09.10.2020

Der Spiegel verändert den Blick in den Wald

von Thomas Stillhart

Einen riesigen Herbstspass mit allen Sinnen erlebten am Freitag 15 Kinder. Klebrige Tannenzapfen, nasse Backen und eine Wanze begegneten ihnen. 

Zum Zmittag kochte Gabriela Blum mit den Kindern eine Suppe aus selber gesammelten Brennnesseln. Zuvor tauchten sie «mit allen Sinnen»  in den Stockacker-Wald ein. «Wir haben heute kein Schulhaus», begrüsste die Waldspielgruppenleiterin die Kinder mit Blick auf die Baumkronen im Wald. Dies hier sei heute ihr Schulzimmer. 

Klebrig, aber angenehm

Und schon bildete sie mit den Kindern einen Kreis. Alle hielten die Hände nach hinten und bekamen etwas in die Finger. Den Tannenzapfen erkannten natürlich alle rasch. Etwas klebrig, aber sonst fühlt er sich angenehm an, befanden die Kinder. Wasser träufelte Gabriela Blum den Kindern in die Hände. Eine ihrer Backen nässten sie damit. Sie spürten bewusst den Unterschied zwischen einer nassen und einer trockenen Backe.  

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Die verspiegelte Welt

«Vogel sehen die Welt anders als wir», erzählte Gabriela Blum. Ein Kind nahm den Faden sofort auf und berichtete von Hühnern, die ihre Augen auf die Seite gerichtet hätten. «Wenn wir im Wald hinauf schauen, sehen wir nur grün. Aber was sehen die Vögel?», fragte Blum. Ein Mittel, wie Vögel zu sehen, ist ein Spiegel. Alle Kinder bekamen einen und hielten ihn an die Stirn. Verwundert, aber mit einem Lächeln im Gesicht tappten sie durch den Wald. «Du hast ja gar keinen Kopf», sagte ein Kind belustigt. 

««Du hast ja gar keinen Kopf.»»
Kommentar eines Kindes zum Blick mit dem Spiegel

Im nächsten Spiel suchten die Kinder in einem kleinen abgesteckten Feld nach «Wümern» in unterschiedlichen Farben. Gabriela Blum verteilte vorgängig als die Faden. Die Kinder entdeckten bald rote, grüne und orange Faden. Bei den braunen Faden brauchte es scharfe Augen und Geduld, denn der Waldboden tarnte sie. Ein Bub entdeckte stattdessen eine Wanze. Seine Aufmerksamkeit galt fortan dem Insekt – ein Lebewesen, das auch Achtsamkeit verdient, erklärte Gabriela Blum.  

Geschärfte Sinne 

Schliesslich bildeten die Kinder Dreier-Gruppen. Ein Kind zog eine Brille an, mit der es nur noch verschwommen sah. Die anderen beiden Kinder musste es durch den Wald führen. Mit den abwechslungsreichen Spielen packte Gabriela Blum die Kinder und zeigte ihnen, dass im Wald geschärfte Sinne ein besonderes Erlebnis sind. 


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