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Tradition bewahren, Fasnacht gestalten

24. Dezember 2025

Die Zunft Heini von Uri blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, geprägt von Unterbrüchen, Jubiläen und gelebter Fasnachtstradition. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet die Zunft unter Druck und stellte ihre Aktivitäten zeitweise ein, bevor sie sich in den 1960er-Jahren neu organisierte und öffnete. Höhepunkte waren das 100-, 125- und 150-Jahr-Jubiläum, die mit neuen Symbolen, Ortsveränderungen und prägenden Persönlichkeiten verbunden sind. Bis heute ist das Amt des Heinivaters ein generationsübergreifendes Familienprojekt und Herzstück der Surseer Fasnacht.

Grundsätze, die bis heute zählen

Die ersten Satzungen besagen, das gesellige Leben zu pflegen und die Fasnacht zu beleben. In der Zunft seien Politik und persönliche Beleidigungen verpönt. Als steuerpflichtiger Bürger konnte man für ein Eintrittsgeld von Fr. 1.50 Mitmeister werden. Seit der Gründung wird auf die Dauer von jeweils einem Jahr ein Heinivater gewählt. Er verkörpert mit einer Holzmaske, welche die hundert Jahre weit übersteigt, die geschichtsträchtige Figur des Heini von Uri. Bei jeder Ernennung sind die Zünftigen stolz auf den Fortbestand der Geschichte und die Werke der Vorfahren. Man hat es 150 Jahre geschafft, als modern geführter und zukunftsorientierter Verein dazustehen und trotzdem die Traditionen zu bewahren. 

Ein vom ehemaligen Kanzler Prof. Dr. Fritz Bosshardt-Wey definierter Grundsatz ist geblieben: «Was wir bieten, muss sein gediegen und schön und darf keinen Eindruck von etwas Unfertigem enthalten auch keine Verletzung der Gefühle von Gesinnung und auch keine Verhöhnung zum Ausdruck bringen.» Seit Beginn werden Umzüge und Anlässe mit fröhlichem Treiben organisiert und die sozialen Institutionen besucht. Ein Geschenk aus den Händen des Heinivaters zu erhalten, gilt als etwas ganz Grosses. Die dankbaren und glücklichen Augen der Beschenkten gehen jedem Heinivater tief. 

Begleitet wurde der erste Heinivater Xaveri Brunner von einer Bänklergruppe. Schon bald kamen Galazüge mit einem Motto dazu, vorerst bescheiden, aber immer hoch zu Ross und mit Kutsche. 1880 wurde der Heiniball eingeführt. 1904 sollen am Umzug bereits neun Wagen mitgefahren sein. Ein Jahr später, mit «Bilder aus der Märchenwelt», erinnert das Motto an heute. Als Glanznummer wird «der Triumphzug der Helvetia» 1909 beschrieben. «Heinis Rückkehr vom Mars» 1928 tönt da einiges futuristischer. In den Büchern der Zunft ist zu lesen, dass 1929 die Umfahrt bei minus 38 Grad stattgefunden habe. Schön, dass dem in diesem Jahr trotz «Eiszeit» nicht so war. 

Bekannte und unvergessliche Surseer Persönlichkeiten wie beispielsweise Carl und Julius Beck, Hans Amberg, Sales und Paul Amlehn, Leodegar und Fritz Staffelbach, Ferdinand Imbach, Pedro Monner, Franz Schnyder und viele mehr prägten als Heiniväter die Fasnacht nachhaltig mit den Grundsätzen, die bis heute zählen.

Das Motto prägt die Fasnacht

In der Gründerzeit der Zunft waren der Einzug im Städtli und später der Heiniball mit einem Thema versehen. Das Motto wie heute wird seit 50 Jahren gelebt. Es prägt die Fasnacht der Region Sursee, den Umzug, den Heiniball und die Kinderfasnacht weit mehr als lokale, nationale oder globale Themen. Die Frauen der Zünftigen übernehmen das Motto ebenso wie die Fasnacht der Pensionierten, das Alterszentrum oder viele Fasnächtlerinnen und Fasnächtler auf der Strasse. Der Narrenbaum der Gesellenanwärter ist ebenfalls dem Motto gewidmet. 

Speziell am Motto ist, dass es bereits beim Martinibot Anfang November bekannt wird, ohne zu wissen, wer Heinivater ist. Klar, dass dies Spekulationen auslöst. Das Motto darf daher nicht auf eine Person schliessen lassen, auch nicht als Ablenkung auf eine andere Person. Die Heinifamilie muss mit dem Motto leben und sich daran erfreuen können. Ihr Haus oder die Wohnung wird dementsprechend fasnächtlich dekoriert.

Den Heinivater wird man an der Fasnacht nie im Motto sehen. Er tritt im Narrenkostüm des Heini von Uri auf. Im Fundus der Zunft sind «Närrli» als kleine Heinis für die Kinder vorhanden. Üblicherweise tritt die Heinifamilie im Mottto bekleidet auf. Das Kleid der Heinimama gilt als vielbeachtete Garderobe und ist am Heiniball jeweils erstmals zu sehen.

Das Motto der Jubiläumsfasnacht lautet bekanntlich «Inere Wält vo Elfe, Fee ond Superhelde». Elfen sind magische Fabelwesen aus der Mythologie und der Fantasy. Sie agieren als Geister mit übernatürlichen Fähigkeiten. Feen sind übernatürliche Wesen aus Sagen und Märchen. Ihre magischen Fähigkeiten können Gutes wie auch Böses bewirken. Superhelden schliesslich sind fiktive Charaktere mit übermenschlichen Fähigkeiten oder High-Tech-Ausrüstungen, welche die Menschheit vor Bösem beschützen. Oft ist das mit geheimer Identität und einem Kostüm, was eigentlich zur Fasnacht passt, verbunden. Man kann sich vorstellen, dass die Heinimama als gute Fee und mögliche Heinikinder als Elfen und Superhelden auftreten. Einer wird garantiert ein Superheld sein, der Heinivater 2026. 

Sabine Beck-Pflugshaupt, Stadtpräsidentin

150 Jahre auf festem Grund 

Seit 150 Jahren ist die Zunft Heini von Uri ein Fundament für Sursee. Verlässlich. Gemeinschaftlich. Traditionsbewusst. Am deutlichsten spürt man das an der Fasnacht. Was für viele nach ein paar fröhlichen Tagen aussieht, entsteht durch viel Arbeit hinter den Kulissen. Durch Planung, Aufbau und unzählige helfende Hände. So entstehen Jahr für Jahr unbeschwerte Fasnachtstage – und ein Brauchtum, das trägt. 

Die Bedeutung der Zunft reicht aber weit über die «fünfte Jahreszeit» hinaus. Was einst als Zusammenschluss engagierter Bürger begann, ist heute zu einer tragenden Säule des kulturellen Lebens in Sursee geworden. Die Zünftigen helfen mit, wo Brauchtum und gemeinschaftliche Anlässe gepflegt und möglich gemacht werden – zum Beispiel bei der Gansabhauet. Sie tun dies nicht mit grossen Worten, sondern mit Taten: Sie packen an und tragen mit. Dieses Engagement ist alles andere als selbstverständlich. Es trägt massgeblich zu einem funktionierenden Miteinander bei. 

Was die Zunft auszeichnet, ist ihre verbindende Kraft. Sie bringt unterschiedliche Menschen zusammen: Alteingesessene und Zugezogene, Junge und Ältere. So wird aus einem Anlass ein gemeinsames Erlebnis – und aus Tradition etwas, das in der Gegenwart ankommt. Dazu gehört immer auch eine gehörige Portion Humor. Etwa, wenn der Heinivater den Stadtrat sinnbildlich für eine Woche ablöst und zum «höchsten Soorser» wird. 150 Jahre sind mehr als eine Zahl. Sie stehen für Beständigkeit in einer Zeit, in der vieles schneller wird und rasch wieder verschwindet. Darum ist dieses Jubiläum mehr als ein Rückblick. Es ist auch eine Einladung, auf dem Fundament und der guten Zusammenarbeit aufzubauen – mit Offenheit für neue Ideen. Denn Tradition lebt nicht in Erinnerungen, sondern im Tun und Fortbestand. 

Im Namen der Stadt danke ich der Zunft Heini von Uri für ihr Engagement. Für ihren Sinn für Gemeinschaft, Geselligkeit und ihre Verlässlichkeit. Ich wünsche der Zunft ein würdiges Jubiläumsjahr – und uns allen Momente, in denen spürbar wird, was ein gutes Fundament ausmacht: Es trägt und verbindet.

Sponsorenbeitrag

Fasnacht und Philanthropie

150 Jahre Zunft Heini von Uri Sursee – dazu gratuliert die Rütli-Stiftung herzlich und würdigt das grosse Engagement für die Fasnachtstradition in Sursee. 

Die Luzerner Fasnacht – und mit ihr die Zunft Heini von Uri Sursee – ist ein wichtiger Teil des kulturellen Lebens. Solche Bräuche stiften Gemeinschaft und prägen unsere Gesellschaft. Die Rütli-Stiftung und ihre Donatorinnen und Donatoren engagieren sich für Erhalt und Förderung dieser Traditionen. 

Viele Vereine und Zünfte leben vom freiwilligen Einsatz engagierter Menschen. Damit Projekte langfristig gesichert werden, braucht es zusätzlich finanzielle Mittel. Hier leisten private Spenderinnen und Spender sowie gemeinnützige Stiftungen einen entscheidenden Beitrag – die Donatorinnen und Donatoren der Rütli-Stiftung gehören dazu. 

Als gemeinnützige und steuerbefreite Dachstiftung ermöglicht die Rütli-Stiftung philanthropisch engagierten Personen auf einfache Weise eine eigene Unterstiftung. Dank breit gefasster Zweckbestimmungen lassen sich individuelle gemeinnützige Anliegen flexibel umsetzen. Die Rütli-Stiftung übernimmt die Administration, damit sich die Donatorinnen und Donatoren ganz auf ihre Projekte konzentrieren können. 

Unkompliziert und wirkungsvoll – so bleibt mehr Zeit für die Fasnacht! 

E rüüdig schöni Fasnacht wünscht Ihre Rütli-Stiftung