29.01.2021

Kirche musste stets mitwachsen

von Red

Die Neuenkircher Pfarrkirche ist ein stattlicher Bau. Er wuchs mit der Zunahme der Bevölkerung mit. Dass Neuenkirch eine eigentständige Pfarrei werden konnte, hat das Dorf dem Reuerinnenorden zu verdanken.

Die heutige Pfarrkirche St. Ulrich von Neuenkirch stammt aus dem Jahr 1939. Der moderne Bau ersetzte die vormalige, im barocken Stil erbaute Pfarrkirche aus dem Jahre 1765, wie sie in dieser Aufnahme um 1920 zu sehen ist. In den Jahren 1991/92 wurde die Pfarrkirche zum letzten Mal umfassend renoviert, wie auf der Website der Pfarrei Neuenkirch zu lesen ist. Die Pfarrkirche ist dem Hl. Ulrich von Augsburg geweiht, dessen Gedenktag am 4. Juli begangen wird. Ulrich ist der Heilige der Reisenden, Wanderer, Fischer, Weber, Winzer und Sterbenden.

Streit mit Sursee

Gemäss der Website der Gemeinde Neuenkirch entschlossen sich die Edlen von Küssnacht, 1282 ein Kloster der Reuerinnen zu gründen. Dieser Frauenorden übernahm die Kirche mit samt ihren Rechten und versuchte, das Kloster und ihre Kapläne vom Leutpriester von Sursee zu lösen, indem sie unabhängig von ihm die Pfarrrechte ausübten. Dies führte im Jahre 1292 zu einem Streit zwischen den Pfründern von Sursee und dem Klösterlein von Neuenkirch. Die Streitigkeiten konnten vier Jahre später geschlichtet werden. Die Pfründer von Sursee mussten die Selbstständigkeit der Kirche von Neuenkirch als vollberechtigte Pfarrei anerkennen; damit konnte die Pfarrei Neuenkirch am 26. Juni 1296 errichtet werden.

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Brennendes Klösterlein

Mehrere Brände suchten in der Folge das Frauenkloster heim. Im Herbst 1576 waren das neugebaute Klösterlein und die erneuerte und verbesserte Kirche unter Dach. Doch im 16. Jahrhundert war das Klosterwegen mehr oder weniger in Auflösung begriffen. Auch beim Neuenkircher Klösterli war nicht immer alles zum Besten bestellt. Es zählte damals nur noch fünf Frauen. Darum wurde es im Jahre 1588 aufgehoben. Die verbliebenen Besitzungen wurden im Voremstäg samt den Klostergebäuden verkauft. So fand das Klösterlein in Neuenkirch nach 312-jährigem Bestehen sein Ende.

Weitere Kirchenbauten

Durch die starke Zunahme der Bevölkerung in Neuenkirch wurde die Kirche zu klein; überdies war sie sehr baufällig. Darum wurde sie im Jahre 1765 abgebrochen und in spätbarockem Stil wieder aufgebaut, also so, wie zahlreiche Kirchen im Kanton Luzern im 18. Jahrhundert gebaut worden sind. Auch diese dritte Kirche wurde im Jahre 1939 zu klein und musste vergrössert werden. Gleichzeitig wurde die Unterkirche angebaut. Nachdem im Jahre 1952 die Gebeine von Niklaus Wolf in die Unterkirche umgebettet worden waren, erfuhr sie 1966 einen Umbau zur Grabkapelle und erhielt 1979 einen neuen Tabernakel


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