Mädchen und junge Frauen begeistern sich immer mehr für die MINT-Fächer.  (Symbolbild Daniel Zumbühl/Archiv)
Mädchen und junge Frauen begeistern sich immer mehr für die MINT-Fächer.  (Symbolbild Daniel Zumbühl/Archiv)
14.05.2021

Speeddating erweiterte den Horizont

von Thomas Stillhart

Rund 50 Schülerinnen und 30 Expertinnen aus dem MINT-Bereich tauschten sich aus. Lara Fischer und Leya Manacchini von der Kanti Sursee waren dabei. Sie erweiterten ihren Horizont.

Vielleicht erlebte die Kanti Sursee in Zusammenarbeit mit den Schulen im Seetal und in Beromünster eine Weltpremiere. Erstmals führte sie nämlich im März ein virtuelles MINT-Frauen-Speeddating durch. MINT ist die Abkürzung für Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft und Technik. Und um diese Fächer ging es beim Austausch zwischen Schülerinnen und Expertinnen.  

Interesse bereits vorhanden

Ursprünglich sollten sich die Frauen in der Mensa der Kanti Sursee treffen. Wegen Corona fand der Austausch aber virtuell statt. Lara Fischer aus Reiden und Leya Manacchini aus Oberkirch kennen den virtuellen Unterricht aus dem Homeschooling, so bereitete ihnen das neue Gefäss keinerlei Probleme. Die beiden Fünftklässlerinnen besuchen das Schwerpunktfach Biochemie an der Kanti Sursee: halb Biologie, halb Chemie

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.«Ich werde Biochemie studieren, das ist aber noch nicht 100 Prozent klar», sagt Lara Fischer. Weniger auf ein Fach ist Leya Manacchini fokussiert, wohl werden es jedoch Naturwissenschaften sein. Beim Speeddating trafen sie in einer Stunde je sieben Minuten auf wechselnde Expertinnen. «Ich konnte alle meine Fragen stellen, aber am Schluss fehlte die Zeit, um mich zu bedanken», erzählt Lara Fischer.

Intensivere Gespräche möglich

Leya Manacchini ergänzt: «Am Schluss gab es noch die Möglichkeit, in einem Raum einer Spezialistin detailliertere Fragen zu stellen.» Sie traf sich mit einer Neurobiologin.

Während des Speeddatings sprach sie unter anderem mit drei Physikerinnen. «Mich überraschten die vielen Möglichkeiten, die ihnen nach dem Studium offen standen. Eine Physikerin wurde schliesslich Softwareingenieurin.»

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Lara Fischer erfuhr so, dass bei Bewerbungen für Anstellungen entgegen den Aussagen einer Kollegin nicht so sehr auf Erfahrungen aus Praktika geschaut werde. «Allgemeine Kompetenzen sind gefragter als Praktika-Erfahrungen.»

Inspirierende Gespräche

Beide Kanti-Schülerinnen empfehlen das Speeddating, obwohl sie deswegen noch keine Studienwahl trafen. «Ich konnte meinen Horizont erweitern», berichtet Lara Fischer. Leya Manaccini fügt an: «Ich führte inspirierende Gespräche und schrieb mir die Namen der Expertinnen für später auf.»

Um sich ein genaueres Bild der verschiedenen Studienrichtungen zu machen, wollen beide noch das Beratungs- und Informationszentrum für Bildung und Beruf in Luzern besuchen sowie die verschiedenen Universitäten und die ETH selber anschauen. Zusammen ziehen sie ein positives Fazit der Premiere: «Das Speeddating können wir weiterempfehlen. Zudem war es sehr gut organisiert.»

Mehr als zufrieden

Auch die Organisatoren – von der Kanti Sursee halfen Konstanze Mez und Caspar Büttner mit – loben den Anlass. «Am Ende verliessen Schülerinnen und Expertinnen den virtuellen Anlass mehr als zufrieden.» Finanzielle Unterstützung erhielt der Anlass übrigens durch das Eidgenössische Büro für Gleichstellung von Frau und Mann. 


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