Das 100-Jahr-Jubiläum wurde auch gefeiert
Nach einem Unterbruch im Zweiten Weltkrieg verlangten die Besuchsfahrten, der Umzug, der Heiniball und die vielen Fasnachtsbälle der Heinifamilie viel ab. Es gab Auftritte im «Hirschen», im «Schwanen» oder in der «Eisenbahn », beim Turnverein, der Stadtmusik oder dem Kavallerieverein. Nur wenige konnten sich das Amt noch leisten. 1957 stellte die Zunft für fünf Jahre ihre Aktivitäten ein. Alles wurde bei der Stadt deponiert. Jugendliche aus der Jungwacht überbrückten die Fasnacht mit der «Heinerlizunft». 1962 konnte mit Werner Sieger wieder ein Heinivater unter angepassten Statuten gewählt werden. Die Zunft öffnete sich und wurde wieder erschwinglich. Dem Heinivater ist es seither verpönt, in Gesellschaft Runden zu bezahlen. Das war früher anders – da hiess es in den Restaurants: Der Heinivater bezahlt das.
In einer Blütezeit wurde 1976 das 100-Jahr- Jubiläum gefeiert. Es gab ein neues Banner, und die Zunft schaffte das gelb-schwarze Ornat mit dem Familienwappen an. Böse Zungen behaupten, dass seither wieder jeder Zünftige sein eigenes Kleid mit nach Hause nimmt. Mit dem Ornat grenzt sich Sursee von den Landzünften wie auch von jenen der Stadt Luzern ab. Das gilt als wichtiger Schritt. Der damalige Heinivater und OK-Präsident Tony Sidler-Stocker erinnert sich gerne an das Jubiläum und den Ball. 1500 Personen fanden sich in der alten Festhalle ein.
Das 125-Jahr-Jubiläum wurde etwas ruhiger, aber mit einem nennenswerten Ereignis gefeiert. Der Heinibrunnen von August Bläsi, der bei der Neugestaltung der Altstadt beim Rathaus weichen musste, wurde 2001 durch die Initiative der Zunft auf den Vierherrenplatz versetzt.
Beim 150-Jahr-Jubiläum spielen die Narrennacht und mit ihr Toby Künzle eine wichtige Rolle. Im Heinijahr von Bruno und Heidy Künzle 1988 war dieser gerade mal drei Jahre alt. Der damalige Postverwalter und Zunftmeister Karl Jenni kann sich gut erinnern: Klein Toby war an der Fasnacht immer mit dabei. Wenn nicht im Närrli, dann als Prinz. «1001 Nacht» war das Motto. Manchmal schlief er vor Müdigkeit einfach ein, sobald jedoch eine Guugge kam, war er wieder hellwach. Schon damals ein echter Fasnächtler eben.
Heinivater sein ist ein Familienprojekt
Der neue Heinivater wird anhand eines Kriterienkatalogs vom Zunftmeister, dem Kanzler und dem amtierenden Heinivater ausgewählt. Die Anmeldung für einen obligaten Besuch erfolgt per Telefon. Der Aufmarsch beim Besuch wird gestaffelt, damit ja nichts auffällt. Die Partnerin des Angefragten ist mit dabei und vor allem bei der Wahl des Mottos gefragt. Es gilt, die Familie für das Projekt zu motivieren, denn an der Fasnacht sind alle gefragt. Von der Inthronisation bis Ende Fasnacht im Zentrum Sursees zu stehen, das prägt. Die Anfrage ist einmalig, und ein Nein braucht viel Willenskraft, da die Anfragenden sehr hartnäckig sein können. Die Kinder werden je nach Alter später, vielleicht an Weihnachten, an Silvester oder kurz vor der Inthronisation, mit der für sie neuen und spannenden Aufgabe vertraut gemacht. Verraten werden darf schliesslich nichts – weder in der Schule noch unter Freunden oder in der Nachbarschaft.
Die Familie Wyder beispielsweise kennt die Zunft. Franz Wyder, welcher 1898 die Garage gründete, war Mitglied der Zunft. Sein Sohn Otto war 1954 Heinivater, dessen Sohn Wolfgang 1971 und wiederum dessen Sohn Peter 2011. Was Heinifamilie heisst, kennt man auch bei den Fischers von der Carrosserie bestens. Emil Fischer war 1964 Heinivater, seine Tochter Romy mit Bruno Casserini-Fischer 1980 Heinimama, sein Sohn Othmar 1989 Heinivater und Romys Tochter Sonja 2019 mit Rico Löhrer Heinimama. Und wer weiss, ob sich diese Tradition noch weiter fortsetzt.
Der neue Heinivater Giovi Valetti-Steinger, zwar aus dem aargauischen Windisch stammend, ist indirekt ebenfalls nicht ganz ohne Surseer Fasnachtswurzeln. Der Vater seines Schwiegervaters, Otto Steinger, war Mitglied der Zunft und Inhaber des Restaurants Braui, des Geburtsorts der Zunft.
Giovi Valetti-Steinger, Heinivater
Lieber Zunftherr Kari Setschi
Vielen Dank für die schönen Worte, die du bei deinem Editorial an mich als noch unbekannter Heinivater 2026 gerichtet hast. Wie von dir bereits prophezeit, habe ich bereits am ersten Tag als Heinivater gestaunt, viel gelacht und bei der Ausrufung vor Nervosität geschwitzt. Ich freue mich, mit dir als begleitendem Zunftherrn die Fasnacht 2026 in Soorsi zu geniessen.
Liebe Soorserinnen und Soorser
Mit viel Demut, Respekt und einer grossen Freude habe ich am letzten Samstag das Amt des Heinivaters der Zunft Heini von Uri angenommen. Für mich ist die Zunft weit mehr als Fasnacht und Tradition – sie steht für gelebte Gemeinschaft, Verbundenheit zur Stadt Sursee und ein Brauchtum, das Generationen verbindet.
Dieses Amt darf ich in einem besonderen Jahr antreten: dem Jubiläumsjahr unserer Zunft. Es ist eine Zeit, um auf eine schöne, bewegte Geschichte zurückzublicken und gleichzeitig den Blick nach vorne zu richten. Die Zunft Heini von Uri steht seit jeher für Zusammenhalt, Humor, Engagement und Herzblut – Werte, die auch künftig unser Handeln bestimmen sollen.
Als Heinivater ist es mir wichtig, Bewährtes zu pflegen und gleichzeitig offen für neue Impulse zu bleiben. Tradition lebt davon, dass sie weitergetragen wird – mit Freude, mit Verantwortung und mit Menschen, die sich aktiv einbringen. Dieses Engagement erlebe ich innerhalb unserer Zunft immer wieder, und dafür bin ich sehr dankbar.
Die Fasnacht und das Zunftleben wären jedoch nichts ohne die vielen helfenden Hände, ohne den Einsatz unserer Mitglieder und ohne die Unterstützung aus der Bevölkerung. Gemeinsam wollen wir das Jubiläumsjahr feiern, Begegnungen schaffen und zeigen, dass Brauchtum lebendig ist – heute genauso wie morgen. Ich freue mich auf viele schöne Momente, spannende Begegnungen, ein würdiges Jubiläum und ein Jahr voller gemeinsamer Erlebnisse im Zeichen der Zunft Heini von Uri.
Glück auf – Zunft Heini von Uri Sursee
Glück auf – 150-Jahr-Jubiläum
Sponsorenbeitrag
qbatur AG unterstützt das 150-Jahr-Jubiläum der Zunft Heini von Uri Sursee
Die Surseer Fasnacht 2026 steht im Zeichen des 150-Jahr-Jubiläums der Zunft Heini von Uri Sursee. Mit dabei ist die qbatur AG aus Sursee und Triengen, mit einem Bekenntnis zur Region und zum Brauchtum. Am Dreikönigsbot vom 3. Januar 2026 wurde Guido Müller, Mitinhaber sowie Mitglied von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat, als Mitmeister aufgenommen. qbatur ist ein inhabergeführtes Architekturbüro, 2020 aus S+P Architekten und Rölli Architektur entstanden. Im Fokus stehen nachhaltige Lösungen sowie termin- und kostentreue Planung und Bauleitung; sämtliche Leistungen von der ersten Idee bis zur Schlüsselübergabe und allfälligen Garantiearbeiten erbringt qbatur mit eigenen Mitarbeitenden unter persönlicher Leitung der Inhaber. Aktuell realisiert werden u. a. Mehrfamilienhäuser an der Dägersteinstrasse in Sursee, die Zentrumsüberbauung «Bricklane» in Wohlen sowie die Wohnüberbauung Hinterberg in Reinach. Erfolgreiche Realisationen sind z. B. der Gewerbebau mit Busdepot in Zofingen, der Schmittenhof in Dagmersellen und der Sagipark in Büron. Mit dem Jubiläums-Engagement will qbatur sowohl im gesellschaftlichen wie auch im gewerblichen Bereich zur attraktiven Weiterentwicklung der Region beitragen.