Ornat, Mütze Zunftkette und Banner
Die Zunftmitglieder tragen Gewänder in den Farben Schwarz und Gelb – den Wappenfarben des Kantons Uri. Jedes Detail erklärt die Zünftigen und deren Engagement. Spezielle Gewänder tragen die Gesellen und die Herolde. An der Fasnacht ist der Heinivater im Narrengewand mit Heinimaske, Backel und Kette unterwegs, ohne Trabanten jeweils mit Umhang, Zepter und Kette. Einzigartig sind die Wappen auf dem Umhang: Uri und Habsburg.
Die Zunft Heini von Uri grenzt sich mit ihrem Ornat von den Zünften der Stadt und vom Land Luzern stark ab. Jedes Ornat ist ein Unikat und wurde vor 50 Jahren für die Mitglieder als offizielle Tracht geschaffen. Das Emblem mit dem Heini und seinen Trabanten ziert den Rücken. Vorne, das ist der spezielle Stolz, trägt jeder sein eigenes Familienwappen. Die Wappen sind auf der Homepage des Staatsarchivs zu finden. Zünftige mit ausländischen Wurzeln haben oftmals kein solches Wappen. Diese lassen sich selber eines gestalten. Die Anzahl der gelben Bordüren unten am schwarzen Ornat variiert je nach Rang des Besitzers:
eine Bordüre tragen Zünftige im Rang eines Mitmeisters
zwei Bordüren verweisen auf einen Altmeister
drei Bordüren sind Altheinivätern vorbehalten
Das Ornat wird zum ersten Mal bei der Aufnahme als Mitmeister getragen. Die Mütze ist ein Béret und hat je nach Funktion verschiedene Farben:
Beret schwarz mit gelbem Kranz: Altheiniväter
Beret schwarz: Altmeister und Mitmeister
Beret gelb: Mitglied Zunftrat
Ergänzt wird das Kleid durch die Zunftkette. Bei Mitgliedern des Zunftrates hat diese zusätzlich einen Steg. Der äussere Ring der gelb-schwarzen Medaille mit dem Heini von Uri im Zentrum ist bei den Altheinivätern vergoldet.
Die drei Herolde begleiten den Heinivater bei offiziellen Auftritten. In der Mitte geht der Bannerherr mit dem Banner der Zunft, die beiden anderen Herolde führen je eine Hellebarde mit. So verleihen sie den Auftritten einen feierlichen Rahmen und sind ein wichtiges Element der Traditionen.
Das Banner kam beim Jubiläumsbot 1976 erstmals zum Einsatz. Das viel ältere Vereinswappen ist darauf abgebildet. Die Bedeutung passt in die Zeit der Gründung: Der schwarze und rote Balken symbolisieren die beiden politischen Parteien des damaligen Sursee: die Schwarzen (Liberalen) und die Roten (Konservativen). Bis heute aktuell ist die Aussage, die im Wappen steckt: «Leben und leben lassen unter dem goldenen Mantel des Humors.»
Die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN)
Die VSAN ist der älteste Dachverband für Fasnacht-Brauchtum in Deutschland, gegründet 1924, mit Sitz in Bad Dürrheim. Sie organisiert über 68 Zünfte in Südwestdeutschland und der Schweiz, pflegt traditionelle Figuren wie Narros, Hexen und Spättle und ist Initiatorin der Anerkennung als immaterielles Kulturerbe der UNESCO.
Einige Kernmerkmale der VSAN-Fasnacht
Traditionell und regional: Die Fasnet (auch Fasnacht) im schwäbisch-alemannischen Raum unterscheidet sich deutlich vom rheinischen Karneval und ist stark im Mittelalter und regionalen Brauchtum verwurzelt.
Strenge Regeln
Die VSAN wacht über die «Reinheit» des Brauchtums. Das Tragen des traditionellen Häs (Maske/Larve und Kostüm) ist streng reglementiert.
Zeitraum
Die aktive Zeit beginnt oft am Dreikönigstag (6. Januar) mit dem «Häsabstauben» und gipfelt zwischen «Schmotzigem Donnerstag» und Aschermittwoch.
Stil
Charakteristisch sind hölzerne Masken und traditionelle kunstvolle Kostüme. Die VSAN sorgt als Dachverband dafür, dass die historischen Bräuche als lebendige Tradition erhalten bleiben und nicht zur blossen Party verkommen.
Partner
Die Zunft Heini von Uri ist kein Vollmitglied, aber Partner. Damit bleibt man international vernetzt mit analogen Gruppierungen zur Pflege der Fasnacht und des Brauchtums.
Roland Haag Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte e. V.
Liebe Närrinnen und Narren,
liebe Freunde der Zunft Heini von Uri Sursee
150 Jahre Fasnacht, das ist kein gewöhnlicher Geburtstag. Dahinter stehen Generationen von Menschen, die ihre Figuren, ihre Musik, ihre Geschichten und ihre Freude am närrischen Miteinander weitergetragen haben. Eine Zunft lebt nicht von Papier und Satzungen allein. Sie lebt von Menschen, die anpacken, zusammenstehen und jedes Jahr aufs Neue zeigen, dass Fasnacht immer Gemeinschaft ist.
Aus genau diesem Gedanken heraus ist auch die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte entstanden. Als sich 1924 13 Zünfte zusammenschlossen, ging es darum, die überlieferte Fastnacht gemeinsam zu schützen und ihr nach schwierigen Jahren wieder Zukunft zu geben. Heute gehören der VSAN 67 Zünfte und sieben Partnerzünfte aus Baden-Württemberg und der Schweiz mit über 150.000 Mitgliedern an. Sie ist damit nicht nur ein Verband, sondern ein starkes Netzwerk von Narren, die ihre Tradition selbstbewusst pflegen und zugleich verantwortungsvoll weiterentwickeln.
Die Aufgabe der VSAN war und ist es, die Fasnacht zu begleiten, ihre Eigenständigkeit zu stärken, den Austausch zwischen den Zünften zu fördern und ihre Bedeutung auch gegenüber Öffentlichkeit, Politik und Wissenschaft sichtbar zu machen. Denn unsere Fasnacht ist mehr als ein paar närrische Tage im Jahr. Sie stiftet Heimat, verbindet Generationen und zeigt, was Menschen gemeinsam auf die Beine stellen können.
Darum freut es mich besonders, der Zunft Heini von Uri Sursee als Partnerzunft der VSAN zu ihrem 150-Jahr Jubiläum von Herzen zu gratulieren. 150 Jahre bedeuten nicht Stillstand, sondern Treue zu den eigenen Wurzeln und zugleich die Kraft, lebendig zu bleiben.
Möge dieses Jubiläum Freude machen, Stolz wecken und Mut geben für alles, was kommt.
Mit närrischen Grüssen
Roland Haag
Sponsorenbeitrag