Neben diesem wiederum bieten ein ausgemustertes Bügeleisen und ein Wandtelefon Gelegenheit, genauer hinzusehen. So lässt sich im kleinen Museumsraum in verschiedene Kategorien sortiert allerlei Spannendes finden: vom historischen Fleischwolf über alte Zeitungsartikel und Fotos zur Gemeinde bis zum Operationsbesteck, das ein internierter deutscher Arzt zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs in Rippertschwand vergessen hat. Und zu jedem einzelnen Stück kann Meyer bestens Auskunft geben. Sich gross auf die Suche machen, habe er in der Vorbereitung nicht müssen, erzählt Franz Meyer: «Das meiste davon wurde hier auf dem Hof aufbewahrt.» Nun sei es an der Zeit, mit dieser kleinen Ausstellung sein Wissen zu teilen. Denn schliesslich geht schnell vergessen, was der Fortschritt ausmustert oder worüber die Zeit Gras wachsen lässt. Beispielsweise ist so schnell aus dem Sinn, dass vor rund 100 Jahren eine Druckerei namens «Silvania» in Rippertschwand zu finden war oder DDR-Spione während 40 Jahren als Ehepaar getarnt in Neuenkirch lebten. So lohnt sich ein Ausflug zu «Es war einmal …» in Rippertschwand 11 und somit in die Geschichte Neuenkirchs allemal. Diese ist noch bis zum 31. Oktober jeden Samstag von 14–18 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung, 041 467 15 13, geöffnet.



