Immer am Bettagswochenende steht der Tag des Friedhofs an. Die Surseer Friedhofverwaltung und Bildhauer Lukas Müller nehmen das Jubiläum «100 Jahre Bildhauerei im Dägerstein» zum Anlass, am kommenden Samstag, 19. September, Interessierte hinter die Kulissen der Bildhauerei blicken zu lassen sowie den Friedhof und seine verschiedenen Facetten näher kennenzulernen.
Das Erbe der Oberlis
Die Bildhauerei im Dägerstein befindet sich seit 1926 auf der anderen Seite der Dägersteinstrasse vis-à-vis des Friedhofs. Bis in die 80er-Jahre wirkte dort die Bildhauerfamilie Oberli – bis das Geschäft von Franz Zurkirchen übernommen wurde. 2002 trat dieser die Bildhauerei an seinen ehemaligen Lehrling Alex Wicki ab. Und von diesem wiederum übernahm sie Anfang 2020 der aus Knutwil stammende und in Schlierbach lebende Lukas Müller, der wie schon sein Vorgänger das Bildhauerhandwerk bei Franz Zurkirchen gelernt hatte. Lukas Müller ist übrigens auch der Schöpfer der Gans-Skulptur in der Hirschengasse und des Brunnens im Restaurant Iheimisch. Am nächsten Samstag vermittelt er Wissenswertes über die Geschichte der Bildhauerei im Dägerstein und gewährt spannende Einblicke in den Beruf Steinmetz – Fachrichtung Bildhauerei, wie dieser heute heisst.
Gärtnerei und Kirchen machen mit
Im Rahmen des Tags des Friedhofs lädt Marcel Büeler, der bei der Stadt Sursee für die Friedhofverwaltung zuständig ist und sich auch als Stadtführer betätigt, um 14 Uhr zu einer öffentlichen Friedhofsführung, auf welcher mehr über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Friedhofs Dägerstein zu erfahren ist. Lukas Müller wählte dafür erwähnenswerte Grabdenkmäler, so etwa solche der bekannten Surseer Bildhauerdynastie Amlehn, aus. Die benachbarte Gärtner Pflugshaupt AG gibt Einblicke in die Arbeit einer Friedhofsgärtnerei und informiert über die vielfältigen Möglichkeiten der Grabgestaltung und ‑pflege. Mit im Boot sind auch die reformierte und die katholische Kirche. Gemeinsam beantworten sie in der Abdankungshalle Fragen zur Gestaltung einer Trauerfeier im christlichen Kontext. Zudem besteht die Gelegenheit, eine Kerze anzuzünden – als Zeichen der Erinnerung, des Abschieds oder der Hoffnung.


