«Milestones» lautete das Motto des Jubiläumsanlasses, den die Jugendmusik Surental-Michelsamt am Samstag, 17. Oktober, gemeinsam mit zahlreichen Musizierenden, ihren Eltern und vielen ehemaligen Vereinsmitgliedern im Kubus Rickenbach beging. Die Freude an der Musik und Gemeinsamkeit waren die alles bestimmenden Vorzeichen der 12 dargebotenen Stücke.
Solider Auftakt durch die Jüngsten
Das Ensemble trumpfte unter der Leitung von Christina Brunner auf und verzauberte das Publikum gleich zu Beginn mit «Abracadabra» von Lady Gaga, Sprechchor inklusive. Diese jüngsten Klarinettisten, Querflötistinnen, Bläser und Co. waren mit grossem Eifer dabei und lieferten mit ihren vier Stücken einen soliden Einstand ab. Sie zähmten Drachen («Selections from ‘How to train your dragon’» von John Powell) und drehten tierisch auf im «Zoo» von Ed Sheeran. Unterstützung bekamen sie von Erwachsenen, die als Ehemalige eingeladen wurden, an diesem Jubiläumskonzert mitzuwirken – mit Freude und Genuss, wie sich zeigte.
Die Moderation übernahmen die Kinder auch gleich selbst. In Dreiergruppen erzählten sie Episoden aus dem Musiklager, das vom 4. bis 10. Oktober in Sarnen stattgefunden hatte («S ässe esch emmer guet gsii!») und führten durchs Programm («Mängisch esch es scho chli luut gsii, fascht wie emene Zoo – ond das spelemer jetzt.»)
Dank an die Lagerleitung
Dass ein Musiklager nur dank kräftigem Einsatz der Leiterschaft gelingt, ist selbsterklärend. So wurden zahlreiche Mitwirkende auf die Bühne gebeten und gebührend verdankt: 14 Registerleiter/-innen und die Direktion in persona von Patrick Hummel und Christina Wyss. Dass alle Bäuche voll waren und die Gemüter zufrieden, dafür sorgte das dreiköpfige «Team Schwarzentruber» in der Küche. Sie alle durften ein Präsent entgegennehmen.
Tausend schöne Geschichten
Dann fuhr das Blasorchester mit Vollgas auf: Mit dem «Formula 1 Theme» von Brian Tyler und unter «Pilot» Hummel legte es einen fulminanten Start in den zweiten Konzertteil hin.
Dessen Moderation verlief so unterhaltsam wie informativ und liess Bruchstücke aus den vergangenen 35 Jahren als persönliche «Meilensteine» der Mitglieder auftauchen. Ehemalige und Aktive nannten die Highlights, eben Meilensteine, ihrer Zeit mit der Jugendmusik Surental, die zur Gründungszeit den Zusatz «Michelsamt» ja noch nicht hatte. Ihr Grundstein war 1991 gelegt worden, als sich mehrere Surentaler Musikvereine zusammentaten, um gemeinsam die Jugendmusik zu fördern und ein Ensemble für die Jungen zu gründen. Durch den Zusammenschluss im Jahr 2022 mit dem Jugendblasorchester Michelsamt, das etwa zur gleichen Zeit gegründet worden war, entstand die heutige Formation. Rein wohnortsmässig verteilten sich nun die Mitglieder der Blasorchester-Jubiläumsbesetzung etwa zu zwei Dritteln auf das Surental und zu einem Drittel auf das Michelsamt. 35 Jahre – gross und golden prangte die Zahl auf der Bühne, stolz waren alle, die musizierten.
Unter all den vielen Ehemaligen, Musizierenden wie Dirigierenden, wurde eine Person ganz besonders hervorgehoben, nämlich Rolf Stirnemann. Er war der erste Dirigent des Blasorchesters und hat es aus anfänglichen Schwierigkeiten stetig aufwärts geführt. «Tausend schöne Geschichten» hätte er dazu erzählt, wäre der Abend lange genug gewesen.
Perfektion in Schwarz-Weiss
Der Auftritt des Blasorchesters unter der Leitung von Patrick Hummel war imposant – Perfektion in Schwarz-Weiss. «Friendly takeover» von Oliver Waespi liess das Publikum den Atem anhalten, aber das war bei Weitem nicht die einzige atemberaubende Darbietung. Sehr amüsant war auch der «Marlboro man» mit dem in allen Tiefen vibrierenden Bassposaunensolo von Simon Vonarburg. Zwei eingängige Hits aus der Schublade Pop («Total eclipse of the heart» und «Forever young») liessen alle genüsslich mitschwelgen und mit dem Medley «Brass party» zum Abschluss ging schliesslich die Post vollends ab, frenetischer Applaus inklusive.
Familiär und verbunden
Der Abend war reichhaltig. Er hatte schon um 17.30 Uhr mit der Festwirtschaft begonnen und von 19 bis 21.30 Uhr musikalisch bestens unterhalten. Auffallend war die familiäre Atmosphäre im Saal, alle schienen sich zu kennen, musikalisch vereint und verbandelt seit 35 Jahren. Wie schwarze Wirbelwinde waren die Kinder schon vor Konzertbeginn in ihren schwarzen Konzertkleidern durch die Gänge gefegt und genossen die knisternde Aufregung.


