Aus Hitzegründen hatte Musikschullehrer Gilles Gallot seine Instrumente vom «Bänkli» draussen ins Musikzimmer der Schule verlegt und sie dort in einem grossen Kreis aufgestellt. Djembes, Congas, Cajons, Dunduns, Bougarabous und kleine Rhythmusinstrumente jeglicher Art harrten der Besucherinnen und Besucher, die hoffentlich trotz Hitze kommen würden. Man fragte sich aber schon, ob Gilles Gallot nicht etwas zu optimistisch gewesen war. Er nahm es gelassen, auch zu viert wäre schon etwas möglich, meinte er gut gelaunt.
Löwen in der Savanne
Aber die Bedenken waren unbegründet: 25 Interessierte kamen, Kleinkinder, Jugendliche, Eltern, Grosseltern, Schülerinnen und Schüler von Gilles Gallot und einfach neugierige «Obercheler». Gallot hatte ein gut durchdachtes, abwechslungsreiches Programm zusammengestellt und führte die Gruppe langsam, aber sehr sicher in die Welt des Rhythmus ein. Er startete mit einfachen Übungen: der Wind in der Savanne, Geräusche von Löwen, Regen, der leise fällt, dann prasselt. Er gab einen Rhythmus vor und lud ein zum Antworten und Improvisieren. Auf seine lockere, unkomplizierte Art motivierte er alle, sich darauf einzulassen, aber auch gegenseitig aufeinander zu hören. Hochkonzentriert wurde getrommelt, Instrumente wurden getauscht, mal spielte man auch nur mit Rasseln und kleinen Schlaginstrumenten. Gilles Gallot baute den Rhythmus auf, bis es schliesslich im Raum brummte und donnerte, und plötzlich war da dieses Gefühl, dies schon gehört zu haben. Dieses wuchtige Hämmern im Gleichklang, das sich im Bauch verkrallt und den ganzen Körper vibrieren lässt – dicht und pulsierend. So klingt es doch jeweils, wenn die Treichler durch die Strassen ziehen, genauso archaisch, eindrucksvoll und fast furchterregend – eine spezielle und spannende Parallele.
Verschiedene Generationen im Einklang
Nach einem gemeinsamen Lied, gesungen und rhythmisch begleitet, war der Zauber auch schon vorbei, der Raum dampfte. Gilles Gallot hatte genau das geboten, was sich die Alterskommission gewünscht hatte. Man hatte sich auf den Rhythmus eingelassen, ihn gespürt und ihn mit anderen geteilt. Und die Tatsache, dass sich eine wirklich generationenübergreifende Gruppe gebildet und gefunden hatte, machte den Anlass perfekt und die Verantwortlichen für die Organisation glücklich.



