Skip to main content Skip to page footer

Suchformular

Anmeldung wird geprüft

Sursee

Kredit für Stadthallen-Sanierung kommt an die Urne

Daniel Zumbühl 12. Oktober 2026

Am Montag überwies die Gemeindeversammlung den Sonderkredit von 17,1 Millionen Franken für die Sanierung und Erneuerung der Stadthalle an die Urnenabstimmung vom 29. November. Zu reden gaben das Verschwinden des Brunnens und die Ersatzangebote für die Vereine während der Bauzeit.

Am Montag überwies die Gemeindeversammlung den Sonderkredit von 17,1 Millionen Franken für die Sanierung und Erneuerung der Stadthalle an die Urnenabstimmung vom 29. November. Zu reden gaben das Verschwinden des Brunnens und die Ersatzangebote für die Vereine während der Bauzeit.

Die fast 40-jährige Stadthalle, mit einer Auslastung von 100 Prozent und einem namhaften Beitrag an die Wertschöpfung in diversen Bereichen eine der Schlüssel-Infrastrukturen der Stadt Sursee, stand am Montag im Mittelpunkt der von 132 Stimmberechtigten besuchten Gemeindeversammlung. «Die Stadthalle soll nicht neu erfunden, sondern zukunftsfähig gemacht werden», betonte der Bauvorsteher Romeo Venetz zu Beginn seiner Informationen zum Sonderkredit für die Sanierung und Erneuerung der Stadthalle in der Höhe von 17,1 Millionen Franken. Als Grund für die Sanierung führte er ins Feld, dass wichtige Normen etwa bezüglich Sicherheit und Behindertengerechtigkeit nicht mehr erfüllt seien. Zudem seien viele Installationen an das Ende ihrer Lebenszeit gelangt: «Wir wollen nicht warten, bis Ausfälle von Anlagenteilen die Nutzung der Halle bestimmen. Überdies würden sich, wenn man nichts täte, allein die Energiekosten um über 100’000 Franken jährlich erhöhen.»

Kanton beteiligt sich an den Kosten

An den Investitionskosten von insgesamt 17,1 Millionen Franken beteiligt sich der Kanton Luzern aufgrund der Nutzungen durch die Berufsschulen und die Kantonsschule sowie der Einstufung der Halle als Sportanlage von nationaler Bedeutung mit 9,8 Millionen Franken. Somit verbleibt der Stadt Sursee noch ein Anteil von 7,3 Millionen Franken. Gemäss Venetz erhöhen sich die Folgekosten durch die Sanierung moderat von 450’000 auf knapp 490’000 Franken. Der Bauvorsteher erwähnte auch, dass die Sanierung in den Jahren 2029/30 nicht unter laufendem Betrieb erfolgen könne und die Halle daher während der Bauzeit vollständig geschlossen werden müsse. Der Brunnen mit der Skulptur des Künstlers Michael Grossert vor der Halle solle zurückgebaut und der dortige Platz neu bespielt werden. «Die Sanierung ist notwendig, finanzierbar und sinnvoll», so das Fazit des Bauvorstehers.

Breite Unterstützung, viele Fragen

Das Eintreten auf das Geschäft war unbestritten, sodass es automatisch an die Urnenabstimmung vom 29. November überwiesen wurde. Sowohl die Controlling-Kommission als auch die Ortsparteien sprachen sich unisono für die Unterstützung des Sonderkredits aus. Gemäss der Präsidentin der Controlling-Kommission, Andrea Elmer, hat man als Varianten auch die Verschiebung des Vorhabens auf später und eine Kostensenkung diskutiert. Am Ende sei man jedoch zum Schluss gekommen, dass gemacht werde, was nötig sei, und ein Aufschub zu höheren Kosten führen würde.

Waldemar Lötscher erkundigte sich, weshalb der Rückbau der Halle als Option in der Botschaft nicht thematisiert wurde. Marcel Troxler, Bereichsleiter Bau der Stadt Sursee, wies darauf hin, dass angesichts des Volumens ein Neubau nicht für 17 Millionen Franken zu haben wäre. Zu reden gaben der geplante Rückbau des Brunnens mit der Skulptur von Michael Grossert und die Ersatzlösungen für den Vereinssport während der Schliessung der Halle für die Bauarbeiten in den Jahren 2029/30. Auf die Frage des Präsidenten des BSV RW Sursee, André Fraser, wann genau denn die Halle geschlossen werde, konnten noch keine Details preisgegeben werden. Immerhin wurde in Aussicht gestellt, dass der Boden der Halle – er ist der einzige, der mit Harz benutzt werden kann – aufgefrischt wird. Paul Bussmann erkundigte sich nach den Auswirkungen der Sanierung auf die Mieten für die Sportvereine. Diese sollen sich nicht erhöhen, die Preise für externe Nutzungen jedoch überdacht werden.

Eine Lanze für die Grossert-Skulptur

Bruno Meier brach eine Lanze für die Erhaltung des Brunnens inklusive Skulptur von Michael Grossert. Der Rückbau des Kunstwerks dieses bedeutenden, aus Sursee stammenden Künstlers sei unverständlich, sagte er und regte an, zumindest einen Kostenvoranschlag für die Erhaltung einzuholen. Unterstützung erhielt er von Hanspeter Bisig und Jakob Fischer. Der Bauvorsteher gab zu bedenken, dass die Skulptur nur im Verbund mit dem Brunnen die volle Wirkung entfalte und Letzterer vergangenes Jahr aus Sicherheitsgründen habe stillgelegt werden müssen. Zudem wären die Kosten für die Erhaltung des Ensembles in etwa gleich hoch wie jene für die Neugestaltung des Platzes.

Störender Lärm am Triechter

Unter dem Traktandum «Verschiedenes» stellte sich die neue Ressortleiterin Gesellschaft, Kultur und Sport der Stadt Sursee, Brigitte Hürzeler, vor. Anschliessend beklagte sich Kurt Schäfer über die Situation am Triechter im vergangenen Sommer: «Die Events und vor allem der Lärm nehmen überhand, worunter Mensch und Tier leiden. Warum schiebt der Stadtrat diesem Treiben keinen Riegel?» Die Stadtpräsidentin Sabine Beck versicherte, dass die geschilderte Situation am Triechter im Stadtrat ein Thema sei. Sie solle nicht zum Dauerzustand werden.

Qualität und Sicherheit sind gewährleistet

Aus aktuellem Anlass des vergangenen Hitzesommers reichte die Mitte Sursee vor der Gemeindeversammlung Fragen über die Trinkwasserversorgung zur Beantwortung ein. Diese Aufgabe übernahmen der Finanzvorsteher Urs Koch sowie der Geschäftsführer Franz Blättler und der Betriebsleiter Pascal Frei des Wasserversorgers Aquaregio AG, an dem die Stadt Sursee mit 33 Prozent als Hauptaktionär beteiligt ist. Der Stadtrat nehme die Anliegen und Fragen zur Trinkwasserversorgung ernst, versicherte Koch. Bezüglich Trinkwasserqualität und Versorgungssicherheit bestehe in Sursee jedoch kein Anlass zur Verunsicherung, nahm er das Fazit vorweg.

Die Aquaregio AG wurde Ende 2018 als erster Trinkwasserverbund im Kanton gegründet. Ihm gehören acht Gemeinden, 13 Aktionäre und zehn Wasserversorgungen an. Neben dem Betrieb der Primäranlagen tritt er auch als technischer Betreiber von Sekundäranlagen auf. Um die Trinkwasserversorgung in der Region zu stärken, liess die Aquaregio AG unter anderem die Verbindungsleitung Rippertschwand–Sempach und die Seeleitung Sempach–Eich–Schenkon/Sursee–Oberkirch–Nottwil–Sempach als Ringleitung erstellen. 2025 wurden im Gebiet von Aquaregio rund 3,75 Millionen Kubikmeter Trinkwasser gewonnen und abgegeben. Davon macht der Fremdbezug 580’000 Kubikmeter aus. Allein ein Drittel des Trinkwassers bezieht die Stadt Sursee, und zwar zum unterdurchschnittlichen Preis von 1.39 Franken pro Kubikmeter.

Herausforderungen gibts einige

Die zentralen Herausforderungen für die Zukunft sind gemäss Blättler Umwelteinflüsse wie Klimawandel und Schadstoffe, das Finden geeigneter Areale, die komplexen Planungsprozesse, der Erwerb von Rechten sowie der Erhalt und die Erneuerung der Infrastruktur. Der Hitzesommer 2026 sei für alle Wasserversorgungen herausfordernd gewesen. Die Hauptgründe dafür ortete Frei bei den hohen Wasserverbräuchen, den tiefen Grundwasserständen und den ungewöhnlich vielen Betriebsstörungen: «Die Infrastruktur lief am Limit.» So überstieg diesen Sommer die an einem Tag abgegebene Wassermenge erstmals die 15’000-Kubikmeter-Grenze (der Spitzenwert wurde am 24. Juni registriert). Normal wären 10’000 Kubikmeter. Gemäss Prognose soll dieser Wert im Jahr 2040 16’000 Kubikmeter übersteigen. Dies löst bei Frei indessen keine Panik aus. «Dank Aquaregio stehe ich viel ruhiger da», versicherte er.

Katharina Neff stellte die Frage, weshalb heuer kein Aufruf zum Wassersparen erging. Frei räumte ein, dass es schwierig sei, den Leuten Vorschriften zu machen, wie sie zum Beispiel die Zähne zu putzen hätten. Koch gelobte, dass die Kommunikation künftig einheitlicher erfolge. Er appellierte aber auch an die Eigenverantwortung jeder und jedes Einzelnen.

Schon gelesen ?

169435_169436.jpeg

Sursee

Neue Wärmezentrale ist eröffnet

Daniel Zumbühl 09. Oktober 2026
169216_169217.jpeg

Sursee

«Vogelzucht unterstützt die Arterhaltung»

Werner Mathis 08. Oktober 2026
168810_168811.jpeg

Sursee

Das Haus wird fit für die Zukunft gemacht

Daniel Zumbühl 05. Oktober 2026