17.10.2019

Sursee kassiert eine Klatsche gegen Willisau

von Thomas Stillhart

400 Zuschauer sahen im Derby zwischen Sursee und Willisau auf der Schlottermilch sieben Tore Nur zwei davon erzielten die Surseer Chris Kaufmann und Marco Mangold. 

Ausgerutscht und verpfiffen

Der FCW-Präsident traf den Nagel auf den Kopf. Im Derby zwischen Sursee und Willisau begannen die Hausherren druckvoll. Die erste Chance verbuchte der stets bemühte Silvan Sager in der 9. Minute für die Surenstädter. Zwingend war die Chance zwar nicht, aber immerhin ein Zeichen des Willens. Doch Willisau übernahm bald das Zepter. Fünf Minuten nach Sagers Schuss trat die Nummer 9 der Willisauer erstmals auf. Christian Bindes Freistoss landete neben dem Tor. In der 16. Minute pfiff der Schiedsrichter nochmals Freistoss für die Hinterländer. Predrag Karajcics Schuss kam auf das Tor zu. Gabriele D'Ovidio rutschte aus und konnte dem Ball nur noch nachsehen. 1:0. Kann geschehen. 

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Die erste Ecke des Abends bekam der FC Sursee zugesprochen, doch der Ball näherte sich zu wenig ans Tor. Die Bader-Elf drückte weiter auf den Ausgleich, aber die Chancen von Dario Theiler und Silvan Sager blieben zu harmlos. Wenn die Willisauer am Ball waren, spielten sie entschlossener nach vorne – und vor allem schneller. Nur dank einer Glanztat des Surseer Torhüters hiess es nach 26 Minuten noch nicht 0:2. Luca Frey versiebte innerhalb von zwei Minuten zweimal (26. und 27. Minute). 

Binde, Binde, Binde, Binde

Marco Mangold kassierte in der 29. Minute die gelbe Karte. Er foulte im Strafraum einen Willisauer. Dies jedenfalls sah der Schiedsrichter so. Folgerichtig zeigte er auf den Punkt, was einiges Kopfschütteln nach sich zog. Der Willisauer Torschütze vom Dienst – bisher neun Saisontore – verwertete. Er heisst Christian Binde. Stadionspeaker Yanick Koch träumt wohl noch vom ihm, denn er durfte, oder musste, diesen Namen am Mittwochabend viermal ins Mikrofon sprechen. 

Bis zur Pause geschah nicht mehr viel auf dem Platz, an der Seitenlinie jedoch trafen sich der Linienrichter und der Schiedsrichter. Der eine half dem anderen mit der Fahne, die einen Defekt hatte oder wedelte, wenn sie nicht sollte. 

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Wirbelwind Philippe Steinmann

Mit einem 0:2-Rückstand kehrten die Hausherren nach dem Pausentee zurück aufs Spielfeld. Eine Reaktion in Form einer Leistungssteigerung blieb leider aus. Erst die Einwechslung von Philippe Steinmann brachte frischen Wind. Vier Minuten später spurtete er auf der linken Seite Richtung Tor und passte zum richtigen Zeitpunkt in die Mitte. Dort stand Chris Kaufmann, der den Anschlusstreffer erzielte. Kurz zuvor verwehrte der Schiedsrichter den Surseern einen Penalty. 

Das 1:2 weckte Sursee auf. Auch das Heimpublikum glaubte nun an eine Wende, denn plötzlich stürmte Sursee schwungvoller in den Willisauer Strafraum. In der 69. Minute trat Philippe Steinmann einen Freistoss von halb rechts. Sein Ball blieb in der gegnerischen Mauer hängen. Zwei, drei rassige Spielzüge später tänzelte Christian Binde vor Gabriele D'Ovidio: 1:3. Drei Minuten später wiederholte sich das Bild: 1:4. Die aufkeimenden Hoffnungen Sursee zerstörte der Stürmer im Alleingang. 

Der Pfosten verhinderte Anschlusstreffer

Philippe Steinmanns Freistoss in der 75. Minute bekam Marco Mangold vor die Füsse. Er stolperte den Ball zum 2:4 ins Tor. Wer nun wieder Hoffnungen hatte, bekam recht, denn der eingewechselte Dominik Zbinden (von der 2. Mannschaft des FC Sursee) kreierte tatsächlich nochmals eine echte Chance. Der Pfosten verhinderte aber in der 84. Minute den erneuten Anschlusstreffer. So kam es, wie so oft im Fussball. Der sackstarke Christian Binde konnte in der 89. Minute das Score nochmals leichtfüssig erhöhen: 2:5. Sein Trainer mit Surseer Vergangenheit,  Roger Felber, legte ihm eine Minute später den roten Teppich aus mit seiner Auswechslung. Die mitgereisten Willisauer Fans applaudierten zurecht. 

Dann erlöste der Schiedsrichter die Surseer, Marco Mangold himmelte den Ball meterhoch, und Trainer Pascal Bader deckte den Schiedsrichter mit ein paar netten Abschiedsworten ein. Präsident Daniel Willimann päppelte die in die Kabine trottenden Surseer Spieler abklatschend auf. Diese Geste war die richtige nach dieser Klatsche im Derby.

Jetzt gegen den Zuger Tabellennachbarn

Am Sonntag folgt das Auswärtsspiel gegen den punkte gleichen Tabellennachbarn Aegeri. 


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