Die erneute Nomination am Grand Prix du Vin Suisse war für den Surseer Rebberg in seinem 20. Jahr bereits ein Highlight. Vor der Sonne stand ihm nur noch der Wein des späteren Weinguts des Jahres, der Domaine Claudy Clavien aus Miège VS. «Unglaublich, das zu erleben», meinte der zuständige Geschäftsführer Beat Felder. Nach drei Kategoriensiegen fühle sich ein zweiter Platz wie ein Sieg an. Zudem war es diesmal nicht der Muscat Sec, sondern das Flaggschiff des Betriebes, die Cuvée Blanc.
Schön, wenn sich die Akzeptanz der Kunden mit den Resultaten des so bedeutenden Wettbewerbs deckt, so Felder. Seit 2019 habe man nun ununterbrochen etwas gewinnen können, obwohl die Auszeichnungen immer mehr Richtung Westschweiz und vor allem ins Wallis gehen. Die Assemblage aus Souvignier gris, Johanniter und Solaris bestach durch ihre hohe Intensität in der Nase, viel Kraft und Saft am Gaumen sowie eine langanhaltende exotische Fruchtnote. Erklären könne man das nur mit den einmaligen Mineralien der Moräne Mariazell, meinte Felder. Dabei gilt der Rebberg mit nur einer Hektare als verhältnismässig klein. Nebst der Mariazell Cuvée Blanc 2025 gewannen mit dem Kirchbühl Sempach Souvignier gris 2025 und dem Beat Felder Zukunftswein 2025 zwei Piwi-Weine aus seiner Hand Gold.
Beat Felder, der früher als Weinbauverantwortlicher der Zentralschweiz tätig war, leitet als Geschäftsführer die drei Surseer Firmen Weinbau Mariazell, Weinbau Sempachersee und Beat Felder Zukunftsweine. Bei den Nominierungen zum Wettbewerb «Beste Zentralschweizer Weine» stammten gar 5 der nominierten 15 Weine aus seinem Keller. Sursee war damit der Hotspot der Zentralschweizer Weine: der Solaris Zukunftswein Beat Felder 2025, der Siegerwein Mariazell Muscat Sec 2025, die Mariazell Cuvée Blanc 2025 sowie der Kirchbühl Rosé Merlot 2025 und der Kirchbühl Merlot Barrique 2023, beide von der Weinbau Sempachersee GmbH. Ein solcher Erfolg ist wohl einmalig.
Da heute die Mehrheit der Weine aus pilzwiderstandsfähigen und klimaresilienten Piwi-Sorten gekeltert werden, war ein Mitmachen an der «Piwi International Wine Challenge» Ehrensache. Es galt zu beweisen, dass mit diesen neuen Sorten die Zentralschweiz oder die Schweiz überhaupt zu den weltweit besten Produzenten gehört. Für die Weine von Beat Felder resultierten an der Challenge 2026 in Tschechien drei Gold- und zwei Silbermedaillen. Gold gewannen der Weinbau Mariazell T Greenwine 2024, der Kirchbühl Sempach Blütenmuskateller 2025 und der Kirchbühl Sempach Souvignier gris 2025.
Der prognostizierte Wandel des Klimas war für den Surseer mit ein Grund, in den Rebbau zu investieren. Dieser Wandel stellt auch im Rebbau eine grosse Herausforderung dar, erlaubt aber, in der Region Weine zu produzieren, die man vor Jahren so nicht für möglich gehalten hätte. Für den pensionierten Rebbaukommissär macht Weinmachen Spass. Ihm ist wichtig, das Erfahrene weiterzugeben und die Region imagemässig voranzutreiben. In den eigenen Weinen sollen das Terroir, in diesem Fall der Reussgletscher und die Region Sempachersee, abgebildet werden. Solange das Herz für das Lokale schlage und die Gesundheit es erlaube, werde er Wein machen. Die Zukunft scheint rosig. Mit der Ernte 2026 könnten seine Traumweine zur Realität werden.
