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Kolumne: Der Frühling und der Buchstabe ü

Edith Tanner 29. März 2026

Obwohl es in den aktuellen Tagen noch etwas Geduld braucht, steht der Frühling schon bald vor der Tür. Und dieser bringt allerlei ü mit sich. Eine Kolumne von Edith Tanner.

Obwohl es in den aktuellen Tagen noch etwas Geduld braucht, steht der Frühling schon bald vor der Tür. Und dieser bringt allerlei ü mit sich. Eine Kolumne von Edith Tanner.

Der Frühlingsanfang ist da, und ich stelle fest, dass wir den Frühling vor allem mit Wörtern verbinden, die ein ü enthalten. Wobei der Buchstabe ü im Deutschen eigentlich – im Vergleich zum Türkischen zum Beispiel – eher ein seltener Gast ist.

Schauen wir es uns genauer an: Im Frühling blühen die Blüten in Hülle und Fülle. Das ist wohl das Erste, das wir mit dem Frühling in Verbindung bringen. Es grünt so grün und üppig, die pastellfarbenen Blümchen sehen hübsch und süss aus und entzücken uns. Am liebsten wollen wir sie pflücken und unsere Küche damit schmücken. Wunderbare Düfte wehen durch die kühlen Lüfte.

Wir spüren Frühlingsgefühle, wollen unsere Füsse wieder rühren und hüpfen. Manche können ihre Gefühle kaum zügeln, sind verrückt vor Liebe und wollen nicht nur grüssen, sondern endlich auch ungezügelt und übermütig küssen. Der Frühling mit seinen vielen ü machts!

Auch die Vögel kehren auf ihren Flügeln zurück aus dem Süden, die Hühner legen Eier, und aus ihnen schlüpfen die Küken. Die Bauern führen ihre Traktoren aufs Feld, pflügen und düngen die Äcker und setzen die Rüben hüben und drüben.

Nach dem langen Winter öffnen sich die Türen wieder, Brücken werden geschlagen, und wir treten wieder auf die grosse Bühne des Lebens zurück.

Die natürliche Güte des Frühlings ist überall und lässt sich in einem der schönsten ü-Wörter übermitteln: Glück!

Zum Frühling gehört leider auch die Frühlingsmüdigkeit, die sich unglücklicherweise nicht abschütteln lässt.

Auch andere unrühmliche ü-Wörter sind mir bei meiner Recherche begegnet: lügen und betrügen, wüten und prügeln. Ob sie wohl auch zum Frühling gehören und sozusagen die Rückseite der berühmten Frühlings-Medaille darstellen?

Seis drum, wir haben immer noch die Möglichkeit, zwischen den verschiedenen ü-Wörtern zu wählen: Also lieber Fürsorge, Gemütlichkeit, Vergnügen, Überraschung und Glück statt Lüge, Prügel, Müll und Tücke.

So, nun bin ich langsam des ü überdrüssig und überlege, wie viele ü sich wohl in diesen Text hineingeschmuggelt haben. Wissen Sie es? Dann wünsche ich Ihnen viel Glück beim Übermalen der ü.

Übrigens: Es sind tatsächlich 101 ü!

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