Im Schuljahr 2025/26 wurde an den Stadtschulen Sursee das Konzept «Kompetenzorientiertes Beurteilen im Zyklus 2» eingeführt. Nach knapp einem Jahr wollte die Schulführung überprüfen, wie sich das neue Beurteilungskonzept in der Praxis bewährt und wie es von den Lernenden und Eltern wahrgenommen wird. Die für die interne Evaluation verantwortliche Person wurde deshalb beauftragt, im Frühling 2026 die Umsetzung und Wirksamkeit der im Konzept festgelegten Leitsätze zu überprüfen und mögliche Entwicklungspotenziale zu ermitteln. Dazu wurden die Lernenden der 3. bis 6. Klasse sowie deren Eltern schriftlich befragt. Ergänzend fanden elf Gruppeninterviews mit Lernenden statt.
Erfreuliche Ergebnisse
Die Ergebnisse der internen Evaluation sind insgesamt erfreulich. Das Beurteilungskonzept ist gut etabliert und wird von den Lernenden und Eltern überwiegend positiv wahrgenommen. Während des Semesters beurteilen die Lehrpersonen die Lernenden konsequent anhand der vier Prädikate «nicht erreicht», «teilweise erreicht», «gut erreicht» und «übertroffen». Dabei gelingt es den Lehrpersonen gut, den Lernprozess zu begleiten und den Lernenden differenziert aufzuzeigen, was ihnen bereits gelingt und woran sie noch weiterarbeiten müssen.
Lernende schätzen sich selbst ein
Auffallend ist die Vielfalt der Beurteilungsanlässe, mit denen die Lehrpersonen den Lernstand der Lernenden erfassen. Besonders positiv wird die Transparenz der Lernziele hervorgehoben. Neben der Einschätzung durch die Lehrpersonen hat auch die Selbsteinschätzung der Lernenden einen hohen Stellenwert. Auch der Übertrittsentscheid wird von den Lernenden und Eltern sehr positiv beurteilt. Neben den fachlichen Leistungen werden dabei auch überfachliche Kompetenzen und das individuelle Potenzial der Lernenden berücksichtigt.
Optimierungspotenzial erkannt
Die interne Evaluation zeigte vier Bereiche auf, in denen eine Weiterentwicklung angezeigt ist:
• Das Lerngespräch wird noch nicht überall gleich gezielt zur Begleitung des Lernprozesses eingesetzt. Die Primarschulteams sind bestrebt, gemeinsame und verbindliche Instrumente für die Lerngespräche zu entwickeln. Zudem werden Zeitgefässe für den Austausch zu den eingesetzten Instrumenten geschaffen.
• Die Zwischenzeugnisse unterscheiden sich punktuell je nach Schulhaus bzw. Stufe. Diese Unterschiede wurden erkannt. Die nächsten Zwischenzeugnisse werden vereinheitlicht.
• Für die Lernenden und insbesondere für deren Eltern ist noch nicht in allen Fällen ausreichend nachvollziehbar, wie die verschiedenen Prädikate zu einer Zeugnisnote verdichtet werden. Die Schulleitung wird deshalb bei geeigneten Gelegenheiten die Kriterien und den Prozess der Notengebung noch transparenter erläutern.
• Der Umgang mit dem Prädikat «übertroffen» ist noch nicht in allen Punkten abschliessend geklärt. Die Primarschulleitungen werden dieses Thema in ihren Teams vertiefen, um eine gemeinsame Haltung und eine möglichst einheitliche Anwendung zu stärken.
Die Beurteilung der Lernenden ist eine zentrale Aufgabe der Schule. Die Ergebnisse der Evaluation zeigen, dass das Beurteilungskonzept im Schulalltag gut angekommen ist. Gleichzeitig haben sie wertvolle Hinweise gegeben, wo noch genauer hinzuschauen ist und Verbesserungen angestossen werden können.
